#Banking2025: Wohin steuern kleine und mittlere GenoBanken?

Perspektiven, Herausforderungen und Strategien

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Bei Regionalinstituten wird immer häufiger von der kritischen Größe gesprochen. Gibt es diese? Und welche mittelfristigen Perspektiven, Herausforderungen und Strategien gibt es für kleine und mittlere Genossenschaftsbanken mit Blick auf das Jahr 2025?

Mittelfristige Perspektiven, für Regionalbanken und Sparkassen

Mittelfristige Perspektiven, Herausforderungen und Strategien für Regionalbanken.

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Die Markt- und Wettbewerbsbedingungen haben sich in den letzten Jahren bereits massiv verändert. Non und Near-Banks drängen weiterhin stark in den Markt ein. Im Geschäft mit Gewerbekunden und Firmenkunden sind die kleinen und mittleren Genossenschaftsbanken gut aufgestellt, dürfen aber nicht nachlassen, ihre Kundennähe durch fehlende Präsenz und professionelle Kundenberatung zu verspielen.

Vorteile von Regionalbanken

Neben den Sparkassen haben gerade die Genossenschaftsbanken den großen Vorteil der Regionalität, der Kundennähe und der absoluten Marktkenntnisse. Doch auch hier werden in- und ausländische Anbieter versuchen an die attraktiven Kunden zu kommen. Im Privatkundenbereich hat sich der Kampf um Kundengelder durch die massiven Zinserhöhungen der letzten Monate verstärkt. Nachdem die Inflationsrate in Deutschland in den letzten Wochen wieder zurückgekommen ist, erscheinen vielen Kunden Zinserträge wieder attraktiv.

Aufgrund steigender Digitalisierung sind Preisvergleiche sehr einfach geworden und Entscheidungsmotive für ein bestimmtes Kreditinstitut aus Sicht der Kunden wie z.B. Vertrauen, Sicherheit und Bequemlichkeit müssen wieder mehr in den Vordergrund gerückt werden. Gerade hier können kleine und mittlere Institute ihre Stärken ausspielen.

Kunden wollen beraten werden

Wie in der Bauwirtschaft ist das private Baufinanzierungsgeschäft bei allen Banken stark zurückgegangen. Im Kreditgeschäft suchen die Anbieter zur Zeit weitere Möglichkeiten der Kreditvergabe für z.B. Photovoltaikanlagen / Energiekonzepte, Renovierungen und Heizungsfinanzierungen. Der Markt um diese Finanzierungen ist umkämpft. In dem Geschäftsfeld der Finanzierungen erwarten wir, dass wir mittelfristig bessere Möglichkeiten haben als Onlinebanken. Dies begründet sich durch die höhere Beratungsintensität aufgrund der vielfältigen Fördermöglichkeiten und komplexen sowie schwerwiegenden Entscheidungen für viele Kunden, die sie noch immer gerne mit „Vertrauten“ und Experten besprechen wollen.

Ebenso wünscht die Mehrheit der Kunden weiterhin eine persönliche Beratung bei der qualifizierten Geldanlage, bei der persönlichen Absicherung und bei der Altersvorsorgeberatung. Dies erhöht das Vertrauen des Kunden zur Bank und stärkt die Bindung zum Kunden. Wenn wir es richtig angehen, können wir in der persönlichen Kundenberatung besonders stark punkten. Jedoch wünschen sich die Kunden auch hier einen höheren Grad an Digitalisierung, effiziente Prozesse und einfachen Service.

Wie Regionalbanken optimal für 2025 gerüstet sind

Wie müssen sich die Institute aufstellen, um im Jahr 2025 optimal gerüstet zu sein?

Wissen über Kundenwünsche steht im Vordergrund

Höchste Priorität hat hier das Wissen über unsere Kundenwünsche und den regionalen Markt. Dabei ist mit 2025 nicht das Ende zu definieren, sondern eher nur der nächste Schritt. Hier haben insbesondere die Genossenschaftsbanken einen großen Vorteil, den es zu nutzen gilt. Wer kennt die Region besser als die Regionalbank vor Ort?

Unterstützung durch KI und Smart Data

Mit Unterstützung von KI und Smart Data ist es möglich die Kunden punktgenau auf ihre Wünsche anzusprechen. In jedem Fall gilt es den Datenschutz zu gewährleisten. Dabei muss der Datenschutz jedoch beginnen aus Verbraucherschutz keine Verbraucherüberforderung entstehen zu lassen.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Wir müssen in Zukunft noch schneller, agiler und flexibler reagieren. Neben den Wünschen der Kunden ist es auch notwendig, die Kunden zur richtigen Zeit auf den richtigen vom Kunden präferierten Kanälen anzusprechen. Hier besteht noch viel Handlungsbedarf in den Banken.

Veränderungen akzeptieren und wollen

Veränderungsbereitschaft, -kraft und Innovationswille sind die Grundvoraussetzungen, um die Kunden auf ihren Wegen künftig so zu begleiten, dass Genossenschaftsbanken auch künftig als der Finanzpartner wahrgenommen wird.

Kurze Entscheidungswege und Vernetzung

Kurze Entscheidungswege in den Genossenschaftsbanken sorgen für schnelle Umsetzungsmöglichkeiten in der Bank und für den Kunden. Durch die Vernetzung der Genossenschaftsbanken in Deutschland, wie zum Beispiel über die Interessengemeinschaft für kleine und mittlere Banken, kann es gelingen von den Stärken der Kollegen zu profitieren und Innovationen schneller zu erkennen.

Im Bereich der Digitalisierung ist vor allem unsere IT-Dienstleister die Atruvia AG stark gefordert. Aber keine Bank kann sich selbst aus der Verantwortung zu diesem Thema nehmen. Dabei müssen vor allem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mitgenommen werden.

Stellschrauben zur Zielerreichung

Welches sind die entscheidenden Stellschrauben/Projekte/Themen, um dies zu erreichen? Hier gibt es mehrere große Projekte, die umgesetzt und weiter vorangetrieben werden müssen:

Neues Kernbanksystem

Die Entwicklung des neuen Kernbanksystems durch die Atruvia nimmt in Bezug auf die Digitalisierung und zentrale Kundenschnittstelle eine zentrale Rolle ein.

Smart Data für eine effizientere Marktbearbeitung

Zum datengestützten Vertrieb durch Smart Data für eine effizientere Marktbearbeitung im Sinne der Erfüllung von Kundenwünschen wurde in der Genossenschaftlichen Gruppe die TRUUCO GmbH gegründet. Hier sehen wir ein großes Asset für die Zukunft.

Und bei Zukunft ist vor allem an Innovation und Geschäftsmodellerweiterung zu denken. Deswegen wird die Aufgabe des neuen Innovationsunternehmens in der Genossenschaftlichen Finanzgruppe, der amberra GmbH, eine wichtige Rolle für die Zukunftsfähigkeit und Modernität unserer Geschäftsmodelle bekommen.

Mitarbeiterbindung und -gewinnung

Ein weiteres Thema wird die Mitarbeiterbindung und das Gewinnen von neuen Fachkräften sein. Der obligatorische Obstkorb am Arbeitsplatz wird hier in Zukunft nicht mehr ausreichen. Die Erwartungshaltung von bestehenden, aber auch neuen Mitarbeitern ist hoch.

Ich erlebe aber auch eine sehr hohe Leistungsbereitschaft. Junge, aber auch erfahrene Mitarbeiter wollen beruflich Top-Leistung abliefern. Eine funktionierende Unternehmenskultur, die mit den persönlichen Werten der Menschen und deren Lebensvorstellung übereinstimmt, wird heute und morgen bei vielen Mitarbeitern als zentrales Kriterium für die Wahl des Arbeitsplatzes genannt. Daran gilt es in jedem Unternehmen zu arbeiten.

Prozessmanagement und -optimierung

Digitalisierung, fehlende Mitarbeiter und steigende Kosten führt automatisch zur nächsten Herausforderung, der Prozessoptimierung. Hier werden KI, Robotics, No-Code-Lösungen und viele weitere „Digitalisierungs- und Automatisierungshelfer“ die Welt des Prozessmanagements und dessen Anwendung verändern.

Nachhaltigkeit im Fokus

Nicht zuletzt gilt es den nun schon andauernden Dauerthema Nachhaltigkeit mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Die Kunst dabei wird jedoch darin entstehen, Nachhaltigkeit ernsthaft und greifbar so zu leben, dass es regional und wirtschaftlich sinnvoll ist und dabei nicht nur ein Moloch an Bürokratie entsteht.

Welche Herausforderungen gilt es dabei zu bewältigen?

Der Umgang mit der digitalen Transformation stellt viele Genossenschaftsbanken aber auch Sparkassen immer wieder vor neue Herausforderungen. Hier ist es unerlässlich die Attraktivität als Arbeitgeber immer wieder auf den Prüfstand zu stellen und neue Wege einfach mitzugestalten. Auch hier sehe ich die Bündelung der Kräfte in unserer Interessengemeinschaft als ein Erfolgsfaktor. Frei nach Friedrich Willhelm Raiffeisen: „Einer für Alle – Alle für einen.“

Die massiven aufsichtsrechtlichen Anforderungen an kleine Banken, zu denen aus europäischer Sicht quasi alle Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland gehören, wachsen ständig an. Unsere nationale Regulatorik wird immer weiter europäisiert. Der digitale Euro wird uns in den nächsten Zeit beschäftigen. Hier gilt es die Zahlungsverkehrserträge in den Häusern zu sichern.

Ebenso gilt es zu überlegen, ob Fusionen zu sehr großen Genossenschaftsbanken Sinn machen und wie viel unserer eigenen DNA noch erhalten bleibt. Wie weit können die regionalen Stärken dann noch gelebt werden? Welche neuen Wege gerade durch Digitalisierung geschaffen werden, kann ich heute nicht beurteilen. Ich bin mir sicher, dass fusionieren nicht immer die richtige oder einzige Lösung ist, um die zukünftigen Herausforderungen zu bewältigen. Das beweisen viele kleinere und mittlere Banken jeden Tag.

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    Über den Autor

    Hendrik Freund

    Hendrik Freund ist Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank im Grabfeld eG und Bundessprecher der Interessengemeinschaft kleiner und mittlerer Genossenschaftsbanken e.V., die ca. 300 Mitglieder umfasst.

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