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Neun Fragen für erfolgreiche Innovationen

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Wege zu mehr Erfolg

Erfolgreiches Innovationsmanagement in Banken und Sparkassen

Fragestellungen für ein erfolgreiches Innovationsmanagement in Banken und Sparkassen

Innovation ist eine der Grundvoraussetzungen für Erfolg. Doch wie wird man zu einem erfolgreichen Innovator? Dinge zu hinterfragen ist eine der Erfolgsvoraussetzungen, doch welches sind die richtigen Fragen, die es zu stellen gilt?

Neugier und Veränderung

Eine der wichtigsten Voraussetzungen, um erfolgreich innovativ zu sein, ist Neugierde. Dazu gehört das beständige Fragen und Hinterfragen, nicht als Selbstzweck, sondern um zu lernen und durch das Infrage stellen, Dinge zu bewegen. Um etwas zu verbessern, muss man etwas verändern sagte einst Georg Christoph Lichtenberg. Und Einstein soll gesagt haben „Es ist verrückt, die Dinge immer gleich zu machen und dabei auf andere Ergebnisse zu hoffen“.

Der Innovationstrichter beschreibt den Weg von der Idee zur Innovation

Der beschwerliche Weg zur Innovation

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Quelle: Tom Fishburne

Die richtigen Fragen stellen

Nicht jede Veränderung ist eine Veränderung zum besseren und nicht jede vermeintlich gute Idee wird zu einer erfolgreichen Innovation. Die besondere Herausforderung besteht jedoch zweifelsfrei gerade darin, erfolgreiche Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Wie also sollte man vorgehen?

Ein wichtiger Teil eines erfolgreichen Innovationsmanagements besteht im Stellen der richtigen Fragen. Die folgenden neun Fragestellungen decken ein breites Spektrum an Möglichkeiten ab.

Was wäre wenn?

Peter Drucker, der als Pionier der modernen Managementlehre gilt, hinterfragte kritisch „Wenn wir die Dinge nicht bereits so tun würden, wie wir sie tun, wäre dies die Art und Weise, wenn wir unser Geschäft neu beginnen?“.

Gehen Sie bei Ihren Überlegungen häufiger vom „Grüne Wiese“ Ansatz aus. Auch wenn dieser sich nicht immer umsetzen lässt, hilft er doch häufig neue Kreativitätspotentiale zu erschließen.

Was ist unser Geschäft?

Ted Levitt, deutscher Emigrant und Professor an der Harvard Business School prägte 1983 den wirtschaftswissenschaftlichen Begriff der Globalisierung. Auf ihn geht die strategische Fragestellung zurück: „In welchem Geschäft sind wir wirklich tätig?“.

Gablers Wirtschaftslexikon definiert die folgenden vier unternehmerischen Funktionen für eine Bank:

  • Umtauschfunktion: Schaffung von Möglichkeiten des Tauschs liquider Mittel unterschiedlicher Form und/oder Qualität.
  • Depotfunktion: Verwahrung liquider Mittel über bestimmte Zeiträume.
  • Transportfunktion: Räumliche Übertragung monetärer Mittel.
  • Finanzierungsfunktion: Zeitweilige Überlassung von Geld oder Kredit an Dritte.

Abstrakt betrachtet ist die zweifelsfrei richtig, aber beschreibt dies tatsächlich den Geschäftsinhalt einer Bank?

Schon vor über 30 Jahren gab es die Auffassung, dass das Geschäft von Banken im Wesentlichen ein Geschäft mit Informationen sei. Das dürfte heute mehr als damals zutreffen. Aber jede Bank muss Ihren jeweiligen Geschäftsauftrag individuell für sich definieren. Dies ist nicht nur für ein erfolgreiches Innovationsmanagement notwendig, sondern essentielle Grundlage des strategischen Managements.

Was sollte der CEO tun?

Andy Grove, der legendäre Mitbegründer und Chef von Intel, stellte einst die Frage „Wenn der Aufsichtsrat einen neuen Vorstandsvorsitzenden beruft, was denken Sie sollte der tun?“. Damit wollte er nicht nur andere zum Denken anregen sondern auch deutlich machen, dass er selbst offen für neue und ungewöhnliche Ideen und Vorschläge ist.

Welches Problem wollen unsere Kunden lösen?

Von Steve Jobs stammt der Satz „Es ist nicht die Aufgabe des Kunden, zu wissen, was er braucht“. Und Henry Ford sagte einst, „Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt schnellere Pferde“.

Auch Banken sollten sich bei der Entwicklung neuer Produkte zunächst fragen, welche Bedürfnisse ihre Kunden haben und wie diese gelöst werden können und erst danach, wie der dahinter liegende Business Case den Ertrag für die Bank mehren kann.

Wie viele Menschen sind nicht unser Kunde weil sie unser Angebot nicht verstehen, es sich nicht leisten können oder sie keinen bequemen Zugang dazu haben?

Die Idee der Nettobank war es, die herkömmlich exklusive Leistung Vermögensverwaltung einer breiteren Kundenschicht auf einem einfachen Weg zu geringen Kosten anzubieten. Bis heute verstehe ich nicht, warum die schweizerische Raiffeisengruppe dieses faszinierende Konzept nicht weiterführt. Yavalu hat hierzulande einen ähnlichen Ansatz verfolgt und seit einiger Zeit versucht es die Quirin Bank mit Quirion.

Immer wieder belegen Studien und Befragungen, dass den Menschen das Bankgeschäft zu kompliziert oder zu teuer erscheint. Einfaches Banking nah am Menschen sollte das Ziel sein.

Was würden wir tun, wenn wir unsere Bank auf den Kopf stellen müssten?

Die digitale Revolution verändert Produkte und Geschäftssysteme teilweise in nie dagewesener Art und Weise. Das Stichwort dazu lautet „disruptive Innovation“, Trends, die Unternehmen und sogar ganze Branchen tiefgreifend verändern.

Ein Beispiel ist die mobile Herausforderung, der sich derzeit die Banken und Sparkassen stellen müssen. Beim mobilen Bezahlen werden sie mit neuen Wettbewerbern konfrontiert, die mit neuen, anderen Geschäftsmodellen den Banken die Kundenbeziehung streitig machen. Noch kann ich hier keine schlüssigen Antworten aus der Kreditwirtschaft erkennen.

Wo gibt es gute Beispiele für die Bewältigung unserer Herausforderungen?

Gutes Innovationsmanagement besticht durch schnelles Time-to-Market, also die schnelle Umsetzung einer Idee in ein erfolgreiches, Ertrag bringendes Produkt. Der Volksmund sagt, man muss das Rad nicht neu erfinden. Dennoch tun viele Unternehmen genau das und Banken und Sparkassen sind meist vorne mit dabei, vor allem, da sie sich oft damit schwer tun, gute und umsetzungsfähige Konzepte einzukaufen.

Picasso hat es einst so formuliert: „Gute Künstler kopieren, große Künstler stehlen“. Auch Apple brilliert nicht nur durch geniale Erfindungen sondern vor allem durch die geniale Zusammenführung von guten Erfindungen und Ideen.

Solche Ideen und Lösungen können aus anderen Branchen, Ländern oder von anderen Unternehmen kommen.

Was können wir besser als andere?

Geschwindigkeit alleine genügt nicht. Innovationen sollten auf bewährten Stärken aufbauen. Dazu ist es notwendig, diese zu identifizieren und weiterzuentwickeln.

Solche Stärken können u.a. in der Marke (z.B. Sparkasse), einem bestimmten Vertriebskanal (z.B. Direktbanken) oder im Zugang zu einer bestimmten Technologie liegen.

Welches sind die kritischen Erfolgsfaktoren?

Nicht jede Innovation ist auch ein Erfolg. Es kommt darauf an, rechtzeitig die Spreu vom Weizen zu trennen. Dies wäre einfach, gäbe es immer ein absolutes Richtig oder Falsch. In der Realität muss man Annahmen treffen und die Unsicherheiten bei einer Innovation frühzeitig abtesten. Meist sind (kleine) Anpassungen erforderlich, um den Erfolg zu sichern.

Wie können wir besser und effizienter lernen?

Zu einem erfolgreichen Innovationsmanagement gehört das richtige Lernen und Antizipieren untrennbar dazu. Dabei kommt es u.a. auf Effizienz und vertretbare Kosten an. Dabei gibt es einfache Wege, wie z.B. Tests am Konsumenten oder ein überschaubarer Expertenpool, auf den man bei Fragen schnell und unkompliziert zugreifen kann.

Innovationsmanagement ist nicht einfach

Niemand behauptet, dass erfolgreiche Innovation oder ein erfolgreiches Innovationsmanagement einfach seien. Aber man muss die Dinge auch nicht unnötig komplizieren. Es kommt wie so oft im Leben nicht nur darauf an, dass man Dinge richtig tut, sondern auch darauf, dass man die richtigen Dinge tut.

Ach ja, und bevor Sie fragen, wer diese Fragen stellen sollte: Am besten der CEO, der sollte es vorleben. Noch besser ist aber eine Innovationskultur in der alle Beteiligten diese Fragen offen und unvoreingenommen miteinander diskutieren.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers.Aktuell bietet er Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management und Beratung/Consulting an und vertritt die Firma Meniga, einen innovativen Anbieter von White-Label-Lösungen für Persönliches Finanz Management (PFM) im deutschsprachigen Teil Europas.Darüber hinaus hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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3 Kommentare

  1. Der Bankensektor ist eine Branche für sich. An sich gibt es viele Möglichkeiten für Innovationen, allerdings habe ich schon so viele Führungsverantwortliche kennengelernt, die einfach nicht genügend Mut für Veränderungen haben.

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