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Auf die Kultur kommt es an

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Herausforderung für Mitarbeiter und Führungskräfte

Eine der wichtigsten strategischen Erfolgsvoraussetzungen von Unternehmen im Wettbewerb ist die (richtige) Unternehmenskultur. Zugleich stellt sie eine der größten Herausforderungen für Mitarbeiter und Führungskräfte dar.

Erfolgreiche Gestaltung der Unternehmenskultur

Mitarbeiter und Führungskräfte müssen gemeinsam daran mitwirken, eine Unternehmenskultur erfolgreich zu gestalten
© Shutterstock

Kennen Sie das? Sie sind nun schon ein halbes Jahr in einer neuen Abteilung tätig und mit einem Mal lädt Sie ein Kollege ein, doch mal am Abend mit in die Eckkneipe zu kommen, dem Stammlokal der Führungskräfte. Erleichterung macht sich breit. Endlich wissen Sie, dass Sie dazu gehören! Die Einladung bzw. das Treffen ist Teil der Abteilungskultur.

Kultur oder Strategie? Was ist wichtiger?

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“Culture Eats Strategy for Breakfast” soll Peter Drucker gesagt haben, um damit zum Ausdruck zu bringen, dass die richtige Kultur für ein Unternehmen wichtiger ist als eine ausgefeilte Strategie.

Eine Unternehmenskultur kann zu einem echten Wettbewerbsvorteil für ein Unternehmen werden, was diejenigen, die dies verstanden haben, bestätigen: Ginni Rometty, die CEO von IBM wird mit dem Satz zitiert „Unsere Kultur ist unser wichtigster Aktivposten“. Ins gleiche Horn bläst der Chef von Starbucks, Howard Schultz: „So viel von dem, was Starbucks erreicht hat, beruht auf unseren Mitarbeitern und der Kultur, die sie geschaffen haben“.

Doch was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff und wie wird Kultur geschaffen?

Inhalte einer Unternehmenskultur

Elemente der Unternehmenskultur

Viele Elemente prägen die Unternehmenskultur

Kultur im Unternehmen oder die Subkultur in einer Abteilung besteht aus einer Vielzahl ungeschriebener Erwartungen, Werte und Normen. Dazu gehören u.a.

  • Rituale und Zeremonien (wie z.B. Beförderungsfeiern der Abteilung),
  • Geschichten, Legenden und Helden („weist Du noch, wie damals der Meier den Vorstand über den Tisch gezogen hat“)
  • Regeln, Politik, Sprüche (keine Button-down Hemden oder nur button-down Hemden)
  • Sprache und Verhalten (besonders beliebt sind hier Abkürzungen, die für außenstehende absolut keine Bedeutung haben)
  • Symbole (z.B. nur Mercedes als Dienstwagen, um sich intern als Dazugehöriger einer Abteilung auszuweisen)

Welche Kultur ist die richtige?

Letztlich sollte die Kultur zur Strategie passen. Ohne hier in ein Fettnäpfchen treten zu wollen: Eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sollte eine andere Kultur haben als ein Internet Startup und hat sie in der Regel auch.

Die folgenden vier bewusst generell gehaltenen Fragen geben Ihnen Hinweise auf mögliche Ansatzpunkte:

  1. Welche Werte verkörpert unsere Unternehmenskultur?
  2. Welche Werte sollte unsere Unternehmenskultur in Zukunft verkörpern um erfolgreich zu sein?
  3. Für welche Verhaltensweisen und damit gelebten Werte wird man in unserem Unternehmen belohnt?
  4. Welche gezeigten und erlebten Werte würden Ihre wichtigsten Kunden Ihnen für Ihr Unternehmen nennen?

Wer ist für Kulturfragen verantwortlich?

Letztlich jeder Mitarbeiter, einzeln und in der Summe. Eine ganz entscheidende Rolle spielen jedoch diejenigen, die oft am wenigsten mit dem Thema anfangen können, weil es ihnen zu unkonkret ist: Die Führungskräfte, allen voran der CEO.

Ihnen kommt eine Hauptaufgabe bei der Kulturgestaltung zu. So sagt z.B. Steve Balmer von Microsoft „Alles was ich tue, ist das, was wir kulturell wollen, zu unterstützen und zu verstärken.“

Kulturelles Vorleben und kulturelle Gestaltung sind Aufgaben, die nicht delegierbar sind.

Einigem konkrete Beispiele gefällig?

  • Wenn Sie wollen, dass Ihr Unternehmen mehr Kundenorientierung zeigt, dann sollten Sie sich deutlich für alle sichtbar, möglichst oft selbst mit Kunden treffen.
  • Wenn Sie ein Zeichen für Kosteneinsparung setzen wollen, dann sollten Sie nicht im selben Moment die neue S-Klasse als Dienstwagen bestellen, auch wenn diese noch so toll ist.
  • Wenn Sie eine andere Sitzungskultur in Ihrem Unternehmen wünschen, sollten Sie selbst die Art von Sitzungen einberufen und leiten, die Sie anstreben.

Wie schaffe/verändere ich Kultur?

Es gibt zahlreiche Ansätze zur Gestaltung und Veränderung einer Unternehmenskultur. Die vielleicht wichtigsten sind folgende:

  • Suchen Sie sich ein paar wenige Verhaltensweisen heraus, die Sie im Hinblick auf die strategischen Ziele für wichtig halten.
  • Setzen Sie Ihre Vorbildaktion aktiv ein, indem Sie sich diese Verhaltensweisen selbst zu Eigen machen.
  • Versuchen Sie dabei auch emotionale Signale zu senden.
  • Achten Sie auf Nachhaltigkeit, indem Sie andere in ihrem Verhalten beobachten und dafür loben, wenn sie Ihnen nacheifern.

Weitere Hinweise finden Sie u.a. im Beitrag „Wie Vorgesetzte die Unternehmenskultur beeinflussen können“.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers.Als Experte für Digitalisierung, Innovation und Vertrieb hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland und bietet Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management sowie Beratung/Consulting an.

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