Regulierung von Buy Now, Pay Later eröffnet Chancen für Banken

Wachstum durch neue Geschäftsfelder

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Buy Now, Pay Later ist bei Verbrauchern beliebt. Nahtlos in den Checkout eingebunden, ist das Einkaufserlebnis einfach, sicher und attraktiv. Es bietet auch Banken und Payment Service Providern Vorteile. Insbesondere Banken profitieren von der neuen Regulierung.

Buy Now, Pay Later: Bequem einkaufen, später bezahlen

Buy Now, Pay Later ist eine bei Verbrauchern beliebte Zahlungsmethode. Durch die anstehende Regulierung der EU-Kommission ergeben sich Chancen für Banken, ihr Portfolio, um ein weiteres

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Die Grundzutaten von Buy Now, Pay Later (BNPL) – Rechnungskauf, Ratenkredit und eine reibungslose Customer Experience – gibt es schon länger. FinTechs haben diese Zutaten in den letzten Jahren erfolgreich zu einer neuen Finanzdienstleistung zusammengeführt. Der Erfolg von BNPL ist auch eine Folge des Booms von E-Commerce: Noch 2016 lag laut Deloitte der Anteil von BNPL am Onlinehandel weltweit bei lediglich 0,4 Prozent. Dieser Anteil stieg bis 2023 um mehr als das Siebenfache auf 3 Prozent. Insgesamt wird laut Deloitte bis 2030 eine jährliche Wachstumsrate von 43,8 Prozent prognostiziert, wodurch der BNPL-Markt dann auf 3,2 Billionen US-Dollar anwachsen wird. Die steigende Nachfrage bietet erhebliches Potential als Ergänzung im Portfolio von Banken und weiteren Unternehmen wie Payment Service Providern und Händlern.

Kundenfreundliche Bezahlmethode (noch) ohne Banken

Der klassische Rechnungskauf erfährt derzeit eine Renaissance in modernem Gewand: Dieser wird mit optionalen flexiblen Ratenkrediten kombiniert und in einer ansprechenden Customer Experience zu BNPL verpackt.

Die Beliebtheit von BNPL sorgt für höhere Konversationsraten aufseiten der Händler. Dies führt zur Steigerung des durchschnittlichen Warenkorbwerts und letztlich zu Umsatzsteigerungen. Zahlreiche Händler bieten die Zahlungsoption BNPL bereits an, da Kunden Online-Shops oftmals im Voraus nach der zur Verfügung gestellten Zahlungsmethode auswählen.

BNPL: Kundenmagnet durch reibungslose Customer Experience

Buy Now, Pay Later bringt durch die einfache Anwendung für den Kunden neue Umsatzchancen mit sich.

Händler, die nach BNPL-Lösungen suchen, um diese in ihren Shop zu integrieren, werden derzeit häufig bei FinTechs wie Klarna, PayPal oder Afterpay fündig – nicht bei Banken. Denn die meisten Banken haben bisher keine eigenen BNPL-Angebote am Markt. Möchten Händler BNPL-Lösungen von Banken in ihre Online-Shops integrieren, stärkt ein solches Angebot die Kundenbeziehung zur eigenen Hausbank und Kreditinstitute profitieren von zusätzlichen Einnahmequellen. Händler zahlen eine Transaktionsgebühr und – im Falle eines subventionierten Geschäftes – eine Zinsdifferenz an die Bank, damit sie die Kaufsumme sofort erhalten. Darüber hinaus zahlen Kunden, die verspätete Zahlungen leisten oder zusätzliche Dienstleistungen, wie eine Kreditverlängerung in Anspruch nehmen, Zinsen.

Neue Regulierung spielt Banken in die Hände

Der Zeitpunkt war nie besser, aktiv zu werden und die Vorteile auch für sich zu nutzen. Zurzeit steht eine neue Regulierung der EU-Kommission in den Startlöchern, die insbesondere Auswirkungen für BNPL-Anbieter aus der FinTech-Ecke haben wird. Bisher waren BNPL-Kredite unter bestimmten Bedingungen (z.B. nur drei Raten oder unter 200 EURO) oftmals zins- und gebührenfrei und nicht den für Banken üblichen Regeln für Verbraucherdarlehen unterworfen. Das bedeutet, dass für die sogenannten Minikredite keine Bonitätsprüfung nötig und keine Informationspflicht vorgeschrieben war.

Diese Ausnahmen fallen bald weg, denn ein Entwurf der EU-Kommission sieht vor, auch BNPL den konsumentenschützenden zivilrechtlichen Regeln für Verbraucherdarlehen zu unterwerfen. In diesem Fall sind dann auch für die sogenannten Minikredite Bonitätsprüfungen nötig, und eine bessere und umfassendere Informationspflicht muss erfüllt werden. Wenn sich Kunden also für einen BNPL-Kredit entscheiden, müssen diese künftig umfassend aufgeklärt werden, eine eindeutige Einwilligung erteilen können und eine rechtssichere Dokumentation erhalten. Diese Schritte müssen allerdings in den Kaufprozess integriert werden, ohne die Customer Experience zu stören oder gar zu unterbrechen. Vor den bisherigen BNPL-Champions liegen also größere Herausforderungen.

Buy Now, Pay Later überzeugt auf beiden Seiten

Buy Now, Pay Later: Simpel für den Kunden, lukrativ für Banken.

Banken können die neue Regulierung somit als Chance begreifen. Die neuen Regeln werden dafür sorgen, dass sich etablierte Finanzinstitute und FinTechs auf einem ebenen Spielfeld begegnen, auf dem alle Anbieter gleichermaßen in die Pflicht genommen werden. Etablierte Banken haben die Gelegenheit, ihre langjährige Erfahrung in puncto Bonitätsprüfung und Informationspflicht auszuspielen und Teile dieses attraktiven Marktes zu besetzen. Darüber hinaus verfügen sie über einen guten Bekanntheitsgrad, sind seit Jahrzehnten aktiv und entsprechend vertrauenswürdig. Während junge Unternehmen diesen Aspekt erst einmal meistern müssen, haben Banken in der Regel keine Probleme, die voraussichtlich bald geltenden Anforderungen zügig umzusetzen. Außerdem kennen die Banken die verschiedensten europäischen Reporting-Anforderungen im Payment-Umfeld.

Heimspiel der Banken

Warum sind Banken trotzdem (noch) keine BNPL-Vorreiter? Da sie die erste Welle nicht mitgenommen haben, verfügen Banken heute meist über kein eigenes BNPL-Angebot. Zudem erschweren die in die Jahre gekommenen und oftmals stark fragmentierten Systemlandschaften es den Banken enorm, die notwendigen Bausteine zu einer attraktiven BNPL-Lösung zu verknüpfen. Dabei sind die bankeigenen Backend-Systeme durchaus in der Lage, die benötigten Anforderungen abzubilden. Es fehlt allerdings oftmals an einer benutzerfreundlichen Kundenschnittstelle. Diese technische Brücke muss zunächst noch hergestellt werden.

Mit digitalen Antragsstrecken können Kreditanträge erheblich vereinfacht werden

Papierlastige Kreditanträge können zum Vorteil für Kunden und Banken durch flexible IT-Lösungen digitalisiert werden.

Flexible IT-Lösungen und digitale Antragsstrecken sind mögliche Antworten auf den Umgang mit veralteten Systemen und der erweiterten Regulierung. Ein Frontend-Multitool erlaubt genau an den notwendigen Stellen im Prozess eine Integration der Anforderungen sowie eine schnelle Abwicklung eines BNPL-Kredits. Ebenso können stets aktuelle Vertragsunterlagen bereitgestellt werden.

Wenn Banken jetzt beginnen, kundenfreundliche Lösungen zu entwickeln, ist es ratsam, sich einen erfahrenen Partner mit ins Boot zu holen, der über das notwendige Know-how im Bereich Payment und Banking verfügt. Dazu sollte dieser eine umfassende Expertise zu regulatorischen und datenschutzrechtlichen Fragen von heute und morgen aufweisen können.


Erfahren Sie mehr zum Thema Buy Now, Pay Later und laden Sie hier das neue Whitepaper „Einführung und Optimierung von BNPL zur Kundengewinnung und Umsatzsteigerung“ von Syngenio herunter.


Florian Barthel - Principal Business Consultant, Syngenio AG

Florian Barthel

Florian Barthel ist Koautor des Beitrags. Er ist Principal Business Consultant bei der Syngenio AG und Experte auf den Gebieten Payment und Banking. Er war zuvor u.a. Teamleiter bei VÖB-ZVD Processing.

 

Über den Autor

Mark Spiessl

Mark Spiessl ist Principal Business Consultant bei der Syngenio AG und Experte auf den Gebieten Payment und Banking. Er war zuvor in verschiedenen Führungspositionen, u.a. für Payback und die Bayern Card Services GmbH tätig.

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