Stehen Ihnen die Kosten auch bis zum Hals?

Ein 5-Punkte-Plan für richtiges Kostenmanagement

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Wenn Ihre Kosten langsamer sinken, als Ihre Erträge einbrechen, Ihre Cost-Income-Ratio wächst und Sie bereits ohne Finanzkrise Probleme haben, sind Sie in bester Gesellschaft. Leider hilft es wenig zu wissen, dass man gemeinsam untergeht. Ein 5-Punkte-Plan zeigt, was zu tun ist.

5-Punkte-Plan für konsequentes Kostenmanagement in Banken

Der 5-Punkte-Plan für konsequentes Kostenmanagement.

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Der folgende 5-Punkte-Plan zeigt, wie Banken und Sparkassen beim Thema Kostenmanagement zielorientiert und konsequent vorgehen sollten.

1. Lösen Sie die Hoffnungs-Bremse

Solange Sie nichts ändern, ändert sich nichts. Die eigentliche Schlüsselfrage für jeden Morgen lautet: Was mache ich heute anders als gestern, damit sich etwas ändert?

Machen Sie sich nichts vor, wenn es nicht funktioniert, dann sind Sie es. Sie haben Ihre Bank nicht auf Kurs gehalten. Das war nicht der Markt, die Konjunktur, das Internet, die EZB, die niedrigen Zinsen oder die überbordende Regulatorik, nicht unwillige Mitarbeiter oder undankbare Kunden, auch nicht die komplexe IT oder Donald Trump. Es war auch nicht der Eisberg, der die Titanic versenkt hat, sondern ein Kapitän (kurz vor der Pension), der bei Nacht und Nebel mit einem schlecht ausgerüsteten Schiff über den gefährlichen Nordatlantik raste und hoffte, dass alles gut gehen werde. Nein, wir sind keine Opfer. Wir haben immer eine Wahl. Also, was machen Sie morgen anders?

Die Kehrseite der Hoffnung ist, dass sie wie eine Bremse im Kopf wirken kann. Sie lässt erstarren, abwarten. Und wenn die Hoffnung zuletzt stirbt, dann bremsen Sie sich bis es zu spät ist. Setzen Sie Ihre Hoffnung lieber auf Veränderungen, die Sie selbst antreiben. Die gute Nachricht ist, dass Sie kein Opfer sind, sondern aktiv handeln können – jetzt.

2. Akzeptieren Sie Ihr Scheitern

Machen Sie Kassensturz. Aus der Praxis höre ich viele Begründungen, warum „man“ nichts tun kann: Das Zentralinstitut gibt ja alles vor, inklusive IT, so dass „einem die Hände gebunden sind“. „Man“ kann es sich nicht leisten, dass Mitarbeiterentlassungen in der Zeitung stehen. „Man“ ist zu klein für die anstehenden Investitionen…

Sie erfinden da Scheinargumente, um sich selbst zu beruhigen und – um abzuwarten. Denn tatsächlich sind Sie für Ihre Bank und deren schlechte GuV verantwortlich und niemand sonst. Jetzt werden Marktanteile neu verteilt. Ihrer scheint aktuell ja zu sinken. Wie lange schauen Sie noch zu?

Akzeptieren Sie, dass Sie gescheitert sind und jetzt handeln müssen. Das setzt Energie frei. Veränderung bedeutet Mühe und Kampf gegen Widerstände. Dafür brauchen Sie diese Energie jetzt.

3. Leben Sie Werte und vergessen Sie Change Management

Akzeptieren Sie, dass Sie klare, vielleicht harte und vor allem widerspruchsfreie Entscheidungen treffen müssen. Bleiben Sie fair, menschlich und immer berechenbar. Veränderungen betreffen viele Menschen: Mitarbeiter, Kunden, Eigentümer und die Öffentlichkeit. Gerade Ihre Mitarbeiter verdienen Respekt, denn es geht um ihre Lebensträume, Karrieren und Familieneinkommen.

Das sollte Sie aber nicht davon abhalten, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Kommunizieren Sie von Anfang an klar und offen. Menschen sind nicht dumm. Sie verstehen Argumente und sie erkennen, ob jemand aufrichtig ist oder nicht. Helfen Sie Ihren Mitarbeitern sich neu zu sortieren und den Umstieg in die neue Lebensphase zu meistern – in die eigene, berufliche, digitale Zukunft.

Das kostet Sie Zeit und Anstrengung, wird Ihnen aber umso mehr gedankt werden, weil Sie Menschen als Menschen behandeln und weil jeder eine klare Perspektive erhält. Erfolgreiche Veränderung braucht eine Kultur der konstruktiven Offenheit. Diese hat nur dann eine Chance, wenn Sie sie selbst vorleben. Mitarbeiter werden immer die Kultur nachleben, die Sie vorleben, egal, was Sie offiziell „verordnen“. Deshalb scheitert bemühtes Change Management sehr oft, weil sich niemand Zeit für echte Kommunikation nimmt, weil eine Show für die Mitarbeiter aufgebaut wird, die sich im echten Leben nicht wiederfindet. Leben Sie echte Werte ganz ohne Formalitäten, aber tun Sie es und nehmen Sie sich die Zeit dafür.

4. Setzen Sie sich ambitionierte und innovativ anspruchsvolle Ziele

Ihr Potenzial ist so groß oder so klein wie Ihre Ziele. Es ist offensichtlich, dass die Finanzbranche seit Generationen erstmals wieder vor einer grundlegenden Erneuerung steht. Die neuen Technologien drehen eine Branche nach der anderen um. Wie viele altehrwürdige Verlage oder Zeitungen gibt es nicht mehr? Wie viele Medienunternehmen, Fotohersteller, Händler, Autozulieferer? Was passiert mit den Innenstädten? Es geht nicht um die nächste Sparrunde, es geht um die nackte Existenz Ihrer Bank.

Die Kunst liegt darin, kurzfristige und langfristige Ziele richtig zu verbinden. Setzen Sie sich Ziele, die Ihnen sofortigen Entlastungsnutzen verschaffen und gleichzeitig langfristig auf dem Weg in die digitale Disruption helfen. Wagen Sie den (groben) Blick in die Zukunft und bewerten damit Ihre heutigen Schritte. Das wird Ihnen helfen, die heutigen Herausforderungen zu lösen und auf dem Weg in die Zukunft immer wieder zwei, drei Schritte zu überspringen.

Vielleicht gleich in die Cloud gehen, bevor Sie ein neues Rechenzentrum bauen? Vielleicht gleich auf Whitelabel-Banking umstellen, bevor Sie ein neues Kernbanksystem anschaffen? Vielleicht gleich nachhaltig lösen, bevor Robotic Process Automation als temporäre Lösung alles noch komplexer macht? Es gibt viele Beschäftigungen mit Glitzereffekt, die Sie von der eigentlichen, nachhaltigen Zukunft ablenken.

Denken Sie z. B. auch daran, dass die digitale Zukunft vor allem dezentral ist. Welche Chancen stecken darin z. B. für Sparkassen, Geno-Banken oder auch bundesweit tätigen Banken, im Gegensatz zu den entstehenden, globalen „GAFATA-Banken“?

5. Beerdigen Sie Ihre Strategieprogramme und handeln Sie konsequent agil

Warten Sie nicht. Ihre Ausgangslage kann nur noch schlechter werden. Aber – übernehmen Sie sich auch nicht. Ihr finanzieller Spielraum ist begrenzt. Ganz praktisch geht es eben doch um die nächste Sparrunde, aber bitte in einem Gesamtkontext zukünftiger Perspektive, nicht als isolierte „Bastelmaßnahme“ aus heutiger Problemsicht.

Stampfen Sie Strategiearbeit mit perfektionistisch-akademischen Zielformulierungen ein, die über komplexe, unkontrollierbare Strategieprogramme umgesetzt werden sollen. Ein wesentliches Element der Zukunft ist ihre Unberechenbarkeit. Genau für diesen Zweck sind die agilen Methoden geschaffen worden: für das iterative „Herantasten“ an Aufträge mit zunächst unspezifischem Endergebnis, wobei die grundsätzliche Richtung klar ist.

Agil heißt nicht „Durchwursteln“. Agil heißt, soweit wie möglich vorauszuschauen und dabei die zunehmende Unsicherheit in fernerer Zukunft zu akzeptieren. Agil ist damit die perfekte Methode für Strategieentwicklung. In diesem Raster zahlen heute notwendige Kostensenkungen auf die zukünftige Disruption ein, Sunk Costs werden vermieden. Jede Maßnahme hat einen klar definierten Nutzen. Die Akzeptanz der Mitarbeiter steigt, weil Erfolge laufend sichtbar werden. Sie investieren nur so viel, wie Sie sich leisten können – und sind damit auf dem besten Weg in Ihre disruptive Zukunft.

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Über den Autor

Markus Alberth

Markus Alberth ist Principal im Competence Center Financial Industries bei Horváth & Partners Management Consultants. Der Praktiker begleitete 19 Jahre lang nationale und internationale Managementverantwortungen in einer großen deutschen Bank in der IT, im Vertrieb, bei einer Bankgründung, in den Risikobereichen und zuletzt als COO und Geschäftsleiter der Kreditfabrik.

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