Die Zukunft der Selbstoptimierung

Sechs neue Trends für Gesundheit und Wellness

Gesundheit und Wellness liegen im Trend. Selbstoptimierung der Menschen wird zum Megatrend. Daraus ergeben sich Produkt- und Service-Innovationen, von denen auch Finanzinstitute profitieren könnten.

Trend zur Selbstoptimierung

Gesundheit und Wellness liegen voll im Trend.

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Verbraucher zeigen zunehmendes Interesse an Fragen rund um Gesundheit und Wohlbefinden. Der Megatrend hinter diesen Themen lautet Selbstoptimierung. Das wirkt sich auch auf Produkte und Dienstleistungen aus, die mit Gesundheit scheinbar wenig oder gar nichts zu tun haben. Viele Unternehmen machen sich diese Entwicklung zunutze. Der Markt ist groß, denn für viele heutige Konsumenten ist Geldausgeben ein wichtiges Mittel auf dem Weg zur Selbstverwirklichung.

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Die Digitalisierung trägt zum Ausleben dieses Drangs zur Selbstoptimierung bei. Sichtbar wird dies z.B. bei immer mehr Menschen, die rund um die Uhr ein Fitness-Armband tragen und mit der dazugehörenden App Bewegung, Herzschlag, Kalorien und Schlafverhalten analysieren. Die Einkaufserlebnisse in der Online-Welt wecken bei Konsumenten das Bedürfnis, auch in der realen Welt maßgeschneiderte Gesundheitsdienstleistungen in Anspruch zu nehmen.

Sechs neue Trends für Gesundheit und Wellness

TrendWatching ist eine weltweit tätige Firma, die sich zum Ziel gesetzt hat, neue Trends zu entdecken. Im  Zusammenhang mit diesem Megatrend zur Selbstoptimierung haben die Analysten die folgenden sechs grundlegenden Entwicklungen identifiziert.

1. Wohlfühlumgebung schaffen

Kunden wünschen Angebote zur Steigerung von Gesundheit und Wohlbefinden, ohne dass sie dafür große Anstrengungen unternehmen müssen.

Starbucks hat z.B. in den Niederlanden Cafés mit Lampen ausgestattet, die einen Energieschub bewirken sollen. Qatar Airways stellte kürzlich Flugzeuge mit einer Licht- und Luftdrucksteuerung vor, die dem Jetlag entgegenwirken soll.

2. Maßgeschneiderte Leistungen anbieten

Online-Einkaufserlebnisse wecken bei Konsumenten die Erwartung maßgeschneiderter Gesundheitsdienstleistungen in der virtuellen ebenso wie in der realen Welt. Anbieter können dies nutzen, indem sie auf individuelle Kundenwünsche eingehen.

Das britische Restaurant Vita Mojo beispielsweise bietet Kunden an, ihre Salatzutaten mithilfe von Tablet-PCs selbst zusammenzustellen. Die App „Design My Day“ hilft bei der Gestaltung eines dem Wohlbefinden förderlichen Tagesablaufs.

3. Virtuelle Verwirklichung

Die virtuelle Realität, ein neues Feld im Wellnessbereich, fördert den Bedarf an neuen Diagnoseinstrumenten wie virtuellen Arztbesuchen oder Hörtests per Smartphone. Firmen bieten Techniken in der virtuellen Realität an, welche die physische, kognitive und emotionale Gesundheit in der realen Welt verbessern.

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So bietet z.B. Ceverum Gehirntrainingsspiele an, die Wahrnehmung, Gedächtnis, Konzentrationsfähigkeit und Reaktionsvermögen verbessern sollen.

4. Verteilte Diagnoseinstrumente

Dahinter verbergen sich neue, innovative und einfache Wege, Gesundheitslösungen in Anspruch zu nehmen. Konsumenten wünschen sich neue Gesundheits- und Wellnesskanäle, zum Beispiel virtuelle Arztbesuche oder Hörtests via Smartphone. Virtuelle Arztbesuche können in vielen Fällen einem Praxisbesuch ersetzen.

Mobile App statt Arztbesuch

Bereits Realität: Der Arztbesuch via Mobile App

5. Wirksamkeitsanzeigen

Verbraucher wünschen sich Produkte und Dienstleistungen, die ihnen sofort zeigen, wie bestimmte Verhaltensweisen ihre Gesundheit beeinflussen. La Roche-Posay bietet z.B. Hautpflaster an, welche die UV-Belastung anzeigen.

6. Zielgruppenuntypische Verbesserung

Das Verhalten von Kunden und Kundengruppen entspricht nicht mehr stereotypen Mustern. Das Unternehmen Moon & Son etwa veränderte den Markt durch die Einführung schicker Yogakleidung für Männer.

Schlussfolgerungen für das Bankmarketing

Banken und Sparkassen müssen nach neuen Wegen suchen, den gesellschaftlichen Trend zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden für sich zu nutzen. Marketingstrategen müssen dazu eingefahrene Vorstellungen davon, welche Produkte welche Konsumentengruppen ansprechen, aufgeben. Ziel muss eine Positionierung im Alltag der Kunden sein. Dazu müssen intelligente und bedarfsorientierte digitale Lösungen angeboten werden, welche Kunden bei der Lösung von Alltagsproblemen sinnvoll unterstützen können.

Ein Beispiel für eine Kombination von Fitness und Bankdienstleistung hatte ich an dieser Stelle bereits vorgestellt: Die russische Alpha Bank bietet ihren Kunden höhere Zinsen bei sportlichen Aktivitäten und zeigt damit wie man sich durch die innovative Koppelung mobiler Apps mit interessanten Bankangeboten als attraktiver Partner im Kundenalltag positionieren kann.


 

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Digitalisierung, Innovation und Vertrieb hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland und bietet Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management sowie Beratung/Consulting an.

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