Wandel darf kein Selbstzweck sein!

Veränderung, Beständigkeit und Kontinuität

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Vor allem dann, wenn eine neue Führungskraft zu einem Team stößt, gibt es die weit verbreitete Meinung, dass es das Wachstum fördert, wenn man alles infrage stellt und verändert. In der Folge kann ein solcher Kreislauf zum Circulus vitiosus werden.

„Change the Bank” - Cartoon

„Change the Bank” darf kein Selbstzweck sein.
© Tom Fishburne

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Keine Frage, neue Ideen sind gut für Unternehmen im Allgemeinen und für Banken und Sparkassen im Besonderen. Oft sind die Strukturen verkrustet. Ein Anschub von außen kann oft Wunder bewirken und häufig auch helfen.

Lange Zeit wurde dabei auf Unternehmensberater zurückgegriffen. Inzwischen greift man immer häufiger auf neue Führungskräfte zurück. Davon können alle Ebenen bis hinauf zum Vorstand betroffen sein. „Neue Besen kehren gut“, sagt zumindest der Volksmund.

Beständigkeit und Kontinuität

Banken brauchen zwar frisches Denken und neue Ideen, um relevant zu bleiben, aber Beständigkeit und Kontinuität werden häufig unterschätzt. Dabei sind gerade für bei Finanzthemen Beständigkeit und Kontinuität wichtig für den notwendigen Aufbau von Beziehungen. Diese basieren auf Vertrauen. Und gerade Geldgeschäfte sind in erster Linie Vertrauensgeschäfte. Zumindest aus Sicht der Kunden.

Daher ist es wichtig, dass Kunden „ihre Bank“ (oder „ihre Sparkasse“) in Kaufsituationen wiedererkennen. Veränderungen, die – direkt oder indirekt – auf den Markt wirken, sollten daher stets kritisch hinterfragt werden.

Dem Druck nach Veränderung standhalten

Vielfach wird allerdings ein Veränderungsdruck aufgebaut. Von einem neuen Vorstand wird oft schlicht erwartet, dass er – gerade am Anfang – vieles hinterfragt. In einer immer kurzlebigeren Welt muss dieses Hinterfragen schnell gehen.

Noch schneller müssen dann meist die Veränderungen selbst vonstattengehen. Nicht selten ohne ausreichende kulturelle Begleitung. Dabei ist seit langem bekannt, dass strategische Veränderungen ohne Kulturwandel wenig erfolgreich verlaufen.

Veränderung ist nicht gleich Erfolg

Zu oft wird auch die Veränderung selbst als Maßstab des Erfolgs bewertet. Schnelle interne oder externe Beförderungen der Verantwortlichen befeuern Veränderungen zusätzlich und sorgen für eine Fortsetzung des Prozesses an anderer Stelle. Hier kann schnell ein Teufelskreis drohen.

Wandel und Veränderung dürfen jedoch nicht zum Selbstzweck werden, sondern müssen stets in eine Strategie münden. Strategie ist jedoch per Definition langfristig angelegt. Um wirklich langfristig und nachhaltig erfolgreich zu sein, ist es daher mitunter zweckmäßig, dem kurzfristigen Druck nach Veränderung standzuhalten.

Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring ist Herausgeber des Bank Blogs und der Finanzbranche seit über 30 Jahren beruflich verbunden. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Strategien in den Bereichen Digitalisierung, Innovation und Vertrieb ist er gefragter Referent und Moderator bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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