5 Voraussetzungen für mehr Tech-Champions in Deutschland

Technologie-Unternehmen zur Sicherung des Wohlstands

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Deutschland steht vor der großen Aufgabe, den bisher erlangten Wohlstand auch für die Zukunft sicherzustellen. Innovative Technologieunternehmen könnten hierzu einen entscheidenden Beitrag leisten. Eine Studie stellt fünf Voraussetzungen vor.

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Deutschland steht vor der anspruchsvollen Aufgabe, den bisher erlangten Wohlstand auch für die Zukunft zu sichern. Ein entscheidender Faktor hierfür ist der hohe Anteil an Tech-Champions. Dies sind Unternehmen, die durch ihre Disruptions- und Innovationskraft überproportional zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum beitragen.

Sie zeichnen sich nicht nur durch ein schnelleres Wachstum im Vergleich zu anderen Firmen aus, sondern investieren auch intensiv in Forschung und Entwicklung. Dadurch tragen sie überproportional zum Wirtschaftswachstum bei.

Deutschland hat zu wenig Tech-Champions

Bedauerlicherweise gibt es in Deutschland jedoch zu wenige dieser Unternehmen, wie eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey zeigt. Mit lediglich 18 Prozent liegt der Anteil der Tech-Champions in den DAX-Indizes nur halb so hoch wie im amerikanischen S&P 500 (33 Prozent). Diese Diskrepanz spiegelt sich auch in der Performance der Leitindizes wider: Der DAX wuchs seit 2015 mit 3 Prozent pro Jahr, was deutlich langsamer ist als der S&P 500 mit 10 Prozent.

Besonders markant ist der Unterschied im Anteil der Tech-Champions unter den 40 größten Unternehmen nach Marktkapitalisierung: In Deutschland gibt es sechs Tech-Champions, während in den USA die Hälfte der Unternehmen in diese Kategorie fallen und zudem eine erheblich höhere Marktkapitalisierung aufweisen.

Chancen durch Neugründungen

Eine Steigerung der Gründungsaktivität um 50 Prozent bis 2030 habe laut Studie das Potenzial, bis zu 500 Mrd. Euro an zusätzlichem Wert für die deutsche Wirtschaft zu generieren und über 200.000 neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Dazu sei u.a. die Verbesserung der Rahmenbedingungen erforderlich. Unternehmen müssen nicht nur technologische Innovationen entwickeln, sondern auch in der Lage sein, diese vor Wettbewerbern zu schützen. Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Forschung, Förderinstrumenten, Investoren, Entrepreneuren und der Politik, um eine robuste Innovationskultur zu etablieren und tragfähige Ökosysteme zu schaffen.

Die derzeit anspruchsvollen makroökonomischen Trends bergen sowohl Chancen als auch Risiken. Obwohl die Gesamtzahl der Start-up-Gründungen in Deutschland im Jahr 2022 um 18 Prozent im Vergleich zu 2021 gesunken ist und es auch weniger Börsengänge gibt, bleibt das Gesamtfinanzierungsvolumen für deutsche Start-ups bislang stabil. Seit 2017 verzeichnet es sogar ein jährliches Wachstum von 33 Prozent. Im Jahr 2022 erreichte die Frühphasenfinanzierung in Deutschland mit 1,4 Mrd. US-Dollar das zweithöchste Niveau aller Zeiten.

F&E liegt in der DNA von Tech-Champions

Tech-Champions investieren dreimal so viel in Forschung und Entwicklung wie andere Unternehmen. Während die Technologieunternehmen im DAX etwa 12 Prozent ihres Umsatzes für Forschung und Entwicklung aufwenden, beträgt dieser Anteil bei anderen DAX-Unternehmen lediglich 4 Prozent.

Dennoch gelingt es anderen Ländern, diese Investitionen in Forschung und Entwicklung noch effektiver in Wachstum umzuwandeln: In den USA verzeichnen die Umsätze der Tech-Champions eine jährliche Steigerung von 16 Prozent, während in Deutschland lediglich 7 Prozent erreicht werden.

Kluft zwischen Grundlagenforschung und kommerzieller Nutzung

Deutschland nimmt zwar eine weltweite Spitzenposition in der Grundlagenforschung vieler Zukunftstechnologien ein Dabei sind die gesamtwirtschaftlichen Forschungs- und Entwicklungsausgaben mit knapp 3,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts höher als in den USA (3,1 Prozent).

Allerdings gelingt es deutschen Unternehmen noch zu selten, die Ergebnisse dieser Forschung kommerziell zu nutzen und in großem Maßstab umzusetzen. Diese Kluft zeigt sich besonders deutlich bei den angemeldeten Patenten, den Börsengängen und der Anzahl der sogenannten Einhörner.

Innovationstreiber Mittelstand

Der deutsche Mittelstand spielt seit jeher eine entscheidende Rolle als Motor für Innovation und Wachstum in der deutschen Wirtschaft. Jedoch zeigt sich seit 2002 ein jährlicher Rückgang von knapp 5 Prozent in der traditionell hohen Anzahl von Innovationen, die aus dem Mittelstand hervorgehen.

Auch die Kommerzialisierung von Innovationen aus der Grundlagenforschung gestaltet sich für den Mittelstand zunehmend schwierig. Die gegenwärtigen makroökonomischen Störungen, wie etwa Unterbrechungen in der Halbleiterlieferkette, zwingen Unternehmen dazu, zu reagieren und ihre Prozesse zu digitalisieren.

Wenn dies erfolgreich umgesetzt wird, könnte der Mittelstand, der bereits einige der heutigen Tech-Champions in Deutschland hervorgebracht hat, seine Rolle als Innovationsmotor erneut stärken und eine solide Grundlage für neue Tech-Champions schaffen.

Voraussetzungen für mehr Tech-Champions

Die Studie identifiziert fünf Erfolgsvoraussetzungen, um mehr Tech-Champions hervorzubringen:

  1. Förderung und Entwicklung regionaler Tech-Hubs;
  2. Förderung der Forschung und Kommerzialisierung von Innovationen;
  3. Entbürokratisierung innovationsrelevanter Prozesse;
  4. Erhöhung der Attraktivität für Wagniskapitalgeber;
  5. Förderung der Standortattraktivität für Tech-Talente.

1. Förderung und Entwicklung regionaler Tech-Hubs

Das Ziel von Tech-Hubs besteht darin, den Unternehmergeist in den Regionen zu stärken und ein unterstützendes Ökosystem für Start-ups bei ihrem Skalierungsprozess zu schaffen.

2. Förderung der Forschung und Kommerzialisierung von Innovationen

Angewandte Forschung in Deutschland wird oft nicht ausreichend vermarktet und kommerzialisiert. Um erfolgreicher zu sein, sollten rechtliche Regelungen und Infrastruktur aktualisiert, Innovationen und Kommerzialisierung an Universitäten gefördert sowie eine Kultur der Innovation und Risikobereitschaft geschaffen werden.

3. Entbürokratisierung innovationsrelevanter Prozesse:

Bürokratische Prozesse, die viel Zeit und Kosten beanspruchen, wie beispielsweise die Gründung einer GmbH oder langwierige Genehmigungsverfahren, machen Deutschland für viele innovative Unternehmen unattraktiv. Eine deutliche Entbürokratisierung von Genehmigungsprozessen und -verfahren sei daher entscheidend, um Innovationen wirksam zu fördern.

4. Erhöhung der Attraktivität für Wagniskapitalgeber

Deutsche Start-ups müssen im Durchschnitt mit weniger Wagniskapital auskommen als ihre internationalen Konkurrenten. Gründe hierfür sind die begrenzte Verfügbarkeit von Risikokapital in der Wachstumsphase, fehlende klare „Exit-Kanäle“ und regulierungsbedingte Schwierigkeiten bei der Kapitalbeschaffung von Institutionen wie Rentenversicherungen. Ein fragmentierter Markt mit vielen kleinen Investoren trägt ebenfalls dazu bei.

5. Förderung der Standortattraktivität für Tech-Talente

Die Belegschaften deutscher Unternehmen müssen sich in den kommenden Jahren angesichts der steigenden Nachfrage nach neuen Kompetenzen stark verändern. Die Ausbildung von Tech-Talenten an deutschen Universitäten sollte verbessert werden, und Maßnahmen zur Umschulung von Beschäftigten, deren Fähigkeiten weniger gefragt sind, sollten eingeleitet werden.

Zusätzlich ist es wichtig, die Akzeptanz ausländischer Fachkräfte zu steigern und die Anerkennung ausländischer Abschlüsse zu erleichtern.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring ist Herausgeber des Bank Blogs und der Finanzbranche seit über 30 Jahren beruflich verbunden. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Strategien in den Bereichen Digitalisierung, Innovation und Vertrieb ist er gefragter Referent und Moderator bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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