Verändert Multibanking die Spielregeln im Bankgeschäft?

Auswirkungen auf die Kundenschnittstelle

Immer mehr Banken bieten ihren Kunden die Möglichkeit, Banken von Wettbewerbern in einer Multibanking-Ansicht zu integrieren und zu verwalten. Dies könnte das Bankgeschäft in Zukunft nachhaltig verändern.

Aktuelle Trends, Studien und Research über Retail Banking

Das klassische Retail Banking, also das Geschäft mit der Mehrzahl der privaten Kunden, befindet sich in einem tiefgreifenden Prozess der Veränderung. Verändertes Kundenverhalten, intensiver Wettbewerb, die Digitalisierung und andere Faktoren führen zu einer stetigen Verengung der Margen und stellen Banken und Sparkassen zunehmend vor neue Herausforderungen. Studien zu den neuesten Trends und Entwicklungen und wie darauf reagiert werden kann finden Sie im Bank Blog.

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Anbieter von Persönlichem Finanz Management haben schon vor Jahren prophezeit, dass Multibanking-Angeboten die Zukunft gehört. Kunden wird so die Möglichkeit geboten, ihre Konten (und Depots), die sie bei unterschiedlichen Banken führen, auf einer Plattform im Überblick zu haben. Allerding wurde diese Möglichkeit von den Kreditinstituten nur sehr zögerlich umgesetzt. Vor allem Bedenken beim Thema Datenschutz waren für viele Institute ausschlaggebend, mit der Einführung zu warten. Doch nun hat die neue europäische Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 hierfür den Weg bereitet. Damit bringen sich jedoch auch neue Wettbewerber in Position.

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Auswirkungen von Multibanking auf die Kundenschnittstelle

Oliver Wyman skizziert in einer aktuellen Studie, welche Auswirkungen Multibanking auf die Kundenschnittstelle haben kann. Ausgangspunkt der Analyse ist die weit verbreitete Auffassung, dass man mit Girokonten die Kundenbeziehung sichern könnte. Allerdings seien, so die Studie, lediglich die Hälfte aller Girokonten echte Gehaltskonten. Die Strategie, sich z.B. durch Prämien für ein neu eröffnetes Girokonto die Hauptbankbeziehung des Kunden sichern zu können, sei daher teuer und fragwürdig.

Der Wettbewerb um die Beziehung zum Kunden vollziehe sich aus Sicht der Studienautoren eher auf Ebene von Multibanking-Plattformen. Sie bieten den Kunden die Möglichkeit, alle Konten unterschiedlicher Banken gebündelt im Blick zu haben, Daueraufträge zu verwalten, Finanzplanungen zu erstellen und Überweisungen durchzuführen. Damit erhalten Kunden die Möglichkeit einer zentralen Steuerung ihrer Finanzen. Rund 75 Prozent aller Kunden, die Multibanking kennen, nutzen bereits das Angebot. Im Vergleich zu Robo Advisory oder Mobile Payment hat Multibanking dabei eine weitaus höhere Adaptionsrate. Vor allem bei der Altersgruppe der 18- bis 39-Jährigen erfreue es sich wachsender Beliebtheit.

PSD2 eröffnet neue Perspektiven für Multibanking

Nicht zuletzt getrieben durch die europäische Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 vollziehe sich in der „Kunde-Bank-Beziehung“ ein Paradigmenwechsel. Die neuen regulatorischen Anforderungen würden zahlreiche Chancen für eine Erweiterung oder Transformation des eigenen Geschäftsmodells bieten.

So ergäbe sich via Multibanking die Möglichkeit, die komplette Finanzsituation eines Kunden vollautomatisiert zu erfassen und zu bewerten, darauf basierend Finanzplanungen zu erstellen, neue Produktangebote zu unterbreiten sowie über die Plattform eines Drittanbieters Zahlungen auf dem Girokonto seiner Bank auslösen zu lassen.

Viele Institute hätten das Potenzial von Multibanking jedoch noch nicht erkannt oder würden es zumindest noch nicht konsequent ausnutzen. Gleichzeitig drängen Vergleichsportale und Aggregatoren aus der FinTech-Szene auf den Markt. Um den Kampf um die Kundenschnittstelle zu gewinnen, müssten sich Banken und Sparkassen konsequent den neuen Bedürfnissen zuwenden.

Schlüssel zur digitalen Kundeninteraktion

Dabei wären die etablierten Institute traditionell in einer starken Position. So setzt über die Hälfte der Nutzer auf die eigene Hausbank und ist bereit, ihr persönliche Finanzdaten in der Erwartung maßgeschneiderter Angebote anzuvertrauen, während andere Anbieter wie FinTechs oder Versicherer weniger Zulauf erhalten. Gleichzeitig sind insgesamt 59 Prozent der Kunden bereit, bei ihrer Hausbank auch Bankprodukte anderer Anbieter zu beziehen.

Verstärkt wird das Ganze durch den Trend zur Nutzung von Online- und Mobile Banking-Angeboten. Mehr als die Hälfte der Kunden nutzt mehrfach wöchentlich digitale Kanäle für das Banking bei ihrer Hausbank, dabei setzen insbesondere Kunden unter 40 Jahren stärker auf mobile als auf stationäre Online-Kanäle.

Multibanking gilt in diesem Kontext als Schlüssel zur regelmäßigen digitalen Kundeninteraktion. Banken und Sparkassen sollten daher ein differenzierendes Multibanking-Angebot aufsetzen und eine klare strategische Ausrichtung wählen, um sich im neuen Wettbewerb langfristig behaupten zu können. Multibanking ist dabei weitaus mehr als eine reine Funktionserweiterung. Durch die Integration echter Mehrwerte könnten Kunden unter anderem Kosten sparen oder mehr Zinsen erhalten. Kunden könnten beispielsweise daran erinnert werden, bei Konsumausgaben innerhalb eines bestimmten Budgets zu bleiben oder Kontoüberziehungen im Sinne des Kunden automatisch durch Übertragungen von Tagesgeldkonten auszugleichen, um Kosten zu sparen. Ebenso sind automatisierte Rabatte im Rahmen eines übergreifenden Loyalitätsprogramms denkbar.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Digitalisierung, Innovation und Vertrieb hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland und bietet Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management sowie Beratung/Consulting an.

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