Fragen Sie (sich) wie Sokrates! – Infografik

6 Wege zur (Selbst-)Reflektion und zum kritischen Denken

Sokrates herausragende Bedeutung als Philosoph der griechischen Antike reicht bis in die Gegenwart. Die von ihm kreierte Fragetechnik sollte jede Führungskraft zur kritischen (Selbst-)Reflektion kennen und nutzen.

Sokrates und der kritische Diskurs im Denken

Sokrates Weg zur (Selbst-)Reflektion und zum kritischen Denken.

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Der griechische Philosoph Sokrates lebte zwischen 469 und 399 v.Chr. im griechischen Athen. Er entwickelte die philosophische Methode eines strukturierten Dialogs. Dessen Ziel war die Erlangung von Menschenkenntnis, ethischen Grundsätzen und Verstehen der Welt. Seine Art zu denken lässt sich aber auch für ganz alltägliche Frage- und Problemstellungen nutzen.

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Sokratische Methode des Fragens

Die sokratische Methode, Fragen zu stellen, um kritisches Denken zu beeinflussen, zu führen und zu coachen besteht nach Richard Paul aus sechs Grundmustern. Diese beinhalten systematische Fragen, um Ideen zu erforschen, Logik kritisch zu analysieren und breitere Perspektiven zu erschließen.

Dies ist besonders nützlich im Umgang mit Menschen innerhalb von Organisationen und Hierarchien. Die Methode kann ihnen helfen, umfassendere Perspektiven zu betrachten und einen eigenen Mangel an Wissen zu erkennen. Da Sokrates glaubte, der erste Schritt zum Wissen sei die Anerkennung der eigenen Ignoranz, folgt daraus, dass sein Weg nicht so sehr darauf ausgerichtet ist, den eigenen Standpunkt zu beweisen, sondern darauf, der anderen Person zu helfen, die Fehler in ihren zu erkennen.

Sechs Grundmuster sokratischer Fragestellungen

Die sokratische Methode des Fragens kann besonders dann effektiv sein, wenn es darum geht, Widerstände zu überwinden oder Meinungsverschiedenheiten zu lösen. Dies liegt daran, dass die Technik dem Einzelnen hilft, die Logik der eigenen Argumentation kritisch zu hinterfragen und hocheffektiv darin ist, etwaige Fehler oder Inkonsistenzen in dieser Logik auf nichtkonfrontative Weise aufzuzeigen.

Im Folgenden werden die Grundmuster kurz dargestellt:

1. Klärendes Denken und Verstehen

  • Können Sie mir ein Beispiel geben?
  • Könnten Sie das weiter erklären?
  • Meinten Sie X?
  • Was ist das Problem, das Sie zu lösen versuchen?

2. Anspruchsvolle Annahmen

  • Ist das immer so?
  • Setzen Sie X voraus?
  • Stimmen Sie dem X zu?
  • Wenn das für ein X gilt, gilt das für alle X?

3. Untersuchen von Beweismitteln und Gründen

  • Warum sagen Sie das?
  • Woher wissen Sie das?
  • Welche Daten unterstützen dies? Warum?

4. Berücksichtigung alternativer Standpunkte und Perspektiven

  • Gibt es Alternativen?
  • Wie sieht die andere Seite des Arguments aus?
  • Was macht Ihre Sichtweise besser?
  • Was würde X dazu sagen?
  • Können Sie an Fälle denken, in denen das nicht stimmt?

5. Berücksichtigung von Folgen und Konsequenzen

  • Was wären die Folgen?
  • Gibt es irgendwelche Nebenwirkungen?
  • Was, wenn Sie falsch liegen?
  • Wie können wir es herausfinden?
  • Wenn das wahr ist, bedeutet das, dass X auch wahr ist?
  • Was sollten wir dazu noch überlegen?

6. Meta-Fragen

  • Was denken Sie, warum ich diese Frage gestellt habe?
  • Was bedeutet das?
  • Was könnte ich sonst noch fragen?

Infografik: Die Sechs Arten von Sokrates-Fragen

In der folgenden Infografik werden die sechs Grundmuster der Fragestellungen nach Sokrates nochmals anschaulich dargestellt:

Infografik: Sechs Arten von Sokrates-Fragen

Die sechs Grundmuster der Formulierung von Fragen nach Sokrates.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Digitalisierung, Innovation und Vertrieb hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland und bietet Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management sowie Beratung/Consulting an.

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