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Digital Assets und Distributed-Ledger gehört die Zukunft

Die Zukunft deutscher Finanzunternehmen

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Die Zukunft gehört digitalen Assets und Distributed-Ledger-Technologie. Deutsche Finanzinstitute können durch die progressive Regulatorik eine Vorreiterrolle in der EU einnehmen. Dafür bedingt es jedoch der hohen Priorisierung dieser Themen auf Führungsebene.

Blockchain ist die Zukunft deutscher Finanzinstitute

Blockchain ist wichtiger Teil der Zukunft deutscher Finanzinstitute.

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In den vergangen Jahren schwankte das Interesse an Digital Assets und Distributed-Ledger-Technologie (DLT) oftmals gleichermaßen wie die Preisentwicklung des Bitcoins. Seitdem hat sich das Spektrum an Digital Assets und entsprechenden digitalen Investitionsmöglichkeiten allerdings deutlich erhöht. Vor allem aber das Zukunftsthema der digitalen Zentralbankwährungen hat die zugrundeliegende DLT deutlicher in den Fokus der Finanzindustrie und des Regulators gerückt. Der deutsche Gesetzgeber zeigt mit seiner progressiven Regulatorik, dass an der Blockchain Technologie schon jetzt kein Weg mehr vorbeiführt.

Krypto-Regulatorik als Wegbereiter

Von besonderer Bedeutung sind hier das Fondsstandortgesetz sowie das verabschiedete Gesetz über elektronische Wertpapiere (eWpG). Ersteres ermöglicht seit dem 1. Juli 2021 offenen Spezialfonds mit festen Anlagebedingungen erstmals mit bis zu 20 Prozent ihres verwalteten Vermögens in Kryptowerte zu investieren. Kryptowerte zählen regulatorisch zu Finanzinstrumenten im Sinne des Kreditwesengesetzes.  Die nun geschaffene Möglichkeit, Kryptowerte in Spezialfonds aufzunehmen, ist ein großer Schritt für deren Akzeptanz und stärkt Deutschlands Position als Finanzstandort nachhaltig.

Das von der Bundesregierung verabschiedete Gesetz über elektronische Wertpapiere (eWpG), ermöglicht zudem die Emission digitaler Wertpapiere, indem es die bis dato rechtlich zwingend notwendige physische Verbriefung von Wertpapieren abschafft. Darüber hinaus erlaubt das Gesetz erstmalig die Emission von elektronischen Fonds und die Führung der betreffenden Fondsanteile außerhalb einer Globalurkunde in einem zunächst noch zentralen Anteilscheinregister des Fonds. Gleichzeitig stellt das Gesetz bereits die Einführung von Krypto-Fonds für 2022 in Aussicht.

Chance für Finanzunternehmen in Deutschland

Für Finanzunternehmen in Deutschland bietet sich somit jetzt die Chance, im Hinblick auf Digital Assets eine führende Rolle in Europa einzunehmen. Durch die regulatorische Legitimation von Kryptowerten und den darauf basierenden Finanzprodukten steht die Branche unter Druck, weil eine stärker werdende Investorennachfrage auf traditionelle Legacy-Infrastrukturen trifft, die ein integratives Angebot von klassischen und digitalen Assets nicht ermöglichen. Die betroffenen Marktteilnehmer stehen somit vor der komplexen Aufgabe die “neue” digitale Welt in ihre “alte” heterogene IT-Infrastruktur mit zu integrieren. Die Problematik für Finanzinstitute in der jetzigen Situation besteht darin, dass der Fokus im Umgang mit Blockchain-Technologie bisher oftmals nur punktuell oder gar ausschließlich zu Marketingzwecken erfolgte. Somit fehlt in vielen Fällen schlichtweg die notwendige technische Expertise zur Transformation von bestehenden Prozessen und der damit einhergehenden notwendigen Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.

Arbeiten am Banking der Zukunft.

Die  Forderung institutioneller Investoren nach einem einfachen Zugang zu Digital Assets mündet damit in einem klaren Auftrag an etablierte Finanzunternehmen. Die zentralen Aspekte sind hierbei einerseits die IT-Sicherheit, insbesondere im Kontext der Verwahrung von privaten Schlüsseln und andererseits eine höchstmögliche Benutzerfreundlichkeit, die sich zudem integriert in die Daten-, Prozess- und Reportinganforderungen der Investoren einbetten muss. Neben der steigenden Nachfrage wird schon jetzt deutlich, dass die Anleger eine konsolidierte Sicht auf ihr Portfolio erwarten und keine Schaffung von Parallelwelten – mit Wallets auf der einen und klassischen Depots auf der anderen Seite – akzeptieren werden.

Digital Assets müssen ganzheitlich gesehen werden

Die Finanzbranche kann diesen Bedürfnissen nur mit einer ganzheitlichen, integrativen und strategischen Betrachtung von Digital Assets gerecht werden. Hierfür bedingt es jedoch der ernsthaften Auseinandersetzung und hohen Priorisierung dieser Themen auf Führungsebene, die auch dem regulatorischen Reifegrad der Technologie entspricht. Die Schaffung interner Innovationslabore einiger Finanzinstitute zeigt, dass es ohne entsprechende Rückendeckung der Management-Ebene eher bei forschungsorientierten Projekten mit kurzfristiger Außenwirkung bleibt und zu keiner nachhaltigen Integration und Umsetzung kommt.

Eine aussichtsreiche und erfolgreiche Position in der Welt der Digital Assets werden exakt diejenigen Unternehmen einnehmen, die fachliches, prozessuales und regulatorisches Wissen der „alten” Welt mit einer ganzheitlichen strategischen Einbettung der „neuen” Krypto-Welt verbinden. Beides für sich alleine hat keine Zukunft.


Benjamin Schaub - Senior Consultant, INTAS.tech

Benjamin Schaub

Benjamin Schaub ist Koautor des Beitrags. Er ist Senior Consultant bei INTAS.tech. Seine Interessen umfassen die Entwicklung und Integration von Blockchain-Anwendungsfällen in der Finanzindustrie sowie die Kryptoverwahrung.

 

Über den Autor

Volker Braunberger

Volker Braunberger ist Geschäftsführer bei INTAS.tech und Senior Partner bei Plutoneo Consulting. Seine umfassende Fach- & IT Erfahrung fußt auf über 20 Jahren Management Beratung im Bereich Financial Services mit Schwerpunkt auf den Bereichen Investment Management und Capital Markets.

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