Deutschland bei digitalen Technologien international nur Mittelmaß

Nachholdbedarf bei Investitionen in die Wettbewerbsfähigkeit

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Digitalisierung ist wichtiger Treiber für technologischen Fortschritt und Wachstum. Einer Analyse zufolge ist Deutschland im internationalen Vergleich bei digitalen Technologien allerdings nur Mittelmaß. Erhebliche Investitionen wären nötig, um den Rückstand aufzuholen.

Aktuelle Trends, Studien und Research zur Digitalisierung

Die Digitalisierung erfasst unseren Alltag und die gesamte Wirtschaft ist davon betroffen. Die Geschäftsmodelle ganzer Branchen werden dadurch – teilweise dramatisch – verändert. Auch Banken und Sparkassen können sich diesem Trend nicht entziehen. Studien zu den aktuellen Trends und Entwicklungen in diesem Bereich finden Sie im Bank Blog.

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Die digitale Transformation ist ein wichtiger Treiber für technologischen Fortschritt und Wachstum. Allerdings rangiert Deutschland bei der Anwendung digitaler Technologien in der Wirtschaft im EU-Vergleich nur im Mittelfeld und auch die Entwicklung solcher Technologien zählt nicht zu den Stärken des deutschen Innovationssystems.

Integration digitaler Technologien im europäischen Vergleich

Die Integration digitaler Technologien im europäischen Vergleich.

Nachholdbedarf bei IT-Investitionen in Deutschland

Um dieser schwachen Position Deutschlands nachzugehen, hat KfW Research in einer Studie untersucht, wie hoch die IT-Investitionen in Deutschland im internationalen Vergleich sind. Dabei zeigt sich, dass die Investitionen in Informationstechnologien bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland deutlich hinter jenen anderer großer, nach Wirtschaftskraft vergleichbarer Staaten zurückliegen. Um mit Ländern wie etwa Frankreich, Japan oder Großbritannien zumindest gleichzuziehen, müssten die jährlichen IT-Investitionen in Deutschland auf das Doppelte bis Dreifache – d.h. von zuletzt 49 Mrd. auf 100 bis 150 Mrd. EUR – steigen. Auch der deutsche Mittelstand gibt zu wenig für die Entwicklung und Anwendung digitaler Technologien aus. Um diese Entwicklung mitzugehen, müssen die Digitalisierungsausgaben im Mittelstand von 18 Mrd. EUR im Jahr 2019 auf 35 bis 50 Mrd. EUR pro Jahr zunehmen.

Die Durchdringung von Wirtschaft und Gesellschaft mit Informationstechnologien sei zwar keine neue komplett Entwicklung, jedoch handele es sich bei der aktuellen Digitalisierungswelle um einen tief greifenden Prozess, der nicht nur einzelne Branchen erfasst, sondern zu starken Veränderungen sowohl in der gesamten Wirtschaft als auch der Gesellschaft führt. Digitalisierung ist die wesentliche Triebfeder für künftiges Wirtschaftswachstum und steigenden Wohlstand. Auch in den Bereichen, in denen wir traditionell stark sind, wie Automobil-, Produktions-, sowie Umwelt- und Klimaschutztechnologien, gewinnen Neuerungen im Softwarebereich ein immer größeres Gewicht. Damit ist die Digitalisierung Hoffnungsträger für die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit in breiten Teilen der Wirtschaft und für das Wiederanspringen der Produktivitätsentwicklung – Deutschland muss hier nachlegen, um gegenüber anderen Ländern wieder aufzuschließen.

Ansatzpunkte zur Digitalisierung

Die Analyse benennt hierfür mehrere Ansatzpunkte. Vielen Mittelständlern ist etwa nicht klar, welche Vorteile Digitalisierung für ihr Unternehmen bringen kann. Diese müssen insbesondere auch aus der strategischen Perspektive weiter verdeutlicht werden. Ganz konkret braucht es aber auch Lösungen für den Mangel an Fachkräften und Beschäftigten mit einschlägigen Kompetenzen sowie die bestehenden Schwierigkeiten bei der Finanzierung digitaler Projekte. Auch gilt es, die zugrunde liegende digitale Infrastruktur in Deutschland weiter zu verbessern.

Eine besondere Herausforderung ergibt sich darüber hinaus aus der Corona-Krise, die im Nachgang zur akuten Krisenphase die Digitalisierungsaktivitäten bremsen könnte: Die Krisenerfahrung und die höhere Verschuldung vieler Unternehmen verschärft den Zielkonflikt zwischen dem Wunsch nach einer höheren Resilienz und der Notwendigkeit zu verstärkten Investitionen in die Wettbewerbsfähigkeit. Digitalisierungsvorhaben drohen daher verstärkt hintenangestellt zu werden.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring ist Herausgeber des Bank Blogs und der Finanzbranche seit über 30 Jahren beruflich verbunden. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Strategien in den Bereichen Digitalisierung, Innovation und Vertrieb ist er gefragter Referent und Moderator bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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