Corona-Pandemie bremst weltweites Vermögenswachstum

Aktuelle Entwicklungen im Wealth Management

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Die Corona-Pandemie bremst das weltweite Vermögenswachstum so stark wie seit elf Jahren nicht mehr. Eine aktuelle Studie zeigt Auswirkungen auf Private Banking, Wealth Management und Vermögensverwalter, die auf die Krise reagieren müssen.

Aktuelle Trends, Studien und Research zu Private Banking und Wealth Management

Das Geschäft mit den Reichen und Superreichen, das Private Banking oder Wealth Management galt lange Zeit nicht nur als die Königsdisziplin des Bankgeschäftes sondern auch als sicherer Ertragsbringer. Inzwischen hat die Digitalisierung auch diesen Bereich erfasst und stellt die Banken vor neue Herausforderungen. Wie diesen begegnet werden kann und welches die aktuellen Trends und Entwicklungen sind, können Sie in den im Bank Blog vorgestellten Studien nachlesen.

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In den vergangenen 20 Jahren hat sich das persönliche Finanzvermögen weltweit fast verdreifacht. Private Banking und Wealth Management waren lukrative Geschäftszweige der Banken. Auch von 2018 auf 2019 ist das weltweite Privatvermögen deutlich gestiegen. Bereinigt um Währungseffekte stieg es um zehn Prozent auf 226,4 Billionen US-Dollar an. Im Jahr davor war es mit 1,6 Prozent kaum gewachsen. Einer aktuellen Studie der Strategieberatung Boston Consulting Group (BCG) zufolge könnte die Corona-Krise das Wachstum nun zum Stillstand bringen.

Deutsches Finanzvermögen gestiegen

Auch das Finanzvermögen der Deutschen ist von 2018 auf 2019 gestiegen – währungsbereinigt um rund 6,4 Prozent auf 7,7 Billionen US-Dollar. Mit dieser Entwicklung liegt Deutschland nach wie vor im weltweiten Vergleich des Gesamtvermögens auf dem fünften Platz. Ursächlich waren die starke Entwicklung des DAX und das erfolgreiche volkswirtschaftliche Jahr 2019 mit einem Zuwachs des Bruttoinlandprodukts zum zehnten Mal in Folge.

Im Vergleich zu den USA war dies jedoch nur ein moderater Anstieg. In Zeiten von Corona, wo eine höhere Volatilität der Märkte zu erwarten ist, kann das konservative Anlageverhalten der Deutschen allerdings auch von Vorteil sein. Nach wie vor befinden sich rund 40 Prozent des Privatvermögens hierzulande in Spareinlagen oder Bargeld. Das sind zehn Prozent mehr als der Durchschnitt in Westeuropa und bietet somit ein großes Potenzial für Vermögensverwalter.

Wie in den Jahren zuvor wird die Liste von den USA mit 94,2 Billionen US-Dollar angeführt, gefolgt von China (23,8 Billionen US-Dollar), Japan (17,6 Billionen US-Dollar) und Großbritannien (9,7 Billionen US-Dollar). Insgesamt halten Millionäre mehr als die Hälfte des gesamten Finanzvermögens weltweit. Bei der Anzahl der Personen mit einem Vermögen von über 100 Millionen US-Dollar zählt Deutschland mehr als 2.400.

Corona-Krise kann Vermögenswachstum begrenzen

Während Prognosen aus dem Jahr 2019 ein weltweites jährliches Vermögenswachstum von 5,7 Prozent und in Deutschland von 4,6 Prozent für die kommenden fünf Jahre zeigten, ergeben sich durch die aktuelle Pandemie deutlich nach unten korrigierte Szenarien.

Drei Szenarien für die Entwicklung des weltweiten Vermögens

Drei Szenarien für die Entwicklung des weltweiten Vermögens im Zuge der Corona-Pandemie.

Das Vermögen der Deutschen wird im besten Fall bis 2024 voraussichtlich um 4,2 Prozentpunkte pro Jahr auf 9,5 Billionen US-Dollar wachsen. Bei einer langsamen Erholung der Wirtschaft ist mit einem maximalen Wachstum von 3,4 Prozentpunkten pro Jahr, im schlimmsten Fall nur mit 2,5 Prozentpunkten zu rechnen. Das Vermögen der Deutschen würde dann 2024, bedingt durch das geringe Wachstum, bei rund neun Billionen US-Dollar liegen.

Wealth Management hat Wandel verschlafen

Viele Vermögensverwalter sind bereits geschwächt in die Krise gestartet: Ende 2019 war die Rendite der Vermögenswerte (ROA) bereits 22 Basispunkte (0,22 Prozent) niedriger und die Cost-Income-Ratio 13 Prozent höher im Vergleich zu 2007.

Die positive Marktsituation der letzten zehn Jahre und die damit verbundenen hohen Mittelzuflüsse haben Vermögensverwalter davor bewahrt, schwierige Entscheidungen treffen zu müssen. Jetzt stehen neue Zeiten an, in denen diese Entscheidungen beschleunigt werden müssen. Die Corona-Krise kann den Druck auf die Profitabilität der Vermögensverwalter so stark erhöhen wie zuletzt die Finanzkrise 2008.

Vermögensverwalter müssen handeln

Durch die Corona-Krise stehen Vermögensverwalter nunmehr vor der Herausforderung, ihr Geschäft mit deutlich sinkenden Margen voranzutreiben. Die meisten Vermögensverwalter würden sich momentan allerdings vor allem auf kurzfristige Verbesserungsmaßnahmen fokussieren, anstatt langfristig an die Zukunft zu denken. Dies sei problematisch, da heutige Wettbewerbsvorteile in Zukunft zum Standard werden.

Es sei an der Zeit, die digitale und kulturelle Transformationen anzustoßen und sich klar zu überlegen, wie an sich in Zukunft differenzieren wolle, um sich von der Konkurrenz abzusetzen und die Krise zu bewältigen. Notwendig seien dafür die Entwicklung personalisierter Produkte und Services, die Reduzierung von Kosten sowie die Nutzung von Big Data und Advanced Analytics, um Kunden auch in Zukunft zu binden.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring ist Herausgeber des Bank Blogs und der Finanzbranche seit über 30 Jahren beruflich verbunden. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Strategien in den Bereichen Digitalisierung, Innovation und Vertrieb ist er gefragter Referent und Moderator bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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