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yomo soll die Marke Sparkasse hip machen

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Interview mit Dr. Joachim Fröhler von der Stadtsparkasse München

mobiles Girokonto yomo

yomo ist die Antwort der Sparkassen auf den Trend zur Digitalisierung und FinTech-Wettbewerber wie Number26

Von allen Banken und Bankengruppen haben die Sparkassen derzeit wohl den größten Nachholbedarf in Sachen Digitalisierung. Nun soll mit yomo verloren gegangenes Terrain zurückerobert werden. Zu den Zielen und Inhalten stand Dr. Joachim Fröhler von der Stadtsparkasse München Rede und Antwort.

Vor kurzem wurde wieder mal berichtet, dass Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken massiv junge Kunden verlieren würden. Laut einer Umfrage würden rund 50 Prozent der jungen Kunden von Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die Online Banking nutzen, bis spätestens zum Alter von Mitte 30 Jahren zu anderen Banken abwandern. Der Hauptgrund dafür seien bessere Konditionen bei Wettbewerbern, insbesondere das kostenlose Girokonto.

Ganz neu ist diese Erkenntnis nicht, über den sogenannten Badewanneneffekt wird bei Regionalbanken schon seit über 20 Jahren diskutiert. Neu hinzugekommen ist der Aspekt der Digitalisierung von Finanzdienstleistungen und neue Wettbewerber aus dem FinTech-Bereich.

Sparkassen reagieren mit yomo auf digitale Konkurrenz

Erst vor kurzem hat die Sparkassen-Finanzgruppe ihr neues Internet-Banking, die responsive Internet-Filiale Version 6 eingeführt. Dennoch haben zehn große Sparkassen gemeinsam und abseits der zentralen DSGV-Gemeinschaftsvorhaben das Projekt yomo (your Money) auf den Weg gebracht. Ab 2017 wollen sie damit in den Wettbewerb um junge, digital-affine Kunden starten und FinTech-Herausforderern wie Number26 die Stirn bieten.

Die Kommunikation zu yomo liegt in den Händen der Stadtsparkasse München. Der Bank Blog befragte Dr. Joachim Fröhler zu den Inhalten und Zielen des Projektes.

Dr. Joachim Fröhler von der Stadtsparkasse München

Dr. Joachim Fröhler von der Stadtsparkasse München

yomo soll eine attraktive Alternative zu FinTech-Angeboten werden

Der Bank Blog: Ist yomo einfach eine mobile App, also „nur“ eine Benutzeroberfläche für das Smartphone bzw. den Tablet-PC? Oder steckt mehr dahinter?

Joachim Fröhler: yomo ist ein mobiles Girokonto das ausschließlich über das Smartphone bzw. die App funktioniert. Es soll zugleich innovativ und einfach zu bedienen sein. Außerdem wird es eine kontinuierliche Weiterentwicklung geben, in welche die Kunden eng einbezogen werden sollen.

Technisch gesehen basiert yomo auf einer mobilen App. Dahinter steckt aber ein eigenständiges und leistungsfähiges Konto aus dem bewährten Kernbankensystem der Sparkassen.

Der Bank Blog: Was genau ist die strategische Zielsetzung von yomo?

Joachim Fröhler: Mit yomo wollen wir der jungen digital-affinen Zielegruppe der 18- bis 35-jährigen einfaches, bequemes und mobiles Banking anbieten. Bei allen Vorzügen der Marke Sparkasse stellen wir fest, dass sie in dieser Kundengruppe nicht unbedingt als „hip“ oder „angesagt“ wahrgenommen wird. yomo ist eine Antwort und attraktive Alternative zu den derzeit am Markt aufkommenden FinTech-Angeboten, verbunden mit dem Vorteil einer bewährten und etablierten Sparkassen-Infrastruktur im Hintergrund.

Als eigenständige Marke soll yomo bei Kunden positioniert werden, denen einerseits eine mobile Konto-App ausreicht, die aber andererseits bei einem seriösen und etablierten Anbieter Kunde werden wollen. Wir gehen davon aus, dass der Sparkassenhintergrund durchaus als Bonus wirken wird.

Zehn Sparkassen finanzieren die Investitionen für yomo

Der Bank Blog: Wer steht hinter yomo?

Joachim Fröhler: Finanziert wird yomo im ersten Schritt durch zehn Sparkassen (HASPA, Berliner Sparkasse, Sparkasse Köln-Bonn, Kreissparkasse Köln, Stadtsparkasse München, Sparkasse Bremen, Sparkasse Paderborn-Detmold, Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, Stadtsparkasse Düsseldorf und die Ostsächsische Sparkasse Dresden). Diese in großen Städten und Ballungsräumen ansässigen Institute haben frühzeitig den Bedarf gesehen, neuen Kunden auch ein modernes und attraktives digitales Angebot zu unterbreiten.

Die Entwicklung der App obliegt der Star Finanz, einer Tochtergesellschaft der Finanz Informatik.

Im Zuge der Einführung wird yomo offen für alle anderen Sparkassen sein. Diese können sich dann über ein noch zu definierendes Lizenzmodell an yomo beteiligen und es so ihren Kunden ebenfalls anbieten.

Der Bank Blog: Warum wurde dieser Weg anstelle des normalen und in der Sparkassenorganisation üblichen Projektwegs beschritten?

Joachim Fröhler: Man hat sich im Kreis der Initiatoren bewusst für diesen ungewöhnlichen und innovativen Weg jenseits der Verbandsstrukturen entschieden, um das Vorhaben im kleinen Kreis anzuschieben. Damit wollte man vor allem ein schnelles und entschiedenes Vorgehen sicherstellen, das so in den etablierten Strukturen wohl nicht möglich gewesen wäre. Gleichzeitig sind die beteiligten Institute finanziell in Vorleistung getreten.

Der Bank Blog: Wie hoch ist denn der initiale Investitionsaufwand?

Joachim Fröhler: Die Größenordnung liegt im einstelligen Millionenbereich.

Kunden müssen ein spezielles yomo-Konto eröffnen

yomo Willkommensbildschirm

Willkommen bei yomo

Der Bank Blog: Wie kann ich als Kunde yomo nutzen?

Joachim Fröhler: Um Kunde von yomo zu werden, eröffnen Sie in der yomo-App einfach ein neues Girokonto. Im Zuge des Eröffnungsprozesses werden Sie dann gefragt, welche der beteiligten Sparkassen die kontoführende Stelle sein soll, also bei welcher Sparkasse Sie technisch und rechtlich gesehen Kunde werden wollen. Dabei wird Ihnen die regional nächstgelegene Sparkasse automatisch vorgeschlagen, Sie sind in Ihrer Wahl jedoch frei.

Der Bank Blog: Kann ich als Sparkassenkunde mein bestehendes Konto zum yomo-Konto machen?

Joachim Fröhler: Das ist nicht vorgesehen, da yomo ausschließlich solche Kunden ansprechen soll, die sich ganz bewusst gegen die Nutzung einer Filiale entschließen und zunächst auch keinen weiteren Banking-Bedarf außerhalb des Girokontos haben.

Der Bank Blog: Stehen yomo-Kunden andere Vertriebskanäle der Sparkassen wie Filiale, Call Center oder Online Banking am heimischen PC zur Verfügung?

Joachim Fröhler: Das ist bewusst nicht vorgesehen, da das yomo-Konto entsprechend den Wünschen der Zielgruppe ausschließlich mit der Smartphone App geführt werden wird.

yomo ist ein vollwertiges mobiles Girokonto

Der Bank Blog: Demnach ist yomo zunächst einmal „nur“ ein Girokonto. Ist eine Erweiterung um weitere Produkte und Leistungen vorgesehen?

Joachim Fröhler: yomo ist zunächst ein vollwertiges aber ausschließlich mobil geführtes Girokonto mit Karte und normalen Funktionen wie Überweisungen, Zahlungen per yomo-Debitkarte und Bargeldbezug. Schritt für Schritt soll das Angebot erweitert werden, wobei diese dann auch rein mobil genutzte Leistungen sein sollen. Welche Produkte dies genau sein werden, ist derzeit noch nicht abschließend diskutiert und entschieden.

Der Bank Blog: Was wird mich yomo als Kunde kosten?

Joachim Fröhler: Die Basisleistungen des yomo-kontos sind kostenlos. Zusatzangebote wie z.B. die Inanspruchnahme eines Dispositionskredits werden je nach kontoführender Sparkasse individuell bepreist werden.

Der Bank Blog: Wird yomo künftig eine Möglichkeit zur Integration anderer Banken bieten?

Joachim Fröhler: Daran ist nicht gedacht.

Der Bank Blog: Welches sind Ihre Erwartungen an yomo?

Joachim Fröhler: Wir sind zuversichtlich, mit yomo in der Zielgruppe der jungen, digital affinen Kunden stark punkten zu können. Wir gehen daher von einer guten Markteinführung aus.

Der Bank Blog: Herzlichen Dank für das Gespräch.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers.Aktuell bietet er Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management und Beratung/Consulting an und vertritt die Firma Meniga, einen innovativen Anbieter von White-Label-Lösungen für Persönliches Finanz Management (PFM) im deutschsprachigen Teil Europas.Darüber hinaus hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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