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Wege aus der Ergebnislücke

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Banken müssen Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung ausschöpfen

Viele traditionelle Geschäftsmodelle der Banken und Sparkassen befinden sich in der Auflösung. Durch rückläufige Erträge und steigende Kosten entsteht eine gefährliche Ergebnislücke. Um diese zu schließen, müssten die Institute die vorhandenen Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung ausschöpfen.

Ergebnislücke im Banking

Banken und Sparkassen müssen die Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung ausschöpfen, um die Ergebnislücke im Banking zu schließen

Der Markt für Finanzdienstleistungen befindet sich am Beginn einer Disruption traditioneller Geschäftsmodelle und diese Entwicklung wird noch viele Jahre anhalten. Banken und Sparkassen stehen aktuell insbesondere vor der Herausforderung, den hohen Ergebnisdruck beherrschbar zu machen. In nahezu allen Geschäftsbereichen sind die Erträge rückläufig, während die Kosten ansteigen, was zu einer immer größeren Ergebnislücke führt. Um nur zwei Ursachen zu nennen:

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  • Das anhaltende Niedrigzinsumfeld hat dazu geführt, dass Banken in der Eigenanlage von Geldern (Treasury) wenig bis gar kein Geld mehr verdienen, bzw. durch die Negativverzinsung der EZB sogar noch Geld verlieren. Damit entfällt ein früher wichtiger Beitrag zum Geschäftsergebnis. Eine Trendumkehr ist derzeit nicht absehbar.
  • Seit der Finanzkrise sind die weltweiten Regulierungsvorschriften – im Wesentlichen auch zu Recht – welt- und europaweit deutlich erweitert und verschärft worden. Die Kreditinstitute müssen dem nachkommen, was in der Regel deutlich erhöhte Kosten durch die damit verbundenen Umstellungen in der IT und die notwendigen Personalinvestitionen nach sich zieht.

Die Kunden wollen aber die entstehende Ergebnislücke – verständlicherweise – nicht schließen. Weder möchten sie höhere Preise bezahlen, noch für das Ausfüllen von Beratungsprotokollen oder ähnlichen Regularien zur Kasse gebeten werden.

Digitale Mobilität erfordert Investitionen

Parallel lässt sich ein weiterer Trend beobachten: Die digitale Mobilität. Unabhängig von Beruf, Geschlecht, Alter oder anderen Markmalen wollen immer mehr Menschen zeit- und standortunabhängig über ein Smartphone auf ihre Konten und Depots zugreifen. Sie möchten – ohne zusätzliche Kosten – Kontostände abfragen und Überweisungen vornehmen. Genauso wollen sie schnell und einfach Wertpapiere kaufen und verkaufen oder Kredite aufnehmen

Um dies anbieten zu können, benötigen Banken und Sparkassen mehr und vor allem modernere Technologie, über die viele Institute jedoch nicht verfügen. Also müssen auch hier (teure) Investitionen vorgenommen werden.

Viele Kreditinstitute besitzen zudem noch eine Vielzahl von – für diese Institute notwendigen, aber auch extrem kostenintensiven – Filialen. Großbanken und regionale Institute – wie Sparkassen und Genossenschaftsbanken – werden ihr Filialnetz über die nächsten Jahre weiterhin brauchen und aufrechterhalten, allerdings zahlenmäßig deutlich verringern, wie bereits an anderer Stelle beschrieben. Sie tragen damit nicht nur höhere Kosten, an zahlreichen Stellen fehlt es zudem an einer ausreichenden Digitalstrategie, deren Aufbau ebenfalls mit hohen Investitionen verbunden ist.

Ausdifferenzierung von Bankleistungen

Bankleistungen werden in Zukunft immer mehr standardisiert sein, um kostengünstiger und effizienter produziert, abgebildet und verkauft werden zu können. PSD2 wird zusätzlichen Druck beim Thema Öffnung von Schnittstellen machen. Auch darauf sind viele Institute weder technisch geschweige denn strategisch vorbereitet.

Nicht-standardisierbare Leistungen werden entweder aus dem Sortiment entfallen oder weiterhin Beratung, Hilfe und Unterstützung beim Vertrieb benötigen. Dies ist rein digital jedoch nicht darstellbar. Anbieter solcher nicht vollständig digitalisierbarer Leistungen benötigen weiterhin Berater in den Filialen und/oder Service Centern und entsprechender Mitarbeiter im Produktionsbereich. Diese Leistungen sind damit in der Bereitstellung zwangsläufig teurer als Standardleistungen und werden dauerhaft nur bei entsprechenden Preisen angeboten werden können.

Durch die Standardisierung und Digitalisierung bei einfachen Produkten und Leistungen sinkt aber die Auslastung dieser Mitarbeiter und damit steigen die Kosten für die Nicht-Standard-Produkte überproportional. Für viele Institute kommt dies einem Teufelskreis gleich.

Kreditinstitute müssen Effizienzpotentiale heben

Unverändert haben Banken aber ein großes Potential, durch Effizienzsteigerungen Kosten zu senken. Gerade im IT-Infrastrukturbereich gibt es noch eine Vielzahl an Möglichkeiten:

  • Sollte z.B. aus der jetzt geplanten Integration der Postbank in die Deutsche Bank nur noch ein IT-System benötigt werden, dürften damit deutliche Skaleneffekte verbunden sein.
  • Auch aus dem Zusammenschluss von GAD und Fiducia bei den Genossenschaftsbanken sollten sich erheblich Kosteneinspareffekte realisieren lassen, so wie dies die Sparkassen mit der Finanz Informatik bereits unter Beweis gestellt haben.

Aber es gibt noch weitere Effizienzsteigerungs- und damit Einspar-Möglichkeiten: Man denke nur an das Potential von banken(gruppen)-übergreifenden Abwicklungsfabriken für die Wertpapierabwicklung oder den Zahlungsverkehr. Wenn alleine die Großbanken ihre Aktivitäten in einer gemeinsamen Gesellschaft und einem System bündeln würden, wären vermutlich nachhaltige Milliardenbeträge realisierbar.

Zumal eine Bündelung von Produktionsstätten keine Auswirkungen auf die marktbezogene Differenzierung hätte, muss man sich fragen, warum nicht längst Schritte in diese Richtung unternommen wurden.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers.Als Experte für Digitalisierung, Innovation und Vertrieb hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland und bietet Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management sowie Beratung/Consulting an.

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