Verhaltene Erwartungen in der Private Equity Branche

Steigende Bedeutung von Value Creation

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Eine Studie zeigt: Europas Private Equity-Branche blickt eher verhalten auf 2023. Gründe sind vor allem geopolitische Risiken sowie steigende Zinsen. Die Bedeutung von Value Creation nimmt für die Branche weiter zu.

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Eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger zeigt, dass die Private Equity (PE)-Branche von der derzeitigen wirtschaftlichen und politischen Unsicherheit beeinflusst wird. Fast 60 Prozent der befragten Experten erwarten, dass die Anzahl der M&A-Deals mit Private Equity-Beteiligung auf niedrigem Niveau bleiben wird.

Die Aussichten für M&A-Aktivitäten in Europa sind uneinheitlich: Während einige Experten ein Wachstum von mehr als 10 Prozent in den nordischen Ländern, Spanien und Portugal prognostizieren, sind die Perspektiven für Italien, Mittel- und Osteuropa sowie Großbritannien eher negativ. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz erwarten die Befragten bestenfalls eine leichte Steigerung.

Externe Finanzierungen als entscheidender Faktor für PE-Aktivitäten

Im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld gestaltet sich die Beschaffung von externen Finanzierungen für große Deals als schwierig. Eine große Mehrheit der Experten (91 Prozent) betrachtet die Verfügbarkeit von Fremdfinanzierungen und die allgemeine Wirtschaftslage (90 Prozent) als wichtigste Einflussfaktoren und zugleich zentrale Stellschrauben für die weitere Entwicklung der Private Equity-Branche im Jahr 2023.

Etwa sechs von zehn Befragten sehen die hohen Energiekosten und das Verbrauchervertrauen als großen Einflussfaktor auf die Private Equity-Aktivitäten. Im Vergleich dazu spielt die Corona-Pandemie nur noch eine geringe Rolle (4 Prozent), im Gegensatz zum Vorjahr (45 Prozent).

Private-Equity-Trends für 2023

Mehrheits- (44 Prozent) und Minderheitsbeteiligungen (24 Prozent) bleiben die bevorzugte Form der Investitionen für über zwei Drittel der PE-Experten. Sie bieten immer noch ein großes Wertsteigerungspotenzial und haben daher Priorität für PE-Firmen. Börsennotierte Unternehmen sind mit 55 Prozent der Nennungen besonders attraktiv, im Vergleich zu 13 Prozent im Jahr 2022. Secondary Buy-Outs werden mit nur noch 19 Prozent (2022: 60 Prozent) als am wenigsten relevant betrachtet.

Pharma & Gesundheit sowie Technologie & Software sind nach wie vor die attraktivsten Branchen, gefolgt vom Energiebereich, der 43 Prozent der Nennungen erhält. Der Energiebereich lag 2022 noch auf Rang fünf hinter Business Services und Infrastruktur. Erneuerbare Energien sind für Private Equity Fonds immer interessanter, da sie eine wichtige Rolle für zukünftige Investitionen im Zuge der Energiewende spielen.

In Bezug auf Transaktionsvolumina wird in den Small-Cap (Deals von bis zu 100 Millionen Euro) und Mid-Cap (100 bis 249 Millionen Euro) Segmenten das höchste Aktivitätsniveau erwartet, da sie weniger von großen externen Finanzierungen abhängig sind. Die Studienautoren stellen auch fest, dass der Anteil der Befragten, die der Meinung sind, dass Vermögenswerte fair bewertet werden, auf 21 Prozent gegenüber 8 Prozent in 2022 gestiegen ist.

ESG wird als zentraler Faktor für die Wertschöpfung betrachtet

Die Bedeutung von Value Creation nimmt weiter zu: 89 Prozent (2022: 54 Prozent) bzw. 92 Prozent (2022: 71 Prozent) der Befragten sehen es als wichtig oder sehr wichtig für das Jahr 2023 bzw. die nächsten fünf Jahre an.

Laut Expertenbefragung gelten die Berücksichtigung von ESG-Faktoren, Zyklusresistenz und die Digitalisierung von Portfoliounternehmen als zentrale Maßnahmen für die Wertschöpfung in den kommenden fünf Jahren.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring ist Herausgeber des Bank Blogs und der Finanzbranche seit über 30 Jahren beruflich verbunden. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Strategien in den Bereichen Digitalisierung, Innovation und Vertrieb ist er gefragter Referent und Moderator bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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