(Veränderungs-)Kommunikation in VUCA-Welten

Was Sie für die virtuelle Führung Ihrer Mitarbeiter brauchen

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VUCA-Welten fordern aktuell und zukünftig gerade von Ihnen als Führungskraft einen anderen Umgang mit Ihren Mitarbeitern und der Gesamtsituation. Vier Punkte machen deutlich, wie Sie die Situation besser, erfolgreicher und gemeinsam bewältigen können.

Virtuelle Mitarbeiterführung in Zeiten der Corona-Krise

In Zeiten der Corona-Krise gewinnt virtuelle Mitarbeiterführung an Bedeutung.

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Der noch andauernde Lockdown stellt jedes Finanzinstitut – ob groß, ob klein – vor besondere, durchaus auch schmerzhafte Herausforderungen. Das ist für sich noch nicht einmal die schlechte Nachricht – sondern, wie uns Covid19 in drastischer Weise vor Augen führt, dass wir in „VUCA“-Welten (Volatility – unbeständig, Uncertainty – unsicher, Complexity – komplex und Ambiguity – ambivalent) leben.

Sowohl das Allianz Risikobarometer 2020 als auch das Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum) WEF im „Global Risks Report“ sehen neben der Pandemie weitere große Geschäftsrisiken in nächster Zeit durch IT-Ausfälle (z.B. ausgelöst durch Cyberkriminalität) oder durch den Klimawechsel (Wetter, Klimakatastrophen). Sprich wenn die Covid-Beschränkungen in naher Zukunft wieder zurückgefahren werden sollten, wird mitnichten „alles wieder gut“. Dies bedarf also Querdenker auf allen Organisationsebenen und einer anderen Kommunikationskultur seitens der Führungskräfte.

Die Führungskräfte stecken in einer besonderen Situation – wie effektiv Führung ausführen, wenn die Mitarbeiter hauptsächlich im Home-Office sind? Schlagworte von „digitaler Unternehmenskultur“ machen zwar schnell die Runde, weil der Austausch primär virtuell über Emails, Telefon und Videokonferenzen stattfindet. Dabei ist vor allem und zuallererst eine besondere (Veränderungs-)Kommunikation gefragt. Zu dieser gehören Empathie, Fingerspitzengefühl und die Bereitschaft zuzuhören. Prüfen Sie als Führungskraft selbst, ob und inwieweit sie folgende Punkte in der Zusammenarbeit in Ihren Teams beherzigen. Vier Hinweise sollen Ihnen dabei helfen.

Seien Sie glaubwürdig

Wer kennt sie nicht, die überholten und zu allen Anlässen bereits platzierten Managementweisheiten wie

  • „Da kommen wir irgendwie schon durch“,
  • „Jetzt kommt es auf jeden Einzelnen an“,
  • „Wir müssen alle noch eine Schippe drauflegen / die Extrameile gehen“?

In der aktuellen Situation demotivieren solche eher Ihre Mitarbeiter. Gehen Sie das Ganze bewusst von einer anderen Seite an: Stellen Sie sich vielmehr Ihr Finanzinstitut, Ihre eigene Organisationseinheit als eine reale Person vor – welche Charaktereigenschaften hat diese? Angefangen von „A“ wie abenteuerlustig, autonom, über „N“ wie neugierig, nachlässig bis hin zu „Z“ wie zuverlässig oder zukunftsorientiert. Und wie decken diese sich inhaltlich mit ihren drei Kernbotschaften, die Sie Ihren Mitarbeitern sagen wollen?

Neben der inhaltlichen Dimension achten Sie besonders auf die Zielgruppe und die Kommunikationskanälen: Zum einen wollen Mitarbeitende nicht reine Pressekommuniques, Intranetmeldungen oder eine Zusammenfassung beider mitgeteilt bekommen. Zum anderen wirkt eine Ansprache in einem persönlichen Meeting anders als in einer Videokonferenz, einem Chat oder per Emails. Passen Sie entsprechend Ihr Führungskonzept an, um die Mitarbeitern kommunikativ mitzunehmen.

Seien Sie offen und transparent

Eine wechselseitige offene Kommunikationskultur fördert das Zugehörigkeitsgefühl und erhöht die Loyalität. Als Führungskraft leisten Sie dazu einen Beitrag, indem sie proaktiv Informationen bereitstellen. Das bedeutet aber auch den sprichwörtlichen „Mut zur Lücke“ – Sie können und werden nicht alles auf Anhieb wissen und beantworten. Aber Sie unterstreichen, dass Ihre Mitarbeiter auch in diesen Tagen auf Sie zählen können.

Bleiben Sie „am Ball“

Eine internationale Personalberatung (Kincentric) hat in einer branchenübergreifenden Puls-Befragung im letzten Jahr festgestellt, dass das Mitarbeiter-Engagement bei Unternehmen mit Home-Office über die Zeit signifikant nachließ. Das Phänomen lässt sich nachempfinden, in der Phase der Umstellung wurde im höheren Maße miteinander kommuniziert, Prozesse optimiert und angepasst.

Doch die Anfangseuphorie ist nicht nur in vielen Finanzinstituten gewichen, mit steigender Ungewissheit zu beruflichen Rahmendaten und unklaren Signalen, wie eigentlich Dinge und Themen angepackt werden, legt sich eine Art „Mehltau“ selbst über die Engagiertesten. Als Führungskräfte müssen sie dem aktiv entgegenwirken, indem sie regelmäßig und klar kommunizieren, d.h. klare Botschaften abgeben und eine konsistente Strategie erkennen lassen.

Bleiben Sie neugierig

Wir alle neigen in Stress- und Krisensituationen zu einem „Tunnelblick“: Augen zu und durch – dieses ist genau der falsche Ansatz! Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Disruption der Geschäftsmodelle pausieren als zentrale Herausforderungen nicht – ganz im Gegenteil. Es hilft ein Blick in die Wissenschaft. So belegt die Resilienzforschung eindeutig, dass Krisen stets Bestandteil eines jeden Systems sind. Diese können zwar bei allen Vorbeugemaßnahmen letztlich nicht verhindern werden, sind aber durch Anpassung für die Systeme verdaubar.

Mehr noch – Zalando, Uber, Airbnb entstanden allesamt im Rahmen der Finanzkrise 2009f. aus der Erkenntnis heraus, den neuen Problemen mit einer eigenen Lösung zu begegnen. Daraus folgt: gerade jetzt dies als Chance begreifen, die Zukunft aktiv zu gestalten. Nutzen Sie die Potenziale und binden hierzu gezielt Ihre Mitarbeiter mit Eigenverantwortlichkeit und dem Einbringen / Ausprobieren neuer Ideen ein. Als Führungskraft positionieren Sie sich bewusst klar, agil und überzeugend. Sie werden im Ergebnis eine spürbare Effizienz- und Ergebnissteigerung erreichen und somit gemeinsam die Situation besser und erfolgreicher bewältigen können.

Über den Autor

Dr. Armin Schuster

Dr. Armin Schuster ist Geschäftsführender Gesellschafter der SWK GmbH & Co. KG und war zuvor für verschiedene Banken im In- und Ausland tätig. Seine Themenschwerpunkte sind Strategie- und Geschäftsmodellentwicklung, Unternehmenskommunikation (on-/offline), Veränderungs- / Krisenkommunikation sowie Digitalisierung.

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2 Kommentare

  1. Avatar
    Michael Niedermaier am

    Sehr guter Beitrag mit einer tollen Botschaft! Und ich stimme vollkommen zu – auch wenn es nicht leicht war/ ist, kann man so viel lernen und durch die Krise besser werden (wie eben Airbnb, Zalando und Co.). Es hat sich einfach viel verändert, aber wie jeder schon oft gemerkt hat, sind Veränderungen nicht immer schlecht. Darüber habe ich einen interessanten Artikel gelesen, der das ganze nochmal gut ergänzt, falls sich auch jemand noch intensiver mit dem Thema beschäftigen möchte: https://www.ifb.de/news/was-uns-corona-ueber-veraenderungen-lehrt/1682. Meiner Meinung nach sehen zu viele Menschen immer alles schlecht. Aber ihr habt genau die richtige Botschaft: Man muss offen für Neues sein, Krisen gehören eben dazu und dadurch entwickelt sich alles weiter. :-)
    Ich habe durch strukturelle Änderungen in den letzten 1,5 Jahren jetzt auch meine Chance bekommen und meine erste Führungsposition bekommen. Da sieht man wieder – es kann auch gutes daraus kommen :-) Dafür helfen mir eure Tipps sehr! Und ich werde auch versuchen, die Botschaft an meine Mitarbeiter weiter zu geben, um wieder mehr Motivation und Neugierde für das was kommt zu schaffen.
    Vielen Dank und LG, Michael

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