Technologie-Startups sammeln trotz Corona-Krise mehr Geld ein

Drei deutsche Zentren für Innovation

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Gibt es doch irgendwann noch einmal ein deutsches Silicon Valley? Immerhin nahmen Deutschlands Tech-Startups im vergangenen Jahr mehr Investorengelder ein als zuvor. Drei Städte stechen dabei als vielversprechende Zentren heraus.

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Gerade Banken tun sich nicht immer einfach mit Innovationen. Dabei müssen gerade sie sich etwas einfallen lassen, angesichts weitgehend homogener Produkte und Leistungen. Im Bank Blog finden Sie aktuelle Studien rund um die Themen Innovation und Innovationsmanagement.

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Die Finanzierung der 100 größten deutschen Tech-Startups hat sich im vergangenen Jahr verbessert. Seit ihrer Gründung sammelten sie 13,7 Milliarden US-Dollar an Investorengeldern: Das entspricht einer Steigerung um 3,7 Milliarden US-Dollar im Vergleich zu 2019 – also 37 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Unternehmensberatung EY.

Die zehn Tech-Startups, die als am besten finanziert gelten, erhielten 2020 zusammen zwar 1,3 Milliarden US-Dollar weniger als die Top Ten des Vorjahres (1,8 Milliarden US-Dollar Venture Capital). Dafür verteilten sich die Investitionen auf mehr Startups. Die Zahl der Deals im Technologie-Segment stieg von 791 im Jahr 2019 auf 820 im vergangenen Jahr.

Berlin ist wirtschaftliches Startup-Zentrum

Die AUTO1 Group steht dabei an der Spitze des Rankings. Deren Manager konnten mit einer Kapitalspritze von 1,4 Milliarden US-Dollar rechnen. Dahinter folgen die Reiseplattform GetYourGuide (789 Millionen US-Dollar) und das Finanz-Startup N26 (783 Millionen US-Dollar).

Alle drei Unternehmen haben ihren Sitz in Berlin. Die Spreemetropole ist nicht nur die Hauptstadt der Bundesrepublik, sondern auch das Startup-Zentrum Deutschlands: 64 der 100 Tech-Startups mit der höchsten Gesamtfinanzierung sind dort gemeldet. Aus München kommen 21 der größten Startups. Die Hansestadt Hamburg kann mit sechs aufwarten.

Digitale Geschäftsmodelle sind ein Vorteil

Die hohen Bewertungen hingen unter anderem damit zusammen, dass die erfolgreichen Tech-Unternehmen ihr Geschäftsmodell von Beginn an digital ausgerichtet haben, heißt es von den Autoren der Studie. Damit seien sie flexibler als andere Unternehmen und könnten besser auf die Corona-Pandemie reagieren. Insbesondere im zweiten Halbjahr 2020 sei eine Zunahme der Finanzierungsrunden für junge Technologieunternehmen zu beobachten gewesen.

Rückgang bei M&A – Zunahme für 2021 erwartet

Die Anzahl der Fusionen und Übernahmen von Technologie-Startups, 90 an der Zahl, sei 2020 um ein Viertel zurückgegangen. Das werde jedoch, vermuten die Studienautoren, nicht so bleiben: Da ausreichend Liquidität im Markt vorhanden sei und viele Startups mit innovativen digitalen Geschäftsmodellen überzeugen konnten, rechnen sie mit einer Zunahme von Fusionen und Übernahmen. FinTechs sowie Software- und Analysedienstleister, von denen 24 beziehungswiese 20 zu den 100 bestfinanzierten Tech-Startups 2020 zählen, stünden besonders im Fokus der Investoren.

Mobilität und e-Commerce beliebte Investitionsziele

Die meisten Gelder flossen in die Mobilität und den e-Commerce. 2020 erhielten Startups im Bereich der Mobilität Investitionen in Höhe von über einer Milliarde US-Dollar – Startups aus dem Bereich E-Commerce kamen auf 744 Millionen. Im Durchschnitt sammelte jedes Startup der beiden Bereiche, das in der Top 100 vertreten ist, seit ihrer Gründung etwa 250 Millionen US-Dollar ein. So viel wie in keiner anderen Branche.

E-Commerce-Plattformen konnten, den Studienautoren nach, vom Trend zu Bestellungen über das Internet und der Lieferung nach Hause profitieren. Zudem hätten Gesundheits-Startups durch die Pandemie an Sichtbarkeit gewonnen. Auch Investitionen in CleanTech-Startups seien in den letzten Jahren konstant gestiegen. Klima- und Nachhaltigkeitsaspekte gewinnen in der Wirtschaft zunehmend an Bedeutung.

Nur zehn der 100 Top-Startups von Frauen gegründet

Weibliche Gründer sind nach wie vor eine Minderheit: Von den 100 höchstbewerteten Startups würden nur zehn von Frauen (mit-)gegründet. 14 würden aktuell von einer Frau geleitet beziehungsweise mitgeleitet, heißt es im Bericht. Dabei wisse man aus Untersuchungen, dass Diversität ein erheblicher Faktor für Wachstum und Erfolg sei.

Für Frauen sei es demnach schwieriger, an Risikokapital zu kommen. Das liege auch daran, dass Investoren überwiegend männlich sind und sich oft nicht mit den Produkten von Startups identifizieren können, die sich im Kundensegment auf Frauen konzentrieren.

Zudem fehle es an Frauennetzwerken in der Startup-Szene. Man könne die traditionelle, männlich dominierte Startup-Szene verändern, indem man junge Frauen dazu ermuntere, zu gründen und ihnen auf diesem Weg auch zu helfen. Dazu gehöre auch, dass man die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessere.

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Über den Autor

Jannik Wilk

Jannik Wilk ist als freiberuflicher Redakteur für Der Bank Blog tätig. Er ist freier Journalist und Student in Heidelberg.

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