„Sicher“ ist ein großes Risiko

Worauf es in Krisenzeiten ankommt

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Banken und Sparkassen blicken mit Sorge auf die weiteren Entwicklungen im neuen Jahr. In Zeiten multipler Krisen scheint Risikovermeidung vielen als richtige Strategie. Doch notwendige Veränderungen könnten dadurch aus dem Blickwinkel geraten.

Cartoon: Wie sich Unternehmen in Krisenzeiten verhalten

Wie sich Unternehmen in Krisenzeiten verhalten
© Tom Fishburne.

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Die Wirtschaft geht das Jahr 2023 mit gemischten Gefühlen an. Einerseits scheint es nicht mehr schlimmer kommen zu können, andererseits hat man genau dies vor einem Jahr auch erwartet – und dann kam der Ukraine-Krieg.

Ob wirklich eine Rezession kommt, bleibt abzuwarten. Die steigenden Zinsen scheinen den Banken auf den ersten Blick zu helfen. Doch es gibt bereits Warnungen, dass der Effekt nur von kurzfristiger Wirkung sei.

Was tun in schwierigen Zeiten

Risikoaversion scheint – wie so oft in Krisenzeiten – die gebotene Strategie der Stunde zu sein. Hinzu kommen die Klassiker: Kosten sparen, Effizienz steigern, sich mit Investitionen zurückhalten, Veränderungen vermeiden und abwarten.

Die strategischen Herausforderungen für die Finanzbranche indes haben sich in der Krise nicht verändert. Eher sind die mit ihnen verbundenen Fragen drängender geworden:

  • Die Digitalisierung geht unverändert weiter und erfordert – gerade von deutschen Finanzinstituten – mehr und konsequentere Investitionen.
  • Die Kunden stellen höhere Ansprüche und erwarten weiterhin persönliche Unterstützung in Finanzfragen. Die Schließung von immer mehr Filialen scheint auf Dauer in eine Sackgasse zu führen.
  • Für – neue und alte – Mitarbeiter stehen Banken schon lange nicht mehr an erster Position bei der Arbeitsgeberwahl. Anforderungen und Ansprüche steigen auch hier.
  • Die Aufsicht wird – gerade in Krisenzeiten – besonders gründlich auf Risiken und Geschäftsmodelle schauen. Die Regulierung wird weiter zunehmen.
  • Der Wettbewerbsdruck wird zunehmen, auch wenn FinTechs derzeit eine Durststrecke durchlaufen.

Die Sache mit dem Geschäftsmodell

Mehr Resilienz muss her und seit einigen Jahren werden Banken und Sparkassen aufgefordert, ihr Geschäftsmodell zu überdenken und neu zu justieren. Am Anfang vor allem von Beratern, dann auch von BaFin und Bundesbank.

Empfehlungen gibt es viele:

  • Partnerschaften auf Basis digitaler Ökosysteme,
  • Ausbau des digitalen Angebots,
  • Weiterentwicklung des Provisionsgeschäftes (ein Klassiker!),
  • Mehr Agilität,
  • Datenbasierte Produkte und Services,
  • Mehr Nachhaltigkeit,
  • etc.

Doch das funktioniert nur, wenn die Mittel für die notwendigen Investitionen vorhanden sind. Und diese stammen aus den bestehenden Geschäftsmodellen.

Survival of the fittest

Es besteht quasi ein gleichzeitiger Druck, den Kurs beizubehalten und alles komplett zu verändern. „Survival of the fittest“ bedeutet, dass diejenigen, denen es gelingt, sich schnell und entschlossen anzupassen, den Erfolg auf ihrer Seite haben werden. Diejenigen, die zögerlich handeln, werden weiter zurückfallen.

Für 2023 bedeutet das, mit offenen Augen die Entwicklungen im Blick behalten, nach Chancen suchen und daran zu denken, dass es auch riskant sein kann, auf Nummer sicher zu gehen.

Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring ist Herausgeber des Bank Blogs und der Finanzbranche seit über 30 Jahren beruflich verbunden. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Strategien in den Bereichen Digitalisierung, Innovation und Vertrieb ist er gefragter Referent und Moderator bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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