Schwieriges Marktumfeld bremst Börsengänge und Kapitalerhöhungen aus

An der Börse geht die Angst vor der Rezession um

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Kaum ein Unternehmen traut sich an die Börse: Inflation, steigende Preise und die Zinswende verunsichern Investoren wie Manager. Das zeigt eine aktuelle Studie. Der Unterschied zum Vorjahr ist erschreckend. Die Börsenaspiranten richten ihren Blick auf 2023.

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Inflation, Preissteigerung, Zinswende: Der DAX hat seit Jahresbeginn rund 17 Prozent eingebüßt, der DAX sogar 23 Prozent. Kaum ein Unternehmen wagt sich derzeit an die Börse. Das zeigt Untersuchung der Unternehmensberatung PwC, die vierteljährlich erscheint.

Demnach registrierte man dort im zweiten Quartal 2022 nur zwei Initial Public Offerings (IPOs):

  • Die auf Immobilien spezialisierte Mantelgesellschaft SMG European Recovery SPAC SE (115 Millionen Euro) und
  • die Online-Plattform des Immobilienunternehmens Engel & Völkers, EV Digital Invest AG (sechs Millionen Euro). Insgesamt also 121 Millionen Euro.

Der Unterschied zum Vorjahr ist eklatant: Nach einem schwierigen Jahr 2020 feierte im zweiten Quartal 2021 alleine Frankfurter die Börse zehn IPOs mit einem Volumen von insgesamt vier Milliarden Euro. Sogar im Q2 2020, als die Corona-Pandemie auf eine unvorbereitete deutsche Wirtschaft traf, gab es immerhin IPO-Erlöse in Höhe von 214 Millionen Euro

Flaute bei Kapitalerhöhungen und Fremdkapitalemissionen

Weder bei der Anzahl (sechs), noch beim Volumen der Kapitalerhöhungen (124 Millionen Euro) gibt es einen Grund, dass sich die Laune der Unternehmer und Investoren bessert: Im ersten Quartal 2022 sind es zwar noch vier Kapitalerhöhungen mit 59 Millionen Euro gewesen. Vor einem Jahr aber, im Q2 2021 waren es 14 mit einem Umfang von 420 Millionen Euro.

Die Fremdkapitalemissionen liegen derzeit sogar auf tiefsten Wert seit fünf Jahren (6,2 Milliarden Euro). Im ersten Quartal 2022 habe das Volumen laut der Studie noch bei 19,0 Milliarden Euro gelegen – im Q2 2021 seien es 14,2 Milliarden Euro gewesen.

Gründer und Investoren fürchten sich vor der Rezession

Schuld daran, dass derzeit Unsicherheit am Kapitalmarkt herrsche, soll den Autoren der Studie nach die hohe Inflation, die steigenden Energiepreise sowie die – meist in China – unterbrochenen Lieferketten haben. Zudem gebe es die Sorge, dass die kürzlich eingeleitete Zinswende einen Konjunkturaufschwung verhindern könnte. Dementsprechend setze sich der Ausverkauf an den Aktienmärkten fort.

Kommen noch zwei, drei Börsengänge?

Kann das Jahr der IPOs noch gerettet werden? Die Autoren der Studie sind zurückhaltend. Zwar würden sich derzeit mehrere Unternehmen auf einen Börsengang vorbereiten – für den Fall, dass sich nach der Sommerpause die Lage kurzfristig bessere. Allerdings bleibe die Situation mittelfristig schwierig. Selbst wenn noch zwei, drei IPOs über die Bühne gehen, richte sich der Fokus der Unternehmer und Investoren schon heute auf 2023.

Die Studie „Emissionsmarkt Deutschland Q2-2022“ können Sie hier direkt herunterladen.

Über den Autor

Jannik Wilk

Jannik Wilk ist als freiberuflicher Redakteur für Der Bank Blog tätig. Er ist freier Journalist und Student in Heidelberg.

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