Profitabilität der Banken im Höhenflug

Nachhaltigkeit als wichtige Zukunftschance

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Eine Studie zufolge waren die Banken 2022 – trotz schwieriges Umfelds – so profitabel wie lange nicht. Die kommenden Jahre könnten jedoch für viele Institute schwierig werden. Insbesondere deutsche Banken haben Nachholbedarf.

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Trotz schwieriger Rahmenbedingungen und zahlreicher Herausforderungen konnten die Banken weltweit Ihre Profitabilität 2022 deutlich steigern. Die durchschnittliche Eigenkapitalrendite in der Branche wird zwischen 11,5 und 12,5 Prozent liegen und damit so hoch sein wie seit 2007 nicht mehr. Ihre Erträge werden die Banken 2022 global um 345 Mrd. US-Dollar auf dann insgesamt 6,5 Bio. US-Dollar steigern.Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey & Company. Hauptgrund für das starke Abschneiden sind die wesentlich höheren Margen, die Finanzinstitute durch den Anstieg der Zinsen generieren können.

Die Eigenkapitalrendite deutscher Banken wird 2022 mit über 5 Prozent ebenfalls deutlich über den Vorjahren liegen, aber weiter unter ihren Eigenkapitalkosten. Deutsche Banken sind damit zudem nur halb so profitabel wie der weltweite Durchschnitt.

Ertragssteigerung in (fast) allen Bereichen

Banken konnten der Analyse zufolge 2022 in allen Geschäftsfeldern die Erträge steigern. Einzige Ausnahme bildet das in den Vorjahren starke Investment Banking, wo die Erträge um 7 Prozent zurückgehen. Den größten Ertragszuwachs gibt es im Wealth Management, in dem mit 8 Prozent das durchschnittliche Wachstum verdoppelt wurde.

Eine Trendwende ist bei Standard-Produkten wie Konten, Einlagen und Zahlungsverkehr zu verzeichnen. In diesen Bereichen waren die Erträge zuletzt zurückgegangen. 2022 kann angesichts gestiegener Zinsen ein Wachstum von 7 Prozent erzielt werden.

Bewertungen gehen zurück trotz soliden Eigenkapitals

Mit durchschnittlichen Eigenkapitalquoten zwischen 14 und 15 Prozent verfügen die Finanzinstitute zudem über eine solide Eigenkapitalausstattung. Dennoch sind die Bewertungen der Banken – auch vor dem Hintergrund des Rückgangs der weltweiten Aktienmärkte – gesunken.

So fiel ihre globale Marktkapitalisierung Mitte 2022von 16 Bio. US-Dollar 2021 auf 14,5 Bio. US-Dollar. Dabei machen klassische Banken die eine, spezialisierte Finanzdienstleister und FinTechs die andere Hälfte der Marktkapitalisierung aus. Letztere konnten ihren Anteil, der vor fünf Jahren noch bei 30 Prozent lag, weiter ausbauen.

Finanzunternehmen, die nachhaltig profitable Geschäftsfelder wie Zahlungsabwicklung oder Consumer Finance besetzen, profitieren weiterhin von tendenziell höheren Bewertungen. So beträgt beispielsweise das durchschnittliche Kurs-Buchwert-Verhältnis von Payment-Anbietern zwar nicht mehr 9 wie 2020, sondern nur noch 6, ist damit aber immer noch deutlich besser als das der klassischen Banken, welches bei etwa 1 liegt.

Unsichere Zukunftsaussichten

Die kommenden Jahre könnten für viele Institute jedoch schwierig werden. Im Falle einer weltweiten Rezession könnte die globale Eigenkapitalrendite bis 2026 deutlich auf 7 Prozent, in Europa sogar auf 6 Prozent, sinken.

Um zukunftsfähig zu werden, müssen die Institute ihre Angebote digitalisieren. Außerdem sei eine stärkere Fokussierung notwendig. Zudem müssten die Fähigkeiten des Personals weiterentwickelt werden, um Resilienz und Wachstum sicherzustellen.

Sustainable Finance als Wachstumschance

Sustainable Finance spielt der Studie zufolge für viele Institute bereits eine wichtige Rolle. Nachhaltige Anleihen machen inzwischen 11 Prozent des gesamten weltweiten Emissionsvolumens aus. Bei ESG-gebundenen Konsortialkrediten liegt der Anteil sogar bei 13 Prozent. In Deutschland ist der Anteil noch höher.

In den ersten neun Monaten 2022 wurde jede fünfte Anleihe in einer Nachhaltigkeitsvariante emittiert. Mit Green Bond-Emissionen mit einem Volumen von 45,5 Mrd. US-Dollar in diesem Zeitraum ist Deutschland zudem Spitzenreiter in Europa.

Für Banken bedeutet das ein großes Finanzierungs- und Wachstumspotenzial. Um Klimaneutralität zu erreichen, ergibt sich bis 2030 für die Banken allein durch Direktfinanzierungen ein jährliches Finanzierungspotenzial von 820 Mrd. US-Dollar. Hinzu kommt das Ermöglichen weiterer Mittel für Unternehmen in Höhe von insgesamt 1,5 Bio. US-Dollar bis 2030. Allein durch Fremdfinanzierungen bietet sich so ein zusätzliches Ertragspotenzial von 100 Mrd. US-Dollar pro Jahr. Europäische Banken könnten besonders profitieren, da 25 Mrd. US-Dollar davon auf West-, 10 Mrd. US-Dollar auf Osteuropa entfallen.

Künftig dürfte das ESG-Ertragspotenzial für die Finanzbranche weiter steigen. Neben den Fremdfinanzierungen gewinnt das Thema ESG auch im Zahlungsverkehr, der Handelsfinanzierung, bei M&A-Transaktionen oder durch den Handel von CO2-Emissionszertifikaten weiter an Bedeutung.

Die europäischen und auch die deutschen Banken seien beim Thema Sustainable Finance sehr gut positioniert, um vom großen Wachstumspotenzial durch den Finanzierungsbedarf für den Übergang in eine nachhaltige Wirtschaft zu profitieren.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring ist Herausgeber des Bank Blogs und der Finanzbranche seit über 30 Jahren beruflich verbunden. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Strategien in den Bereichen Digitalisierung, Innovation und Vertrieb ist er gefragter Referent und Moderator bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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