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Pokémon: Nur ein Spiel oder viel mehr?

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Was bedeutet der Hype für Unternehmen?

Pokemon Go und Unternehmen

Was bedeutet der Hype um Pokemon Go für das Marketing von Unternehmen?
© Matthew Corley / Shutterstock.com

Der Siegeszug der kleinen Zeichentrick Monster auf den Smartphones der Welt hat uns alle überrascht. Das Spiel hat es geschafft eine enorm hohe öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Nutzerzahlen und Beschäftigungsdauer mit der App zogen an großen Social Media Kanälen vorbei. Wie konnte es passieren und was bedeutet es für Unternehmen?

Wer wie ich in den 1990ern aufgewachsen ist, der hatte in irgendeiner Form Kontakt mit diesem japanischen Exportschlager: Pokémon. Ob es nun Gameboy oder später Sammelkarten, TV Serie, Kinofilm oder andere Merchandising Artikel waren, man kannte die kleinen Wesen mit den übergroßen Augen. Ob man sie jetzt nun mochte oder nicht, sie sind Teil der „elektronischen Medienkultur“ der Jahrtausendgrenze geworden. Aber wie es mit den meisten Computerspielen passiert, geriet das Spiel sowie seine diversen Deklinationen über andere Medien im Laufe der Zeit aus der Mode.

Doch jetzt sind sie wieder da! Im Juli 2017 – mehr als zwanzig Jahre nach dem ersten Start – sind die Pokémons wieder da. Das Spiel ist heute natürlich auf dem Smartphone erhältlich. Und auf einmal wird es (wieder) ein Sensationserfolg. Die Anmeldungen gehen durch die Decke, die Nutzerzahlen übersteigen die von Twitter, die Nutzungsdauer übersteigt die von Facebook und in der Folge erreicht der Börsenkurs von Nintendo neue Höchstwerte.

Was sind die Erfolgsfaktoren von Pokémon Go?

Neben den klassischen Motiven: Sammeln und Kämpfen tritt noch etwas anders in den Vordergrund. Die echte Welt wird durch die Verortung der Spielfeatures in der Nachbarschaft, dem Weg zur Arbeit oder an anderen Plätzen des „Jetzt und Hier“ Teil des Spiels. Neben der klassischen fast kindlichen Gameboy Anmutung wird durch detailliertes Kartenmaterial inkl. einer Beschreibung von echten Lokationen ein ganz neues Spielerlebnis erreicht. Durch die Verbindung mit dem GPS der Smartphones werden die Spieler und ihre Umgebung – ja die ganze Welt – Teil des Spiels. Und es scheint ihnen zu gefallen.

Dass diese Funktion meist bzgl. ihrer negativen Ausprägungen diskutiert wird, macht den Erfolg an sich ja nicht ungeschehen. Es ist richtig, dass Menschen gegen Laternen laufen, in Brunnen fallen oder Unfälle verursachen, wenn sie von der Monsterjagd abgelenkt sind. Sogar Verbrecher tauchen manchmal zu tief ein. Wenn sogar die Polizei Richtlinien für den Umgang mit dem Spiel herausbringen muss, dann ist es wohl wirklich „in der Breite“ der Gesellschaft angekommen. Bisherige Spiele haben dies so noch nicht erreichen können.

Dass beim Sammeln bzw.Einfangen der Blick quasi durch das Display geht, wurde schon als Augmented Reality Feature hochgelobt. Aber damit hat das Game noch wenig gemeinsam. Auch durch Datenbrillen wird zwar das Spielerlebnis abgerundeter, doch eine Anreicherung der Realität sollte bei echter Augmented Reality ohne Zweifel etwas größer ausfallen.

Zwar ist das Thema Datenschutz in Verbindung mit Pokémon Go wieder in der Diskussion und dieser ist alles andere als optimal umgesetzt worden, doch dieses hat mit dem Erfolg des Spiels nicht all zu viel zu tun.

Was können Unternehmen vom Pokémon Erfolg lernen?

Die Verbindung mit echten Orten verleihen dem virtuellen Spiel eine interessante Eigenschaft, die nicht nur von Unternehmen mit stationären Vertriebsstellen genutzt werden kann. Markenrechtlich sind Motiv- und Story-Kopien natürlich unangemessen. Zuerst ist zu prüfen, ob eine Kooperation mit dem Sensationsspiel direkt möglich ist. Gibt es Funktionen, die genutzt werden können.

Unternehmen sind heute aufgefordert gewohnte Marketingpfade zu verlassen. Maßnahmen der ganz neuen Art werden greifbar. Erste Ansätze, insbesondere die Augmented Reality Aspekte zu übernehmen, deuten in eine spannende Richtung. Aber reicht das? Viele Verantwortliche reagieren nicht oder völlig ungenügend. So lassen sich die Herausforderungen der neuen Medien sicherlich nicht bestehen. Wenn das Spiel sogar die größten Hausmäuse an die Frischluft bekommt – mit all seinen positiven Effekten, dann bekommen Marken vielleicht ihre Kunden auch wieder zu den eigenen stationären Vertriebseinheiten. An diesen realen Orten mit ihrem virtuellen Schatten bieten sich nun die Möglichkeiten via Botschaft, Produkt oder Meinungsmacher mit den Kunden zu interagieren. Also warum warten?

Natürlich wird auch der Hype um Pokémon wieder zurückgehen, aber einen Fußabdruck im Rahmen der Digitalisierung werden die kleinen Monster sicher zurücklassen. Und hierauf sollten sich die Verantwortlichen in den Unternehmen einstellen.


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Über den Autor

Nils Papendorf

Nils Papendorf befasst sich seit rund 16 Jahren mit den verschiedenen Facetten der Online-Medien. Als Sparkassenkaufmann und über sein Studium der Volkswirtschaft mit Schwerpunkt Bankbetriebslehre zog es ihm aus Göttingen nach Hamburg zu Deutschlands größter Sparkasse. Dort war er über acht Jahre verantwortlich für Website, Online-Marketing und Social Media. Beruflich wie privat ist er eng den sozialen Medien verbunden und bietet seit einigen Jahren auch Beratung oder Vorträge für Unternehmen und Organisationen an, die sich diesem Feld öffnen wollen.

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