Netto-Null in Unternehmen: Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Fehlende Strategien und Maßnahmen

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Viele Unternehmen haben sich das Ziel „Netto-Null-Emissionen“ auf die Fahnen geschrieben. Eine Studie zeigt jedoch: Es mangelt an klaren Strategien, der Umsetzung konkreter Maßnahmen und der Erkenntnis über den unternehmerischen Nutzen von Klimaschutzmaßnahmen.

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Immer mehr Unternehmen bekennen sich zu ambitionierten Zielen zur Reduktion der CO2-Belastung. Doch die Erfolge in der Praxis sind überschaubar. Einer Studie des Capgemini Research Institutes zufolge besteht eine erhebliche Kluft zwischen den langfristigen Ambitionen und den konkreten Maßnahmen. Insbesondere würde eine Mehrheit der Entscheidungsträger den unternehmerischen Nutzen von Klimaschutzmaßnahmen unterschätzen. Viele befürchten kurzfristig finanzielle Belastungen.

Unternehmen – so die Studienautoren – sollten ihre Geschäftsmodelle zeitgemäß neu ausrichten, um nachhaltige Produkte und Services zu entwickeln. Für diese Investition in die Zukunft brauchen sie Etappenziele und eine realistische, umfassende Nachhaltigkeitsstrategie.

Die Studienergebnisse würden allerdings zeigen, dass es vielen Unternehmen an einer kollektiven Vision sowie an funktionsübergreifender Koordination ihrer Nachhaltigkeitsbemühungen mangele und dass die zuständigen Teams noch immer isoliert voneinander arbeiteten.

Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Weltweit sagen 64 Prozent (Deutschland 60 Prozent) der Manager, dass Nachhaltigkeit auf der Agenda jedes Mitglieds der Geschäftsführung ihres Unternehmens stehe. 49 Prozent (Deutschland 51 Prozent) haben eine Reihe von Klimaschutz-Initiativen für die nächsten drei Jahre definiert. 37 Prozent der Befragten weltweit (Deutschland 46 Prozent) geben an, dass ihr Unternehmen daran arbeite, das Betriebsmodell hin zu mehr Nachhaltigkeit umzugestalten.

Insgesamt belaufen sich die Investitionen in Aktivitäten zur Dekarbonisierung bei Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 20 Milliarden US-Dollar auf durchschnittlich 0,41 Prozent des Gesamtumsatzes. Kleinere Unternehmen mit einem Umsatz zwischen einer und fünf Milliarden US-Dollar investieren mit durchschnittlich 2,81 Prozent ihres Gesamtumsatzes mehr. Zum Vergleich: Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung lagen bei 500 der größten börsennotierten US-amerikanischen Unternehmen im Jahr 2020 bei durchschnittlich vier Prozent, also deutlich höher.

Die wichtigsten Gründe für eine Dekarbonisierung

Zu den wichtigsten Beweggründen für Nachhaltigkeitsmaßnahmen zählt aktuell für 60 Prozent der Entscheidungsträger international (Deutschland 63 Prozent) der Druck von bestehenden und potenziellen Mitarbeitern. Allerdings werben nur 47 Prozent der Unternehmen weltweit (Deutschland 50 Prozent) gezielt neue Talente mit starken Nachhaltigkeitskompetenzen an.

Auch die Regulierung treibt zum Handeln: 57 Prozent (Deutschland 64 Prozent) wollen schärferen zukünftigen Regularien zuvorzukommen.

52 Prozent der Führungskräfte versprechen sich steigende Einnahmen. Aber nur 21 Prozent (Deutschland 16 Prozent) in Deutschland) sehen einen klaren unternehmerischen Nutzen in Nachhaltigkeit. 53 Prozent weltweit (Deutschland 51 Prozent) sind der Meinung, die Kosten für derartige Maßnahmen überstiegen den potenziellen Nutzen.

Die Studie zeigt allerdings, dass Unternehmen, die Nachhaltigkeit priorisieren, schon jetzt erfolgreicher sind als Unternehmen, die dies nicht tun.

Knackpunkt nachhaltigkeitsbezogene Daten

Weltweit geben nur 43 Prozent (Deutschland 49 Prozent) der Befragten an, dass nachhaltigkeitsbezogene Daten verfügbar sind und innerhalb der gesamten Organisation zugänglich gemacht werden. Bei 48 Prozent der Unternehmen in Deutschland stehen diese Daten auch für externe Stakeholder wie Investoren, Aktivisten, Regierungsstellen und Konsumenten zur Verfügung (Deutschland 61 Prozent).

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring ist Herausgeber des Bank Blogs und der Finanzbranche seit über 30 Jahren beruflich verbunden. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Strategien in den Bereichen Digitalisierung, Innovation und Vertrieb ist er gefragter Referent und Moderator bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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