MiFID II wird das Investmentgeschäft nachhaltig verändern

Zur Preisbildung für Investment-Research

Die Einführung von MiFID II steht unmittelbar bevor. Nach Meinung von Experten aus der Investmentbranche wird der Übergang disruptiv wirken, langfristig aber zu effizienteren Märkten führen.

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In Kürze erfolgt die Einführung der Markets in Financial Instruments Directive (MiFID II). Das CFA Institute – ein globaler Berufsverband für Anlageexperten – hat in einer Studie die Auswirkungen auf die Investmentbranche untersucht. Dazu wurden Investmentexperten und Vertreter von Vermögensverwaltungsgesellschaften aus 330 Unternehmen in 28 europäischen Ländern befragt.

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Ziel des Reports war es unter anderem, ein besseres Verständnis der Erwartungen auf Käuferseite bezüglich der Preisbildung für Research unter der neuen Direktive zu erhalten.

Hohe Kosten durch MiFID II

Im Hinblick auf die Einschätzung der jährlich zu erwartenden Kosten für Research unter MiFID II, offenbart die Studie Uneinigkeit. Dies spiegelt zum einen die vielfältigen Investmentstrategien wider, zum anderen aber auch die große Unsicherheit bezüglich der Preisbildung, die noch immer Verhandlungen unterliegt.

Im Durchschnitt betragen die jährlich zu erwartenden Kosten für Aktien-Research 10 Basispunkte. Dies entspricht einem Betrag von 1 Million Euro pro Jahr für ein fiktives Volumen von 1 Milliarde Euro Assets under Management (AuM).

Die erwarteten Kosten für Research im Bereich Fixed Income, Currencies and Commodities (FICC) sind mit rund 350.000 Euro pro Jahr bei einem Nominalvolumen von 1 Milliarde Euro verwaltetem Vermögen etwa halb so hoch wie für Aktien-Research.

Verbleiben die Research-Kosten auf der Anbieterseite?

Jeder zweite Marktteilnehmer (53 Prozent) geht davon aus, dass die Kosten für Studien und Analysen künftig von den Investmentunternehmen übernommen werden. 15 Prozent erwarten, dass Analyseleistungen dem Kunden in Rechnung gestellt werden, während zwölf Prozent der Befragten von einer gemischten Verteilung ausgehen.

Allerdings sind 21 Prozent der Befragten immer noch unsicher darüber, wie ihr Unternehmen den Großteil der Aufwendungen decken wird.

Die Übernahme der Analysekosten durch die Unternehmen korreliert direkt mit der Höhe der verwalteten Vermögen. Zwei Drittel der Befragten aus Investmentfirmen mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 250 Milliarden Euro erwarten, dass ihr Unternehmen die Kosten tragen wird. Dagegen liegt der Anteil bei Marktteilnehmern mit weniger als einer Milliarde Euro verwaltetem Vermögen bei lediglich 42 Prozent.

Wettbewerbsnachteil für kleinere Institute?

MiFID II wird sich auch auf die Anbieterseite von Research auswirken. 78 Prozent der befragten Investmentexperten gehen davon aus, dass sie künftig weniger Research von Investmentbanken beziehen werden. 44 Prozent erwarten, dass Research künftig vermehrt im eigenen Haus stattfindet.

Darüber hinaus äußerten sich die Investmentexperten besorgt über einen möglichen Wettbewerbsnachteil für kleinere Unternehmen. Dies spiegelt die Befürchtungen der Industrie wider, dass die Veränderungen zum Marktaustritt einiger kleinerer Unternehmen führen und den Konsolidierungsprozess zugunsten großer, globaler Organisationen weiter vorantreiben werden.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Digitalisierung, Innovation und Vertrieb hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland und bietet Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management sowie Beratung/Consulting an.

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2 Kommentare

  1. Clemens Schuerhoff am

    Sorry Dr. Leichsenring,

    MiFID II ist bereits zum 03.01.2018 in Kraft getreten.

    MfG Clemens Schuerhoff

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