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Markus Pertlwieser über die digitalen Herausforderungen für die Deutsche Bank

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Fünf Fragen und Antworten zur Digitalisierung der Finanzdienstleistung

10 Experten über die zunehmende Digitalisierung der Finanzdienstleistung

Die Digitalisierung der Finanzdienstleistung ist auf dem Vormarsch. In einer kleinen Serie erläutern Bankexperten ihre Einschätzung
© Shutterstock

Finanzinstitute befinden sich inmitten einer digitalen Revolution, die durchaus disruptive Ausmaße annehmen kann. Im Rahmen einer kleinen Artikelserie nehmen Experten der wichtigsten Institute und Institutsgruppen Stellung zu diesem Trend. Lesen Sie heute das Statement von Markus Pertlwieser, COO bei der Deutschen Bank.

Die Digitalisierung der Finanzdienstleistung und die daraus erwachsenden Herausforderungen für Banken und Sparkassen sind derzeit eines der beherrschenden Themen der Branche.

Um herauszufinden, wie hierzulande die wichtigsten Institute und Institutsgruppen diesen Trend einschätzen und ihm begegnen habe ich fünf Fragen formuliert und führende Vertreter des deutschen Bankwesens um ein Statement gebeten.

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Fünf Antworten von Markus Pertlwieser, Deutsche Bank

Lesen Sie nachfolgend die Ausführungen von Dr. Markus Pertlwieser, Chief Operating Officer für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank.

Markus Pertlwieser, COO Deutsche Bank

Dr. Markus Pertlwieser, Chief Operating Officer Deutsche Bank

Bank Blog: Was bedeutet für Sie „Digitalisierung“ und worin sehen Sie für Ihr Institut die besonderen Chancen und Risiken?

Digitalisierung ist für uns die intelligente Verzahnung von Online-Welt und Filialwelt im Dienste des Kunden. Entscheidend ist nicht die Informationstechnik, sondern das veränderte Kundenverhalten: Heute entscheiden die Kunden, an welchem Ort, zu welcher Zeit und auf welchem Zugangsweg sie die Leistungen der Bank in Anspruch nehmen wollen. Wie im Alltag der Kunden müssen deshalb online und offline auch bei der Bank nahtlos ineinander greifen. Wenn das richtig gemacht wird, bietet die Digitalisierung für die Kunden wie für die Bank enorme Chancen: auf intensivere und werthaltige Kommunikation, deutlich erhöhten Komfort und größtmögliche Transparenz. Die Deutsche Bank hat als Marke mit 14 Millionen Kunden und als Verwalter von „smart data“ große Assets, die ihr auch im digitalen Finanzgeschäft eine sehr gute Marktposition sichern. Wenn die Kunden das wünschen und die Regulierung es erlaubt, kann die Bank ihren Kunden etwa über „social advising“ („peer-to-peer“-Vergleiche) oder mit individualisierten Informationen großen Mehrwert schaffen.

Bank Blog: Welches sind die größten drei Herausforderungen für Ihr Institut?

Der Schlüssel zum Erfolg der Banken in der digitalen Welt liegt darin, für den Kunden mit Informationen und Services relevant zu bleiben. Die Banken dürfen die Verbindung zum Kunden nicht verlieren, zum Beispiel indem sie Aggregatoren erlauben, sich in diese Verbindung einzuschalten. Deshalb genügt es heute nicht mehr, den Kunden zum Beratungsgespräch in der Filiale zu erwarten. Denn Kunden informieren sich heute im Netz über Finanzprodukte und Services, und die Entscheidung, ein Angebot der Bank in Betracht zu ziehen oder eben nicht, fällt deutlich vor dem Besuch der Website oder der Filiale. Aus diesem Grund muss die Bank bereits viel früher mit den Kunden in Kontakt kommen und im Leben des Kunden mit Informationen und Services eine Rolle spielen, also relevant sein. Ein gutes Beispiel hierfür ist etwa unser Finanzplaner, der wie ein Haushaltsbuch für den Kunden Einnahmen und Ausgaben transparent macht. Er hilft dem Kunden, sein Geld zielgerichtet zu verwalten und etwa Anschaffungen finanziell durchzuplanen.

Ein anderes Beispiel sind automatisierte Hinweise auf Kontostände, Kredittilgungen, Wertpapier- oder Index-Entwicklungen, die der Kunde sich individuell einrichten kann. Er bekommt dann etwa eine Nachricht auf sein Smartphone, wenn sein Konto mehr als 2.000 Euro Liquidität aufweist oder wenn die Hälfte seines Baufinanzierungskredits getilgt ist. Das ist für ihn relevant und die Bank ist darüber mit ihm in Kontakt.

Auch unser Kerngeschäft, die Beratung, werden wir weiter digitalisieren. Das geht über Video-Beratung, die wir in einigen Marktgebieten bereits im Test haben, oder über ‚Robo-Advice‘, also die Zusammenstellung eines Anlageportfolios mittels Computeranalyse und ‑empfehlung. Das dritte Beispiel sind digitale Mehrwert-Services, die „smart data“ nutzen, und unsere Wertschöpfungskette auch über die klassischen Bankdienstleistungen hinaus erweitern. Mit Einwilligung der Kunden können wir in Zukunft den großen Datenpool der Bank nutzen, um den Kunden in „peer-to-peer“-Vergleichen etwa auf einen günstigeren Versicherungstarif oder auf das von anderen Kunden am häufigsten gehandelte Wertpapier aufmerksam zu machen.

Bank Blog: Derzeit entstehen zahlreiche sogenannte FinTech Startups, die insbesondere im Privatkundengeschäft versuchen, mit innovativen, kundenorientierten digitalen Angeboten den etablierten Banken Konkurrenz zu machen? Welche Schlussfolgerungen ziehen Sie aus diesem Trend für Ihr Institut?

Die große Zahl an FinTechs zeigt vor allem: Die Bankenindustrie ist ein sehr attraktiver Markt, an dem viele partizipieren möchten. Das ist erst einmal eine richtig gute Nachricht für die Kunden, die von Innovationen und Wettbewerb profitieren. Wichtig ist, dass Banken sich auch in der Digitalisierung auf ihre Stärken konzentrieren; sie sollten also ihr Kerngeschäft wie Einlagen, Kredit oder Wertpapiere konsequent digitalisieren und nicht versuchen, der beste FinTech zu werden. Dabei müssen Banken nicht alles selber entwickeln, sondern können im Dienste der Kunden für viele gute Innovationen mit FinTechs kooperieren.

Wir machen das sehr erfolgreich bereits mit Gini. Gemeinsam haben wir die Smart-Überweisung entwickelt und in nur wenigen Monaten für unsere Kunden bereitgestellt. Generell ist es so, dass die Banken die große Kundenbasishaben, die den FinTechs häufig fehlt. Ein Blick in die USA zeigt, dass die Digitalisierung im Banking dort ganz wesentlich von den Banken gestaltet wird.

Bank Blog: Den großen Internetunternehmen Amazon, Apple, Facebook und Google wird immer mal wieder ein Einstieg in den Bereich Finanzdienstleistung unterstellt. Im Zahlungsverkehr ist dieser ja bereits vollzogen. Wie beurteilen Sie diese neuen Wettbewerber und wie bereiten Sie sich darauf vor?

Die Deutsche Bank verfolgt eine Digitalisierungsstrategie, die auf ihre Stärken und Vorteile aufbaut: Als starke Marke mit 14 Millionen Kunden und als Verwalter von „Smart Data“ haben wir große Assets, die uns auch im digitalen Finanzgeschäft eine sehr gute Marktposition sichern. Unsere Strategie setzt deshalb auch nicht auf Abwehr. Vielmehr konzentrieren wir uns darauf, in der Digitalisierung unseren Kunden die Features, die Services, den Komfort und die Sicherheit zu bieten, die sie sich im modernen Banking wünschen. Für uns ist es dabei selbstverständlich, dass wir auch mit FinTechs oder mit den großen Internet Playern zusammenzuarbeiten. Voraussetzung dafür ist, dass sich etwa in einer Kooperation für die Kunden schneller und smarter das bereitstellen lässt, was diese sich wünschen. Unser Anspruch ist ganz klar, die Nummer 1 im Digital Banking zu sein. Dass wir hier sehr gut unterwegs sind, zeigt der Blick in die USA oder nach Asien. Dort sind eben die Banken im digitalen Bankgeschäft führend und nicht die Near oder Non Banks.

Bank Blog: Wieviel investiert Ihr Institut in den kommenden fünf Jahren in die Digitalisierung, wie groß sind dabei die Anteile für „Run the Bank“ und „Change the Bank“ und welche Bereiche sind die von Ihnen priorisierten?

Die Deutsche Bank wird bis zum Jahr 2020 insgesamt 500 Mio. Euro im Bereich im Bereich Privat- und Geschäftskunden (PBC) in die Digitalisierung investieren. Diese 500 Mio. Euro sind eine Anschubfinanzierung, die zusätzlich zu den Investitionen in IT-Projekte fließen. Das Geld wird im Wesentlichen für Innovationen verwendet, die direkt der Information, dem Service und Komfort für unsere Kunden dienen.

 

Im nächsten Teil der kleinen Serie lesen Sie das Statement von Kai Friedrich, CEO der Consorsbank.

 

E-Book „Herausforderung Digitalisierung der Finanzdienstleistung“

Bereits heute können Sie ein 28-seitiges E Book mit den Antworten und Einschätzungen aller Teilnehmer der Befragung beziehen. Das PDF Dokument enthält die Stellungnahmen der Chefs der Institutsgruppen Georg Fahrenschon (DSGV), Uwe Fröhlich (BVR), Dr. Michael Kemmer (Bankenverband) und Prof. Dr. Joachim Wuermeling (Verband der Spardabanken), von Ole Franke, Bereichsleiter Direct Banking der Commerzbank AG, Philip Laucks, Bereichsvorstand Direkt Banking bei der Postbank und Dr. Markus Pertlwieser Chief Operating Officer bei der Deutschen Bank sowie von Kai Friedrich, Chief Executive Officer (CEO) der Consorsbank, Holger Hohrein, CFO und Mitglied des Vorstands comdirect bank AG und Željko Kaurin, Generalbevollmächtigter und COO/CIO der ING-DiBa AG.

 

Nutzen Sie dazu einfach den LaterPay Kaufprozess.

 

E-Book Digitalisierung Finanzdienstleistung

Statements von 10 Experten zur Digitalisierung der Finanzdienstleistung

Für Informationen und Hintergründe lesen Sie bitte den ausführlichen Beitrag zu Laterpay.

Bei Fragen und Problemen zu/mit LaterPay hilft der Laterpay-Kundendienst, viele Fragen werden auch im Help Center beantwortet.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers.Als Experte für Digitalisierung, Innovation und Vertrieb hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland und bietet Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management sowie Beratung/Consulting an.

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