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Kundenselbstbedienung auf dem Vormarsch

Banking mit einem Augenzwinkern

Lustiges, Humorvolles und mitunter auch Nachdenkliches für Banker
© Shutterstock

Der eine oder andere mag sich noch an die Zeit der ersten Geräte zur Kundenselbstbedienung erinnern. Es war damals mitunter gar nicht so einfach, den Kunden die Vorteile schmackhaft zu machen, wie eine kleine Anekdote zeigt.

Ich bin Jahrgang 1960 und als ich 1979 meine Banklehre absolvierte, gab es noch keine flächendeckende Versorgung mit Geldausgabeautomaten (GAAs), Selbstbedienungsterminals (SBTs) oder Kontoauszugsdruckern (KADs). Die neuen Kontoauszüge kam jeden Morgen aus der Zentrale per Hauspost und wurden (unter maßgeblicher Beteiligung der Lehrlinge) in die Kontomäppchen einsortiert. Das waren noch Zeiten…

Doch die Banken und Sparkassen griffen schnell die Idee auf, man sollte besser den Kunden diese mühselige Aufgabe überlassen und damit gleich noch Kosten einsparen. Die Kundenselbstbedienung war geboren und überall wurden Kundenterminals und Kontoauszugsdrucker aufgestellt.

Typischer Kontoauszugsdrucker (KAD)

Ein typischer Kontoauszugsdrucker (KAD) wie er heute in vielen Banken und Sparkassen zu finden ist

Doch wie war das „damals“ eigentlich genau (das klingt ganz schön lange her), als die ersten Geräte aufgestellt wurden? Die heute üblichen SB-Zonen gab es ja noch gar nicht. Vielmehr wurden die Geräte irgendwo in der Schalterhalle aufgebaut.

Und man musste die Kunden den neuen „Service“ erst schmackhaft machen.

Das war eine ideale Aufgabe für junge Mitarbeiter (so wie mich). Ich bekam also vom Filialleiter den Auftrag, unseren Kunden die neuen Geräte zu zeigen und ihnen zu erklären, wie praktisch sie doch seien. Der Kunde sollte seine Auszüge selbst ausdrucken und nicht mehr am Schalter abholen oder sich per Post zusenden lassen.

Eines Tages ging ich also auf ein älteres Ehepaar zu und sprach sie an, ob ich ihnen mal unser neues Gerät zum Ausdrucken der Kontoauszüge zeigen dürfte. Ich durfte. Wir unterhielten uns sehr nett bei der „Vorführung“ und der Ehemann erklärte am Schluss, dass sie sich das gerne mal überlegen würden.

Ich dachte mir natürlich, was es da zu überlegen gäbe und war insgeheim über den Erfolg meiner Ansprache etwas frustriert.

Doch ein paar Tage später wurde ich eines besseren belehrt.

Die Ehefrau kam am Schalter auf mich zu und sprach mich mit leuchtenden Augen an. „Junger Mann, Sie haben uns doch neulich dieses neue Gerät vorgeführt. Wir haben uns das jetzt mal in Ruhe überlegt und OK, wir nehmen einen dieser neuen Drucker für Kontoauszüge. Wir haben auch schon ausgemessen und im Flur haben wir noch Platz für das Gerät. Sie können es also gerne in den nächsten Tagen liefern.“

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers.Aktuell bietet er Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management und Beratung/Consulting an und vertritt die Firma Meniga, einen innovativen Anbieter von White-Label-Lösungen für Persönliches Finanz Management (PFM) im deutschsprachigen Teil Europas.Darüber hinaus hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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