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Kontaktloses Bezahlen aus Sicht des Einzelhandels

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Ein Interview mit dem Zahlungsexperten Ulrich Binnebößel

Zukunftstrend Kontaktloses Bezahlen mit Karte oder Smartphone

Kontaktloses Bezahlen

Viele Einzelhändler bieten inzwischen kontaktloses Bezahlen an ihren Kassen an, immerhin eine Vorstufe zum mobilen Payment. Ein Interview mit Ulrich Binnebößel vom Handelsverband Deutschland.

Trend zum mobilen Bezahlen?

Mobile Payment ist einer der wichtigsten aktuellen Trends, sowohl für den Einzelhandel, als auch für die Banken. Dabei gibt es vielfältige Formen des mobilen Bezahlens, die Vorstufe ist in jedem Fall das kontaktlose Bezahlen, derzeit vor allem über die NFC Technologie.

Interview zur Sichtweise des Einzelhandels

Vor kurzem hatte ich Gelegenheit, mit Ulrich Binnebößel ein kurzes Gespräch zu diesem Thema zu führen und dabei die Sicht des Einzelhandels näher zu erfragen. Er verantwortet den Bereich „Zahlungsverkehr“ im Handelsverband Deutschland (HDE), ehemals Hauptverband des Deutschen Einzelhandels. In dieser Organisation haben sich rund 100.000 Mitgliedsunternehmen aller Branchen, Standorte und Größenklassen zusammengeschlossen.

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Ulrich Binnebößel verantwortet den Bereich Zahlungsverkehr im Handelsverband Deutschland HDE

Ulrich Binnebößel, Leiter des Zahlungsverkehrs im Handelsverband Deutschland HDE

Mehr als 20 % der Terminals bieten kontaktloses Bezahlen

Der Bank Blog: Wie viele Kassen Ihrer Mitglieder sind insgesamt mit dieser Möglichkeit ausgestattet?

Ulrich Binnebößel: Die vom HDE unterstützte Studie des EHI für das Jahr 2012 hat ergeben, dass bereits 22,5% der großen Unternehmen des Handels Kontaktlose Zahlterminals installiert haben. Im Mittelstand waren noch kaum entsprechende Terminals installiert.

Die Studie wird derzeit überarbeitet und im Mai auf Basis des Jahres 2013 neu vorgestellt.

Zu den Kosten

Wie hoch sind die durchschnittlichen Kosten der Umrüstung pro Kasse?

Die Umrüstung erfolgt oftmals durch den routinemäßigen Austausch der Terminals gegen Neuanschaffungen. Dabei sind Kontaktlosterminals heute etwas teurer als die Vorgängerversionen. In der Regel werden Terminals vor allem im Mittelstand vom Netzbetreiber gemietet. Dabei sind NFC-fähige Terminals inzwischen für ca. 2-3 Euro mehr im Monat zu haben als vergleichbare konventionelle Terminals.

Wer trägt diese Kosten? Ihre Mitglieder selbst oder erhalten Sie dabei Unterstützung, z.B. durch den Verband oder durch Zahlungsverkehrsprovider?

Die Umrüstung auf NFC wird in der Regel vom Unternehmen getragen. Bei großen Unternehmen ist es denkbar, dass der Zahlungssystemanbieter ein Interesse daran hat, dass das Unternehmen auch die Kontaktlosvariante seines Verfahrens akzeptiert. Insofern ist eine finanzielle Unterstützung insbesondere bei Terminals im Eigentum vorstellbar.

Vorteile für den Einzelhandel?

Worin sehen Sie für Ihre Mitglieder die besonderen Vorteile des kontaktlosen Bezahlens

Zunächst zeichnet sich ein Kontaktlosverfahren nur durch die geänderte Schnittstelle aus. Diese ist im Vergleich zu kontaktbehafteten Technologien als wartungsärmer bzw. robuster einzuschätzen. Verschlissene Kontakte oder fehlerhafte Justierungen werden vermieden. Zusätzlich sind bekannte Kontaktlosverfahren bis zu bestimmten Maximalbeträgen auch ohne PIN möglich. Hier ist eine Zeitersparnis möglich. Allerdings fällt diese erst ins Gewicht, wenn eine bedeutende Menge an Transaktionen erfolgt.

Wie viele kontaktlose Transkationen wurden 2013 insgesamt durchgeführt.

Bislang sind uns keine Nutzungsdaten über Anzahl der Transaktionen und Umsatzanteil mit NFC bekannt.

Zur weiteren Zukunft

Wie sehen Sie die Zukunft der beiden technischen Verfahren NFC und BLE?

Über den Erfolg einzelner Technologien lassen sich derzeit keine konkreten Einschätzungen abgeben. NFC-Terminals sind weiter verbreitet und zielen derzeit hauptsächlich auf die zunehmende Verbreitung von NFC-Karten bzw. Sticker ab. BLE sowie andere Verfahren wie QR-Code oder App-basierte Verfahren sind auf Smartphones angewiesen, haben jedoch (wie auch NFC auf Smartphones) den Vorteil der Interaktion, so dass weitere Dienste insbesondere zur Kundenbindung denkbar sind. Technisch unterscheiden sich NFC und BLE in den unterschiedlichen Reichweiten. Im Hinblick auf Zahlungen ist im Handel eher eine geringere Reichweite wie bei NFC sinnvoll, um Verwechslungen oder ungewollte Transaktionen zu verhindern. BLE bietet mit längerer Reichweite bzw. Raumabdeckung die Möglichkeit der Vorauswal bzw. Vorinformation. Gegebenenfalls sind Kombinationen denkbar, die beide Techniken sinnvoll einsetzen. Der HDE ist hier neutraler Marktbeobachter und spricht sich nicht für oder gegen eine Technologie aus. Sinnvoll sind jedoch gemeinsame Standards.

Wie sehen Sie die weitere Entwicklung?

Im Rahmen des turnusmäßigen Austausches werden zunehmend die im Markt befindlichen Terminals gegen NFC-fähige Terminals ausgetauscht. Einige Netzbetreiber bieten bereits standardmäßig die NFC-Versionen der Terminals an. Insofern ist eine weitgehend flächendeckende Ausstattung in 5-6 Jahren denkbar. Interessant wird es sein, die Strategie der Deutschen Kreditwirtschaft DK kennenzulernen, die ebenfalls eine kontaktlose EC-Karte plant. Sollte hier ein Verfahren gewählt werden, dass nicht mit den sich derzeit absehbaren Standards übereinstimmt, wäre dies aus Handelssicht äußerst kritisch zu bewerten.

Herzlichen Dank für das Gespräch

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers.Als Experte für Digitalisierung, Innovation und Vertrieb hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland und bietet Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management sowie Beratung/Consulting an.

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