Der beschwerliche Weg von Innovationen

Differenzierung statt Me-too

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Die meisten Unternehmen verwenden eine Art Innovationstrichter, um Ideen zum Leben zu erwecken. Der Weg, ihn bis zu einer erfolgreichen Markteinführung zu durchschreiten ist oft beschwerlich und mit zahlreichen Widerständen gepflastert.

Cartoon: Der Weg durch den Innovationstrichter

Der beschwerliche Weg von Innovationen durch den Innovationstrichter.
© Tom Fishburne

Partner des Bank Blogs

Innovationen sind notwendig, um den zukünftigen Erfolg in Zeiten des Wandels sicherzustellen. Für den Weg von der Idee zur Markteinführung benutzen viele Unternehmen einen sogenannten Innovationstrichter (englisch: Innovation Funnel). Dies ist ein Werkzeug beziehungsweise ein Prozess, der sicherstellen soll, dass nur die besten Ideen realisiert werden.

Im Innovationstrichter von der Idee zur Umsetzung

Eine neue Idee muss im Innovationstrichter verschiedene Phasen durchlaufen. Die wichtigsten sind:

  • Konzept,
  • Bewertung,
  • Entwicklung,
  • Test und
  • Umsetzung.

Die Zielsetzung besteht darin, innovative Ideen auf Realisierbarkeit zu überprüfen, damit nur die besten Produkte, Prozesse, bzw. Geschäftsmodelle umgesetzt, bzw. auf den Markt gebracht werden.

Probleme des Innovationstrichters

Dieser darwinistische Prozess, Ideen zum Leben zu erwecken, führt jedoch nicht unbedingt zum Überleben der besten Ideen. Oft führt der Innovationstrichter vielmehr dazu, dass die sichersten Ideen überleben.

Vor allem Kreditinstitute sind gut darin, Risiken zu erkennen. Um die Erfolgsraten zu verbessern, neigen sie dazu, schärfere Zähne in den Trichter zu stecken. Ideen werden so zu einem organisatorischen Spießrutenlauf. Auf dem Weg durch den  Innovationstrichter werden sie nicht selten bis zur Unkenntlichkeit beschnitten, geschoren, geformt und verwässert. Die Essenz der Idee geht dabei oft genauso verloren, wie der angedachte Daseinszweck und der Unterschied zum Bisherigen.

Wege zum Innovationserfolg

Um den Problemen des Innovationstrichters entgegenzuwirken sollte auf Diversität geachtet werden. Ein vielfältiges Team kann eine Idee aufpolieren und stärker machen. Silo-Denken – das die Kanten schleifen und die Idee schwächen kann – gilt es zu vermeiden.

Es ist der Weg des geringsten Widerstands, auf Nummer sicher zu gehen. Aber auf Nummer sicher zu gehen, kann riskant sein. Es führt zu „Me-too“-Produkten, undifferenzierten Imitationen und mehr vom Selben.

Ziel von Innovationen muss es aber sein, neu und anders zu werden.

Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring ist Herausgeber des Bank Blogs und der Finanzbranche seit über 30 Jahren beruflich verbunden. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Strategien in den Bereichen Digitalisierung, Innovation und Vertrieb ist er gefragter Referent und Moderator bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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1 Kommentar

  1. Avatar
    Helmut Kazmaier am

    Vor allem der lineare Weg des Wasserfallmodells funktioniert bei Innovationen leider auch nicht. Dies mag bei inkrementellen Verbesserungen noch funktionieren. Sobald man sich aber auf unbekanntes Terrain gibt, kommt man um ein iteratives Herantasten mit möglichst vielen Feedbackschleifen mit der Zielgruppe nicht herum. Das Widerspricht allerdings der geforderten Business Case Logik, da man dann eben genau nicht vorhersagen kann, wie sich das Produkt/Dienstleistung entwickelt, da man ja i.d.R. noch nicht einmal weiß, ob es einen Product-Market-Fit gibt. Hier darf man sich gerne an der Herangehensweise von (erfolgreichen) Startups orientieren, die sehr dynamisch und kostengünstig ihr Angebot schärfen und ggf. auch komplett umstellen, bis sich der Erfolg einstellt (oder das Geld ausgeht). Diese Mentalität ist aber in der FDL alles andere als verbreitet. Stattdessen wird, wie im Artikel beschrieben, Innovation so eingehegt, dass möglicherweise eine konsensfähige Umsetzung mit überschaubaren Risiken gelingt. Das Risiko, das dabei allerdings übersehen wird, ist, dass die daraus resultierende mangelnde Innovationshöhe auf Dauer eine fundamentale Gefahr darstellen und ein Unternehmen an Relevanz im Markt verlieren kann.

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