Innere Kündigung gefährdet volkswirtschaftlichen Erfolg

Schwache Mitarbeiterbindung bei deutschen Unternehmen

Laut einer aktuellen Untersuchung haben sich 15 Prozent der Arbeitnehmer in eine innere Kündigung zurückgezogen. Schlechte Führung und demotivierende Unternehmenskultur sind die häufigsten Ursachen.

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In punkto Mitarbeiterbindung liegt Deutschland im internationalen Vergleich nur im Mittelfeld. Lediglich 15 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland sind emotional hoch an ihren Arbeitgeber gebunden und entsprechend motiviert bei der Arbeit. Das geht aus einer Vergleichsstudie hervor, für die das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Gallup insgesamt 155 Länder untersucht hat.

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Den Spitzenplatz unter den führenden Industrienationen belegen demnach die USA mit einem Anteil von 33 Prozent emotional hoch gebundenen Beschäftigten. In der Europäischen Union sind im Schnitt 11 Prozent aller Arbeitnehmer emotional hoch gebunden. Dem gegenüber hat ein Viertel der Arbeitnehmer (25 Prozent) in der EU bereits innerlich gekündigt.

Schlechte Führung und demotivierende Unternehmenskultur

Vor allem Schwächen in der Unternehmenskultur und Defizite in der Personalführung hätten Schuld daran, wenn Mitarbeiter innerlich kündigen. Sind Chefs schlechte Führungskräfte, würden motivierte Leute zu Verweigerern. Führungskräfte sollten sich deshalb auf drei Aspekte fokussieren: Zugänglichkeit, Zuständigkeit und Zielorientierung. Führungskräfte müssen wissen, an welchen Aufgaben und Projekten ihre Mitarbeiter gerade arbeiten und wie sie ihre Mitarbeiter für deren Leistung verantwortlich halten und kommunizieren. Gute Vorgesetzte konzentrieren sich auf die Stärken der Mitarbeiter, anstatt auf deren Schwächen.

Mitarbeiterbindung und Wettbewerbsfähigkeit

„Wenn sich in hoch entwickelten Industriestaaten ein substantieller Teil der Beschäftigten in die innere Kündigung zurückzieht, gefährdet das den Erfolg der gesamten Volkswirtschaft. Mitarbeiterbindung ist ein entscheidender Hebel für die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen“

Marco Nink, Gallup Deutschland

Allein in Deutschland verursache die innere Kündigung nach Gallup-Berechnungen Kosten zwischen 80 und 105 Milliarden Euro. Innere Kündiger würden nicht nur mit angezogener Handbremse arbeiten, sondern auch Verhaltensweisen an den Tag legen, die bis zum bewussten Schädigen des Arbeitsgebers reichen. Sie sind beispielsweise weniger kundenfokussiert, weniger innovativ oder fehlen häufiger.

Um den Fokus auf die Stärken des einzelnen Mitarbeiters zu legen und die emotionale Mitarbeiterbindung nachhaltig zu steigern, müssten Unternehmen ein Performance Management aufbauen, das Führungsqualität honoriert und Mitarbeiterbindung zur entscheidenden Kennzahl macht.
Zur Bezugsmöglichkeit einer Executive Summary der Studie (engl.) gelangen Sie über Laterpay.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Digitalisierung, Innovation und Vertrieb hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland und bietet Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management sowie Beratung/Consulting an.

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