Gespräche über Geld sind eine Generationenfrage

GenZ, Millennials, Baby Boomer und Finanzthemen

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„Über Geld spricht man nicht” ist ein stark verbreiteter Grundsatz der Deutschen. Eine aktuelle Umfrage hat dies international untersucht und zeigt, dass Geld als Gesprächsthema vor allem eine Generationenfrage ist.

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In den vergangenen Jahren hat sich der Umgang mit Finanzen weltweit maßgeblich verändert. Die Corona-Pandemie führte zu einem deutlichen Übergang von Bargeld zu kontaktlosem Bezahlen, das Aufkommen von Neo-Brokern hat das Interesse an Geldanlagen gesteigert, und aufgrund der Inflation sind Menschen heute vorsichtiger im Umgang mit ihren finanziellen Mitteln geworden.

Das scheint auch Einfluss auf die Gesprächsbereitschaft über Geld zu haben. Klarna, ein Unternehmen für Zahlungs- und Einkaufsdienstleistungen, hat in einer repräsentativen Umfrage in 18 Ländern analysiert, wie offen Menschen über finanzielle Angelegenheiten sprechen und mit wem sie darüber reden. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Offenheit bezüglich Geld und Finanzen vor allem eine Generationenfrage ist.

Zwei Drittel der Deutschen sprechen über Geld

In Deutschland tauschen sich 64 Prozent der Menschen mindestens einmal im Monat über ihre finanzielle Situation aus. Hierbei zeigt sich allerdings ein deutlicher Unterschied zwischen den verschiedenen Generationen. GenZ und Millennials haben mit dem Thema deutlich weniger Probleme als Baby Boomer.

Während 75 Prozent der Vertreter der Generation Z und 88 Prozent der Millennials monatlich Gespräche über Geld mit ihren Familienangehörigen oder Freunden führen, sind es bei den Baby Boomern nur 46 Prozent. 75 Prozent der Baby Boomer gibt sogar an, überhaupt keine Diskussionen über ihre Finanzen mit Bekannten zu führen.

Deutsche zurückhaltend beim Thema Geld

Im internationalen Vergleich fällt auf, dass die Deutschen in Bezug auf das Thema Geld nicht so aufgeschlossen sind wie einige andere Länder. Deutschland belegt in diesem Vergleich den fünften Platz, während Schweden mit 62 Prozent die Spitzenposition einnimmt, wenn es um Offenheit in Gesprächen über persönliche Finanzen geht.

In Schweden geben sogar ganze 69 Prozent der Befragten an, mindestens einmal im Monat mit engen Bekannten über ihre finanzielle Situation zu sprechen. Hier scheint die deutsche Zurückhaltung im Umgang mit Geld weniger stark ausgeprägt zu sein. Insgesamt geben 62 Prozent der Befragten aus dem Norden an, sich wohl dabei zu fühlen, über ihre finanziellen Angelegenheiten zu sprechen, was sie im internationalen Vergleich an die Spitze setzt.

Auch in den USA und Großbritannien scheint es eine positive Gesprächskultur im Zusammenhang mit Geld zu geben. 57 Prozent der Amerikaner und 56 Prozent der Briten fühlen sich dabei wohl. Im deutschen Kontext bestätigen immerhin 52 Prozent der Befragten ein angenehmes Gefühl bei solchen Gesprächen. Hierbei zeigen sich erneut Altersunterschiede: Während 80 Prozent der deutschen Millennials positive Erfahrungen bei Gesprächen über ihre Finanzen haben, trifft das nur auf 37 Prozent der Baby Boomer zu.

Beliebte Hauptinformationsquellen beim Thema Finanzen

Neben Gesprächen stehen verschiedene Informationsquellen zur Verfügung, um sich über den Umgang mit Finanzen zu informieren und auszutauschen. Laut der Umfrage beziehen 23 Prozent der Deutschen ihre Informationen aus sozialen Medien wie Facebook, Instagram oder TikTok. 21 Prozent nutzen Bücher oder Magazine zur Finanzverwaltung als Wissensquelle, während 14 Prozent Online-Magazine und 8 Prozent journalistische Quellen bevorzugen. Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung und Verantwortung der sogenannten Finfluencer, die über ihre Social-Media-Kanäle Finanzwissen vermitteln.

Die Umfrage zeigt auch signifikante Unterschiede in der Informationsbeschaffung zwischen den Generationen. Insbesondere junge Menschen greifen auf eine breite Palette von Medien zur Information zurück. In der Altersgruppe von 18-42 Jahren geben 68 Prozent an, sich über soziale Medien zu informieren, während 50 Prozent von ihnen auf Bücher zurückgreifen. 29 Prozent nutzen Blogs, 28 Prozent Online-Magazine und 26 Prozent beziehen Informationen aus journalistischen Quellen.

Hingegen nutzen die Baby Boomer diese Medien deutlich weniger: Soziale Medien (1 Prozent), Bücher (5 Prozent), Blogs (2 Prozent), Online-Magazine (5 Prozent) und journalistische Quellen (1 Prozent). Ganze 84 Prozent der Baby Boomer geben an, keine dieser Informationsquellen zu nutzen.

Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring ist Herausgeber des Bank Blogs und der Finanzbranche seit über 30 Jahren beruflich verbunden. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Strategien in den Bereichen Digitalisierung, Innovation und Vertrieb ist er gefragter Referent und Moderator bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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