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PSD2 und Open Banking: Chancen für Banken im digitalen Finanzökosystem

Fünf Top Themen für Banken und Sparkassen in 2015

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Was die Finanzbranche in diesem Jahr bewegen sollte

Die Top Banking Trends 2015

Ein Ausblick auf die Top Themen des Jahres 2015 für Banken und Sparkassen
© Shutterstock

Alle Jahre wieder ist es guter Brauch, einen Ausblick auf das neue Jahr zu geben. Dem möchte ich mich auch dieses Jahr nicht verschließen und präsentiere Ihnen fünf zentrale Herausforderungen denen sich Banken und Sparkassen 2015 stellen müssen.

Eigentlich wollte ich dieses Jahr keinen Prognose Artikel schreiben. Es gibt so viele davon und ich war mir nicht sicher, ob ein weiterer da noch Sinn macht. Aber nachdem einige Leser nachgefragt haben, wo mein Ausblick für 2015 bleibt, will ich mich dieser guten Tradition auch für 2015 nicht entziehen.

Was Banken in 2014 versäumt haben

Doch zunächst ein kurzer Blick auf meine Trends für 2014. Ich hatte vor rund einem Jahr diese fünf Vorschläge gemacht, wie Banken und Sparkassen in 2014 erfolgreicher arbeiten könnten:

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  1. Optimieren Sie Ihre Filialstrukturen.
  2. Investieren Sie in die digitale Zukunft.
  3. Werden Sie mobil.
  4. Differenzieren Sie Ihr Institut von anderen.
  5. Nutzen Sie Ihre Kundendaten.

Es scheint in der Natur solcher Empfehlungen zu liegen, dass man sie gebetsmühlenartig wiederholen muss, damit sie auch auf breiter Front befolgt werden.

Also nochmal: Nutzen Sie die Zeit, die Ihnen bleibt und gehen Sie die genannten fünf Themen offensiv an. Sie sind auch für dieses Jahr unverändert aktuell. Einige Ihrer Wettbewerber haben schon mit der Umsetzung begonnen. Also lassen Sie sich nicht abhängen sondern geben Sie Gas! Es ist unverändert Tempo gefordert, um im Wettbewerb nicht nur zu bestehen, sondern vor allem, um erfolgreich zu sein!

Die Themen für 2015

Nun aber zu den Themen, die nach meiner Beobachtung dieses Jahr im Zentrum der Diskussion stehen werden:

Die Entwicklung zur Omnikanalbank

Omnikanal ist mehr als Multikanal. Omnikanal bedeutet, dass die Kunden entlang ihrer Beziehung zu ihrer Bank oder Sparkasse selbst entscheiden können, wann und wie sie mit ihr in Interaktion treten. Dies bedeutet nicht nur, Leistungen in verschiedenen Kanälen anzubieten, sondern auch, dem Kunden dabei eine einheitliche und nahtlose kanalübergreifende „Erfahrung“ (Customer Experience) zu bieten. Hinzu kommt, dass ein Kanalwechsel jederzeit möglich sein sollte.

Das folgende Bild macht deutlich, wie so etwas aussehen kann.

Banking Customer Journey

Die möglichen Zugangs- und Kontaktpunkte eines Bankkunden

Für die klassischen Filialinstitute bedeutet dies massive Investitionen in digitale Vertriebskanäle (online + mobil). Direktbanken haben es besser, sie müssen „nur“ den mobilen Kanal ausbauen.

Der stationäre Vertrieb wird an Bedeutung weiter abnehmen

Digitale Vertriebskanäle gewinnen in einem Ausmaß und einer Geschwindigkeit an Bedeutung, die so kaum jemand erwartet hat. In wenigen Jahren werden die Digital Natives die Bevölkerung und damit perspektivisch auch die Bankkunden dominieren.

Die Digitalisierung ist eine Einbahnstraße. Es gibt keinen Weg zurück. Und in dem Maße, in dem die Digitalisierung zunimmt, nimmt die Bedeutung der Filialen ab.

Typische Bankfiliale als Point of Sale für den Bankvertrieb

Besipiel für eine deutsche Bankfiliale

Keine Frage, auch in Zukunft wird es immer noch (auch junge) Kunden geben, die ausschließlich oder zum Teil auch Bankfilialen nutzen wollen, aber deren Zahl wird abnehmen. Wer daran zweifelt, ist selbst schuld. Oder mit einem Klassiker anders formuliert: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

Wie viele Filialen es in 5, 10 oder 15 Jahren noch geben wird, darauf werde ich demnächst in einem anderen Artikel versuchen, eine Antwort zu geben. Auf die Frage, wie die Filiale der Zukunft aussehen soll, gibt es keine einheitlichen Antworten. Einige mögliche Konzepte habe ich Ihnen in der Vergangenheit schon vorgestellt und weitere werden folgen. Entscheidend ist der durch den Kunden wahrgenommene Nutzen und Mehrwert.

FinTech Unternehmen liegen im Trend

Die FinTech Startups, über die ich hier ja regelmäßig berichte, werden weltweit und auch in Deutschland weiter an Bedeutung und Aufmerksamkeit gewinnen. Gute Ideen und Konzepte sind vielfältig vorhanden und es kommen immer mehr hinzu. Vermutlich werden die wenigsten nachhaltig erfolgreich sein aber es gibt keinen vernünftigen Grund anzunehmen, dass alle scheitern werden. Kapital von Investoren ist ausreichend vorhanden, zumal in der anhaltenden Niedrigzinsphase und die Kunden öffnen sich zunehmend für digitale Angebote, sogar im Finanzbereich.

Fintech-Startups liegen voll im Trend und stehen im Wettbewerb mit etablierten Finanzdienstleistern

Befinden sich Fintech-Startups auf dem Vormarsch und bedrohen etablierte Banken?
© Shutterstock

Auch die ING DiBa hat mal als kleines Nischeninstitut angefangen und ist heute gemeinsam mit einigen anderen Direktbanken ein Big Player im deutschen Bankenmarkt.

Den Banken kommt zugute, dass der Schutzmantel der Regulierung über ihnen liegt und diese immer noch vor allem in Dimensionen von Kapital und Risiko agiert und nicht, wie in anderen Branchen, am Interesse der Kunden ausgerichtet ist.

Dennoch oder gerade deshalb sind Banken gut beraten, die neuen Anbieter ernst zu nehmen und ihrerseits entsprechende Ideen und Konzepte auszuprobieren, bevor die neuen Märkte nicht mehr beherrschbar sind.

Zahlungsverkehr wird erster Hauptangriffspunkt

Auch wenn die Digitalisierung alle Geschäftsbereiche der Banken erfasst, die erste kritische Schlacht wird im Zahlungsverkehr ausgetragen.

Mobile Payment wird kommen, da habe ich keinen Zweifel. Und mit dem Einzug des mobilen Bezahlens werden neue Wettbewerber versuchen, den Banken zunächst ein Stück der Marge und danach ein Stück der Beziehung zum Kunden wegzunehmen.

Mobile Payment Revolution

Apple Pay ist in aller Munde, aber ist es auch der Durchbruch im Mobile Payment?
© Shutterstock

Und dies sind nicht nur die gerade erwähnten FinTechs. Hier reden wird in diesem Bereich von Big Names, wie Apple, Amazon, Facebook und Google, mit Investitionspotentialen und Kundenbeziehungen, von denen viele Finanzinstitute nur träumen können.

Noch haben die etablierten Institute dem nichts entgegenzusetzen. Also „freuen“ Sie sich erst mal alle auf eine mögliche Partnerschaft mit Apple Pay. Mag sein, dass das tatsächlich funktioniert. Sicher wäre ich mir das nicht.

Die anderen werden Apple nicht kampflos das Feld überlassen und mit weiteren Lösungen und Konzepten im Markt auftauchen. Möglicherweise nicht 2015, aber viel später bestimmt nicht.

Das Girokonto und der darüber ablaufende Zahlungsverkehr war eines der ersten Bankprodukte für den Privatkundenmarkt. Viele Institute sehen dieses Geschäftsfeld noch heute (zu Recht) als wichtig an und nutzen es z.B. zur Berechnung ihres Marktanteils. Mich wundert daher schon etwas die nach Außen getragene Gelassenheit auf die neuen Entwicklungen.

Daten zum Wohl des Kunden in Informationen verwandeln

Keine Branche verfügt über so viele und tiefgehende Daten über ihre Kunden, wie die Finanzbranche, womit ich wieder an die Bedeutung des Girokontos und des Zahlungsverkehrs anknüpfe. Aber ich kenne keine Branche, die es derart versäumt, vorhandene Daten zu nutzen und damit einen Mehrwert für den Kunden und Geschäft für sich selbst zu fördern.

Chancen und Herausforderungen von Big Data in der Finanzdienstleistung

Finanzdienstleistern bietet Big Data viele Chancen, enthält aber auch einige Herausforderungen
© Shutterstock

Ganz offensichtlich empfinden Amazon Kunden es als nutzenstiftend für die eigene Kaufentscheidung, wenn sie Hinweise dazu bekommen, was andere Kunden vor ihnen gekauft haben. Wenn dem nicht so wäre, wäre dieses Feature schon längst nicht mehr vorhanden.

Und ganz offensichtlich gibt es eine Vielzahl von Menschen, die auf die Anzeigen bei der Google-Suche nicht nur klicken, sondern dann auch etwas kaufen, sonst wäre das Geschäftsmodell dieses digitalen Riesen schon längst gescheitert.

Datenschutz ist ein wichtiges Thema, keine Frage. Aber Amazon, Google und Co. schaffen es irgendwie trotzdem aus ihren Daten etwas zu machen und sie zu Informationen zu verarbeiten, mit denen sich (mehr) Geld verdienen lässt.

Banken sind zur Nutzung von Big Data geradezu prädestiniert. Mag sein, dass die existierenden Core Banking Systeme hier noch Grenzen haben. Aber dies ist ein Grund mehr, in neue Technologien zu investieren, die nicht vergangenheitsbezogen sondern zukunftsorientiert sind.

Fazit

Wie zu Beginn schon geschrieben, die Themen für 2015 weichen nicht grundsätzlich von denen zu Beginn des Jahres 2014 ab. Auch in diesem Jahr wird sich die Welt im Finanzsektor nicht abrupt und grundlegend wandeln. Aber der Wandel vollzieht sich stetig und ist deswegen nicht weniger disruptiv. Abwarten ist in der heutigen Wirtschaftsrealität schon lange keine überlebensfähige Strategie mehr. Dies gilt immer stärker auch für Banken und Sparkassen.

Wenn Sie weitere Herausforderungen sehen oder auch nur Ihre Meinung abgeben wollen, freue ich mich auf Ihre Hinweise. Nutzen Sie dazu einfach die Kommentarfunktion.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers.Als Experte für Digitalisierung, Innovation und Vertrieb hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland und bietet Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management sowie Beratung/Consulting an.

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