Fünf Thesen zum Leben in Deutschland im Jahr 2038

Digitalisierung und neue Technologien im Alltag der Menschen

Wie wirken sich Digitalisierung und neue Technologien auf unseren Alltag und unser zukünftiges Leben aus? Eine aktuelle Trendstudie ist dieser Frage nachgegangen und hat fünf Thesen über unsere Zukunft aufgestellt.

Studien und Research zu Trends und Zukunftsszenarien

Banken und Sparkassen sind ein wichtiger Teil von Wirtschaft und Gesellschaft und als solche auch von allgemeinen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Trends und Entwicklungen betroffen. Wichtige Studien zu solchen Trends und Zukunftsszenarien finden Sie im Bank Blog.

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Digitalisierung, neue Technologien und deren Vernetzung verändern nicht nur Wirtschaft und Gesellschaft, sondern auch Leben und Alltag eines jeden einzelnen Bürgers und Konsumenten. Spannend ist vor allem die Frage nach den zukünftigen Auswirkungen. Wie werden aktuelle und zukünftige technologische Entwicklungen unser (Zusammen)Leben und Konsumverhalten prägen?

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Eine aktuelle Trendstudie des digitalen Handelsunternehmens QVC – in Zusammenarbeit mit Professor Peter Wippermann – hat untersucht, wie die Deutschen in 20 Jahren leben und einkaufen werden. Analysiert wurde, was die Menschen von der Zukunft erwarten und was sie sich wünschen. Dazu wurden Interviews und Umfragen unter Experten und Konsumenten geführt. Besonderes Augenmerk lag auf der Generation Z, den nach 2000 Geborenen. Diese gesellschaftliche Gruppe ist jetzt noch im Teenageralter, wird 2038 aber den Markt bestimmen.

Fünf Thesen zum Leben und Einkaufen im Jahr 2038

Die folgenden fünf Thesen über unsere Zukunft bilden die Quintessenz der Studienergebnisse.

  1. Unterwegs zum New Me – Jugendlichkeit definiert Kultur.
  2. Konsum als Spiegel des Selbst – Produkte, Erlebnisse und Services werden persönlich.
  3. Medialisierung der Wohnung – Unser Zuhause, wird öffentlich.
  4. Selbstbestimmt und kreativ – Die neue Lust am Selbermachen.
  5. Nutzen statt besitzen – Sharing etabliert sich.

1. Unterwegs zum New Me – Jugendlichkeit definiert Kultur

Unser Selbstbild wird immer mehr durch Social Media, digitale Bilder und Videos geprägt. Dank Wearables und neuen Smartphone-Funktionen kommt Beauty-Tech im Alltag an.

Allerdings verursacht der permanente Vergleich mit anderen auch Stress. Gerade die Generation Z hinterfragt klassische Schönheitsideale. Identität, Einzigartigkeit und Erfahrungen, der sich in einem Schönheitsbild mit Ecken, Kanten und Makeln niederschlagen, werden immer wichtiger.

2. Konsum als Spiegel des Selbst – Produkte, Erlebnisse und Services werden persönlich

Nutzergenerierte Inhalte werden nicht mehr nur digital sein. In Zukunft sind wir Co-Designer der Produkte, die wir kaufen. 3-D-Drucker und Gen-Analysen verändern zahlreiche Märkte:

  • Snacks aus dem 3-D-Drucker ersetzen Fertiggerichte.
  • Kleidung und Accessoires lassen sich, dank virtueller Körperanalysen, passend auf den Träger zuschneiden.
  • Das Auto der Zukunft stellt sich mit seinen Systemen individuell auf den Fahrer ein.

Die Produktion von Waren on demand kommt nicht nur dem Wunsch nach sofortiger Bedürfnisbefriedigung entgegen, sondern bietet auch Spielräume zur Entfaltung der Persönlichkeit. Nicht mehr nur das Produkt selbst wird uns anziehen, sondern auch die Möglichkeiten, es individuell zu gestalten.

3. Medialisierung der Wohnung – Unser Zuhause, wird öffentlich

Die Beziehung zwischen Mensch und Maschine wird zunehmend emotionaler. Augmented und Virtual Reality eröffnen unserem Zuhause ein neues Fenster zur Welt. Immer mehr Technik wird Einzug halten. Die eigenen vier Wände dienen als Basis und geben Sicherheit. Sie werden mit steigendem Aufwand verschönert und individualisiert. Das Ergebnis wird dann der Netz-Community präsentiert.

Die Vernetzung verschwindet dabei aus unserer Wahrnehmung unter der haptischen Oberfläche. Digitale Assistenten halten sich unsichtbar im Hintergrund und reagieren auf Sprachbefehle. Butler-Bots der Zukunft werden humanoid, also menschenähnlich erscheinen.

4. Selbstbestimmt und kreativ – Die neue Lust am Selbermachen

2038 werden Robotisierung und Automatisierung unser Arbeits- und Berufsleben stärker prägen, womöglich sogar bestimmen. Je komplexer, digitaler und virtueller unsere Lebenswelt wird, desto kostbarer sind die Momente, in denen wir mit den eigenen Händen etwas bewirken. Selbermachen kann ein Weg sein, um dem eigenen Tun neuen Sinn zu verleihen. Es geschieht primär aus Neugier, Spieltrieb und eigener Initiative.

5. Nutzen statt besitzen – Sharing etabliert sich

Im Jahr 2038 hat Besitz als Statussymbol ausgedient. Mieten und Leihen ersetzt das kaufen. Die Subscription-Economy ermöglicht den Zugang zu vielen Dingen, auch zu temporärem Luxus. „Teilen“ manifestiert sich als Gegentrend zur bedingungs- und grenzenlosen Konsumkultur. Das eigene Auto ist Geschichte. Sharing-Modelle werden neue Spielarten der Mobilität eröffnen.

Konsequenzen für Finanzinstitute

Vielfach erscheint die Begeisterung für Neues gedämpft. Verhaltensänderungen benötigen Zeit. Die Erfahrung zeigt jedoch: Sobald Menschen den persönlichen positiven Nutzen neuer Technologien erkennen, passen sie sich bereitwillig an. Das Internet in der heutigen Form ist gerade mal 20 Jahre alt, Das erste iPhone kam vor elf Jahren auf den Markt. Heute sind Internet und Smartphones aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken und haben auch die Finanzbranche nachhaltig verändert.

Diese Reise in die Zukunft beginnt heute, auch für Banken und Sparkassen.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Digitalisierung, Innovation und Vertrieb hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland und bietet Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management sowie Beratung/Consulting an.

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