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Test der Beratungsqualität in den Filialen von Banken und Sparkassen

12 Fragen zur Zukunftsfähigkeit Ihres IT-Managements

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Warum Kostensparen alleine keine Option ist

Zukunftsorientiertes IT Management

Wie sieht ein zukunftsorientiertes IT Management aus?
© Shutterstock

Nicht erst seit der Digitalisierung gewinnt die IT eine immer höhere Bedeutung für Finanzinstitute. Doch Kostensparen alleine genügt nicht, um zukunftsfähig zu bleiben. Banken und Sparkassen sollten ihre Zukunftsfähigkeit durch zwölf Fragen an den IT-Verantwortlichen überprüfen.

Mit einem Anteil von 15% an den Gesamtkosten ist der IT-Bereich bei Banken ein wichtiger Ergebnisfaktor. Nach einer Studie von DB Research ist dies deutlich mehr als in anderen Branchen.

Viele Institute und vor allem auch die Dienstleister der regionalen Institutsgruppen sehen denn auch eine Hauptaufgabe ihrer Arbeit darin, Kosten zu sparen. Doch dies ist nur die eine Seite der Medaille. Was nützen niedrige Kosten, wenn dadurch die Wettbewerbsfähigkeit aufs Spiel gesetzt wird? Mindestens genauso kommt es auf die Stärkung der Kundenorientierung durch mehr Innovationskraft an.

Run-The-Bank versus Change-the-Bank

Bis vor nicht allzu langer Zeit hieß es, wenn man mit einer Bank oder Sparkasse über IT-relevante Themen sprach „Kommen Sie wieder, wenn die SEPA-Umstellung vorbei ist“. Abgesehen davon, dass es eigentlich nicht ernsthaft sein darf, dass eine derartige Umstellung im Zahlungsverkehr den Rest der Projekte zum Erliegen bringt, müsste inzwischen schlagartig Kapazität für innovative, kundenorientierte Themen frei geworden sein.

Die Realität indes ist eine andere.

Eine hier vorgestellte Studie hat gezeigt, dass zwei Drittel des IT Budgets der Banken für das Thema „Run-the-Bank“ aufgewendet wird. Der IT Vorstand einer deutschen Großbank hat den Anteil sogar auf 80-90% geschätzt. Mit anderen Worten, für Neuentwicklungen, die eine Bank strategisch voranbringen sollen (den Begriff „Innovation“ meide ich jetzt bewusst) stehen im Schnitt vermutlich deutlich weniger als 20% des IT-Budgets zur Verfügung.

Reicht das aus, um die Zukunftsfähigkeit sicherzustellen? Wohl kaum. Und dann stellt sich auch noch die Frage, wer darüber entscheidet, welche der zahlreichen vorhandenen Optionen für den Bereich „Change-the-Bank“ überhaupt umgesetzt werden sollen.

12 Fragen zur Zukunftsfähigkeit der Bank-IT

Die Beratungsgesellschaft Temenos hat vor kurzem die folgende Liste von 12 Fragen aufgestellt, die zum Thema Bank IT gestellt werden sollten. Ihre Beantwortung gibt einen deutlichen Hinweis darauf, wie fit ein Institut für die Zukunft aufgestellt ist.

  1. Wie hoch sind die jährlichen Kosten der Bank für IT insgesamt?
  2. Was ist Verhältnis von Run-the-Bank zu Change-the-Bank?
  3. Wie ist das Verhältnis von IT- und Back-Office-Mitarbeitern zur gesamten Mitarbeiterzahl?
  4. Wie viel Prozent der Transaktionen werden direkt und ohne menschliche Intervention verarbeitet?
  5. Wie viele Transaktionen erfolgen nicht nur direkt, sondern auch in Echtzeit?
  6. Wie lautet die Strategie der Bank zur Nutzung ihrer Daten für besseren Service, Cross-Selling und Kundenbindung?
  7. Welche Strategie verfolgt die Bank im Hinblick auf Offenes Banking (Schaffung eines Online-Marktplatzes für Produkte der Bank als auch von Drittanbietern)?
  8. Wie agil ist die Bank in Bezug auf die Geschwindigkeit, mit der neue Produkte und Anwendungen auf den Markt gebracht werden?
  9. Wie fördert die Bank Innovation? (z. B. durch Einbezug von Start-ups)?
  10. Wie ist die Bank auf die Explosion von Interaktionen mit Kunden durch die zunehmende Digitalisierung und das Internet der Dinge vorbereitet?
  11. Gibt es Angebote, die nicht über alle Kanäle geliefert werden können?
  12. Wie lautet die Strategie für das Management von Online-Sicherheit, die Verminderung von Risiken und der damit verbundenen möglichen Reputationsschäden?

Steuern Sie Ihre IT oder werden Sie gesteuert?

Jeder Bank- oder Sparkassenvorstand ist gut beraten, die Fragen einmal eingehend zu diskutieren. Doch hier fangen bereits die Probleme an: Mit wem sollen die Fragen diskutiert werden und in welchem – vor allem regionalen – Kreditinstitut ist überhaupt noch die Kompetenz dazu vorhanden.

Sparkassen und Genossenschaftsbanken haben sich durch die Zentralisierung der IT bei ihren Dienstleistern weitgehend des eigenen Know-hows beraubt. In der Folge werden sie – allen Verbandprojektgruppen zum Trotz – mehr oder weniger bevormundet, was die Umsetzbarkeit und die Umsetzung neuer Projekte anbelangt. Zudem ergeben sich unterschiedliche Zielrichtungen: „Erträge am Markt erzielen“ für die Primärinstitute und „Kosten sparen“ für die Dienstleister.

Ob dies im Hinblick auf eine Sicherstellung der Zukunftsfähigkeit eine optimale Aufstellung ist, darf bezweifelt werden.

Doch auch in Großbanken stellt sich die Frage, ob der Marktbereich oder die IT-Abteilung am Steuer sitzt. Im Unterschied zu den vorgenannten Institutsgruppen ist bei ihnen zumindest die Zielsetzung für das Gesamtunternehmen einheitlich.

Erfolgsentscheidend dürfte sein, dass auch in den Marktbereichen mehr technologisches Know-how aufgebaut wird.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers.Aktuell bietet er Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management und Beratung/Consulting an und vertritt die Firma Meniga, einen innovativen Anbieter von White-Label-Lösungen für Persönliches Finanz Management (PFM) im deutschsprachigen Teil Europas.Darüber hinaus hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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