FinTech und Digital Finance im Bereich der Mittelstandsfinanzierung

Innovative Services der Unternehmensfinanzierung

Aufgrund einer immer weiter voranschreitenden Digitalisierung entstehen in der Finanzindustrie diverse neue und innovative Serviceangebote. Durch diese eröffnen sich für kleine und mittlere Unternehmen neue relevante und vielversprechende Möglichkeiten der Unternehmensfinanzierung.

Innovative Services durch digitale Mittelstandsfinanzierung

Die Digitalisierung ermöglich innovative Services durch digitale Mittelstandsfinanzierung.

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Neue Technologien und technologische Konzepte bilden die Basis für Serviceinnovationen in der Finanzbranche. Die Begriffe FinTech und Digital Finance werden in diesem Zusammen­hang regelmäßig verwendet und stehen für die fortlaufenden Veränderungen und Entwicklungen in diesem Bereich. Die Kunden im Finanzsektor verlangen heute innovative, intelligente, einfach verständliche, leicht zu bedienende sowie zeit- und ortsunabhängige Services – und das zu möglichst geringen Kosten.

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Digital Finance auf dem Vormarsch

Wichtige Treiber sind hier eine zunehmend internetbasierte Wirtschaft, neue Nutzungsformen digita­ler und mobiler Endgeräte und Medien sowie eine sinkende Hemmschwelle, digitale Kanäle nicht nur zur Abfrage all­gemeiner finanzieller Informationen, sondern auch für das Abschließen von Verträgen und für die Durchführung finanzieller Transaktionen zu nutzen.

Auch das unternehmerische Interesse an den Anbietern innovativer Finanzservices wächst spürbar, was sich in einem Anstieg der globalen Investitionen in diverse FinTech-Unternehmen zeigt. Die Entwicklungen in den innovativen Serviceangeboten im Finanzbereich sind nicht nur für Privatpersonen interessant, sondern bedeuten auch für Mittelstandsunternehmen neue Perspektiven und Möglichkeiten – insbesondere bei der Unternehmensfinanzierung.

Digital Finance und FinTech für den Mittelstand

In Europa hat der klassische Bankkredit eine weitaus größere Bedeutung als etwa in den USA. Insbesondere während der Finanzkrise ab 2007/2008 hat sich diese starke Abhängigkeit von Banken für Unternehmen als nachteilig erwiesen. Im Kontext der Initiative „Capital Markets Union“ betont die EU-Kommission, dass eine Reduzierung dieser Abhängigkeit ein wichtiger Schritt für eine zukunftsweisende Finanzierungsstruktur in der EU sei. Unternehmen beziehen daher in zunehmendem Maße die Möglichkeiten der Mittelstandsfinanzierung vor dem Hintergrund von FinTech und Digital Finance in ihre Planungen ein.

Für kleine und mittlere Unternehmen ist es daher wichtig, die Möglichkeiten von Digital Finance und FinTech zu überblicken und entsprechende Chancen zu nutzen. Statt Einzelphänomene zu betrachten, soll dieser Beitrag innovative Finanzservices in ihrer Breite überblicken. Als konzeptionellen Rahmen für diese Betrachtung schlagen wir den Digital Finance Cube vor. Dieser erlaubt die Abgrenzung und Einord­nung sowohl von praxisorientierten Lösungen als auch von wissenschaftlichen Arbeiten im Bereich FinTech und Digital Finance. Der Cube umfasst die drei relevanten Dimensionen (1) Services, (2) Technologien und technologische Konzepte und (3) Serviceanbieter. Der Digital Finance Cube bietet mit dieser Struktur sowohl für eine generelle Betrachtung des Feldes, als auch für eine thematisch fokussierte Betrach­tung – wie z. B. auf die Aspekte der Mittelstandsfinanzierung – einen geeigneten Ausgangspunkt.

Erste Dimension von Digital Finance Services

Die angebotenen Digital Finance Services stellen im Digital Finance Cube die erste Dimension dar. Die Services lassen sich in die Bereiche (a) digitale Finanzierung, (b) digitale Investments, (c) digitales Geld, (d) digitaler Zahlungsverkehr, (e) digitale Versi­cherungen und (f) digitale Finanzberatung gliedern. Die zweite Dimension des Cubes umfasst die Technologien und technologischen Konzepte, die das Angebot der innovativen Services ermöglichen. Zu nennen sind dabei z. B. Blockchains, soziale Netzwerke, Nahbereichskommunika­tion (NFC), Peer-to-Peer-Technologien, Big Data Analytics, aber auch intuitive Benutzeroberflächen, Sicherheitstechnologien und technische Geräte wie Smartphones. Angeboten werden die Services entweder von etablierten Finanzdienstleistern oder von FinTech-Unternehmen, die sich wiederum einerseits in (relativ) neue Startups und andererseits in große (zum Teil lang etablierte) IT-Unternehmen, die in diesem Bereich aktiv sind, aufgliedern lassen. Diese Typen von Service­anbietern bilden die dritte Dimension des Cubes.

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Jascha-Alexander Koch - Goethe-Universität Frankfurt

Jascha-Alexander Koch

Jascha-Alexander Koch Co-Autor des Beitrags und seit 2013 wissenschaftlicher Mitarbeiter an Professur für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere e-Finance, am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt und ist gleichzeitig als Research Assistant am E-Finance Lab tätig. Er  beschäftigt sich mit Phänomenen von Digital Finance und FinTech und hat sich insbesondere auf Projektfinanzierung mittels Crowdfunding spezialisiert.

 

Dr. Michael Siering - Unternehmensberater Risikomanagement

Dr. Michael Siering

Dr. Michael Siering ist Co-Autor des Beitrags und als Unternehmensberater im Bereich Risikomanagement tätig. Er unterstützt als verbundener Wissenschaftler verschiedene Projekte der Professur für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere e-Finance, am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt.


Der Artikel ist ein Auszug aus dem Beitrag „Mittelstandsfinanzierung im Kontext von FinTech und Digital Finance“ aus dem Corporate Finance Themenheft „Digitalisierung der Mittelstandsfinanzierung“.

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Über den Autor

Prof. Dr. Peter Gomber

Prof. Dr. Peter Gomber leitet die Professur für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere e-Finance, am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt und ist Co-Chair und Mitglied des Vorstands des E-Finance Lab. ER befasst sich u.a. mit Digital Finance und FinTech, der Marktmikrostrukturtheorie, dem Einfluss regulatorischer Maßnahmen auf die Wertpapierindustrie, Institutionellem Wertpapierhandel, sowie mit innovativen Konzepten, Technologien und Informationssystemen in der Finanzwirtschaft. Seit 2011 ist er zudem Mitglied des Börsenrates der Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) und des Wissenschaftlichen Beirats des Deutschen Aktieninstituts (DAI) und seit 2012 Mitglied der ESMA Secondary Markets Standing Committee Consultative Working Group.

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