Asset Servicing bei der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG

Digitale Quartiere als Chance für die Zukunft

Vernetzung und Datenqualität als Schlüssel zum Erfolg

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Eine aktuelle Studie zeigt: Der Anfang zur Schaffung digitaler Quartiere ist gemacht. Die Immobilienbranche arbeitet mit großem Tempo an den weiteren Schritten auf dem Weg zum Fortschritts-Booster „Stadt der kurzen Wege“, hat aber noch einige Herausforderungen zu meistern.

Aktuelle Trends, Studien und Research zur Digitalisierung

Die Digitalisierung erfasst unseren Alltag und die gesamte Wirtschaft ist davon betroffen. Die Geschäftsmodelle ganzer Branchen werden dadurch – teilweise dramatisch – verändert. Auch Banken und Sparkassen können sich diesem Trend nicht entziehen. Studien zu den aktuellen Trends und Entwicklungen in diesem Bereich finden Sie im Bank Blog.

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Der Spitzenverband der Immobilienwirtschaft und EY Real Estate haben kürzlich eine Studie zur Digitalisierung der Immobilienwirtschaft mit dem Schwerpunktthema „digitales Quartier“ vorgestellt. Demnach lassen sich viele Unternehmen aus der Immobilienwirtschaft ihre digitale Transformation im wahrsten Sinne des Wortes einiges kosten und geben bei der Digitalisierung richtig Gas. Etliche Marktteilnehmer bemängeln allerdings eine unbefriedigende Datenqualität. 

Für die Studie wurden circa 250 Angestellte privatwirtschaftlicher und öffentlicher Unternehmen, die die komplette Wertschöpfungskette der Immobilienwirtschaft berücksichtigen, befragt. 

Fortschritts-Booster digitales Quartier

Ein digitales Quartier, das Möglichkeiten zum Wohnen, Arbeiten und Versorgen biete, sei ein besonderer Anreiz für die Bewohner. Der Mehrwert einer Stadt der kurzen Wege sei ökologisch wie sozial ein offensichtlicher Fortschritts-Booster. Allerdings stehe die Schaffung intelligenter Quartiere noch ganz am Anfang.

Für 92 Prozent der Teilnehmer seien hier die Antworten auf aktuelle Herausforderungen wie lebenswerte Innenstädte, Klimaschutz und die Mobilitätswende zu finden. Wichtige Instrumente seien dabei Smart Metering, E-Mobilität und das digitale Mieterportal. 

Zwischen den identifizierten Chancen eines digitalen Quartiers und der Investitionsbereitschaft zeigt sich jedoch eine deutliche Divergenz, denn 80 Prozent attestieren eine nicht ausreichende Investitionsbereitschaft. Ebenso werden eine lückenhafte IT-Infrastruktur (79 Prozent) und zu gering ausgeprägte Kooperationsbereitschaft zwischen verschiedenen Anbietern im digitalen Quartier (73 Prozent) als wichtige Herausforderungen ausgemacht.

Zwar seien die Zustimmungswerte zum digitalen Quartier sehr hoch, es hapere allerdings hier noch an der Bereitschaft, Daten zu teilen. Erst durch die hieraus resultierende Vernetzung sei es möglich, das Potenzial digitaler Quartiere zu entfalten. 

Mängel bei Daten bremsen Digitalisierung

Digitalisierung habe laut der Studie für die Immobilienwirtschaft einen hohen Wert. Über die Hälfte der Befragten (55 Prozent) sehe ihr Unternehmen inzwischen in einer fortgeschrittenen Digitalisierungsphase, 47 Prozent in der Etablierungsphase und acht Prozent in der Reifephase der Digitalen Exzellenz. Insgesamt eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Seit dem Vorjahr habe sich die Anzahl der Unternehmen, die über 20 Prozent Ihres Umsatzes in die Transformation investierten mit nun zehn Prozent mehr als verdreifacht.

Mängel bei der Datenqualität und der Datentransparenz seien derzeit noch eine Fortschrittsbremse. Unzureichende Datenqualität und Datenintransparenz werden von 67 Prozent der Markteilnehmer als Manko wahrgenommen. Im Vorjahr beklagten hier 65 Prozent Unzulänglichkeiten.

Die Branche sei in der Verantwortung und müsse am Ball bleiben, so die Studienautoren. In den Fokus rücken dabei Herausforderungen von Datenstruktur über Datenqualität bis hin zur Modernisierung veralteter Software.

Unzureichende politische Bewegung sei eine weitere Ursache für Probleme. Die gerade im Kabinett auf den Weg gebrachte überarbeitete Digitalstrategie beinhalte immerhin die Zusage, bis 2025 einen modernen Rechtsrahmen für die erfolgreiche Entwicklung der Datenökonomie und die verbesserte Nutzung der Daten durch vernetzte Datenräume zu schaffen.  

Datensilos und unbefriedigende Datenqualität als Bremse

Nach Einschätzung von 94 Prozent der Befragten leide die Immobilienwirtschaft unter einer hohen Anzahl an Datensilos, wobei die Bereitschaft zum Datenteilen mit anderen Akteuren groß sei. Diese Zustimmung betrage gegenüber Kunden 82 Prozent und gegenüber Versorgern 80 Prozent. Technologieanbieter können auf 79 Prozent und die öffentliche Hand auf 75 Prozent Zustimmung zählen. 

Die Gesamtbetrachtung zeige insbesondere in einem Bereich Vorbehalte: mit Wettbewerbern wollen fast zwei Drittel (64 Prozent) keine Daten teilen. Hier müsse es gelingen, durch sorgsamen Schutz individueller Geschäftsinteressen, den großen Mehrwert des Datenteilens besser auszuschöpfen. Damit könne sich die Digitalisierung zu einer großen Win-Win-Möglichkeit für die komplette Branche entwickeln.

Potenzielle Gefahren, wie Cyberangriffe wachsen mit zunehmender Digitalisierung ebenfalls. Einen Anstieg solcher Fälle nehmen mittlerweile 57 Prozent der Unternehmen wahr, obgleich sich 82 Prozent gut gewappnet sehen. 93 Prozent der befragten Marktteilnehmer betrachten Cybersecurity als Teil ihrer Digitalstrategie.

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Über den Autor

Marc Rohde

Marc Rohde ist freier Mitarbeiter des Bank Blogs. Der Bankkaufmann war mehr als 20 Jahre in verschiedenen Kreditinstituten tätig. Zuletzt war er im Konzern Deutsche Börse u.a. für die Abwicklung von GC Pooling Geschäften verantwortlich und ist seit 2017 im kulturellen Sektor tätig.

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