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Digitale Geschäftsmodelle gewinnen an Bedeutung

Doch deutsche Firmen hadern noch mit der Digitalisierung

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Dass digitale Geschäftsmodelle in fünf Jahren wichtig sein werden, um unternehmerischen Erfolg einzufahren, darin sind sich die meisten Unternehmen einig. Doch mit der Digitalisierung klappt es oft noch nicht so ganz. Das zeigt eine aktuelle Studie.

Aktuelle Trends, Studien und Research zur Digitalisierung

Die Digitalisierung erfasst unseren Alltag und die gesamte Wirtschaft ist davon betroffen. Die Geschäftsmodelle ganzer Branchen werden dadurch – teilweise dramatisch – verändert. Auch Banken und Sparkassen können sich diesem Trend nicht entziehen. Studien zu den aktuellen Trends und Entwicklungen in diesem Bereich finden Sie im Bank Blog.

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Viele Firmen setzen auf digitale Geschäftsmodelle – weil sie glauben, dass diese in Zukunft unternehmerischen Erfolg sichern könnten. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Digitalverbandes Bitkom unter 604 Unternehmen ab 20 Mitarbeitern.

Demnach gaben 26 Prozent der Firmenvertreter an, dass digitale Geschäftsmodelle in fünf Jahren eine „eher große“ Bedeutung haben würden – 38 Prozent gingen von einer „sehr großen“ Bedeutung aus – und 31 Prozent waren der Überzeugung, dass digitale Geschäftsmodelle zu diesem Zeitpunkt „entscheidend“ sein würden. Drei Prozent sprachen ihnen eine geringe Bedeutung zu.

Hohe zukünftige Bedeutung digitaler Geschäftsmodelle

Unternehmen sehen eine hohe Bedeutung digitaler Geschäftsmodelle.

Noch geht analog vor

Wohlgemerkt sind das Prognosen, die die nahe Zukunft betreffen: Aktuell sind es laut der Studie nur fünf Prozent der befragten Unternehmen, die mindestens die Hälfte ihrer Umsätze durch digitale Produkte oder Dienstleistungen erzielen. Ein Fünftel des Umsatzes oder mehr schaffen 52 Prozent der Umfrage-Teilnehmer.

Einen Grund dafür sehen die Autoren der Studie darin, dass es den Betrieben schwerfalle, digitale Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln: 34 Prozent der befragten Firmen entwickeln überhaupt keine, 33 Prozent fällt die Entwicklung „sehr schwer“, 15 Prozent „eher schwer“. Neun Prozent halten es für „eher leicht“ – drei Prozent für „sehr leicht“.

Das hindert die Unternehmen

Das liegt offenbar vor allem daran, dass die Zeit fehlt, digitale Produkte oder Dienstleistungen zu entwickeln (61 Prozent), oder daran, dass Fachkräfte fehlen (53 Prozent). Mitunter ist es auch so, dass die Anforderungen an den Datenschutz die Betriebe bremsen (45 Prozent) oder das Kapital nicht ausreiche, um es für die Entwicklung von digitalen Produkten und Dienstleistungen zu verwenden (29 Prozent).

Die Mehrheit sieht sich als Nachzügler

Und so kommt es, dass sich die in der Studie befragten Unternehmen in Sachen Digitalisierung größtenteils (66 Prozent) als Nachzügler empfinden (2021: 65 Prozent). Nur 32 Prozent (2021: 34 Prozent) halten sich für Vorreiter. Den Anschluss verpasst zu haben, glaubt aber niemand der Befragten.

Müssten die Umfrage-Teilnehmer Noten verteilen, würden sie sich durchschnittlich eine 3,1 geben – „befriedigend“ also. Unternehmen mit 2.000 und mehr Beschäftigten hätten mit der Durchschnittsnote 2,5 etwas besser abgeschnitten, jene mit 500 bis 1.999 Beschäftigten seien auf eine 3,0 gekommen, wie es heißt.

Entsprechend kritisch gingen die befragten Unternehmen mit der deutschen Wirtschaft um: Nur zwei Prozent sahen Deutschland im weltweiten Vergleich bei der Digitalisierung als führend an, 24 Prozent verorteten die deutsche Wirtschaft in der Spitzengruppe. 36 Prozent setzte Deutschland ins Mittelfeld – 27 Prozent unter die Nachzügler. Acht Prozent als „abgeschlagen“.

2023 deutlich weniger Investitionen in die Digitalisierung?

Immerhin erkennen die Unternehmen, dass etwas getan werden muss: Im laufenden Jahr investieren 43 Prozent der befragten Betriebe mehr in Digitalisierung als 2021. Davon 28 Prozent „eher mehr“, 15 Prozent „deutlich mehr“. 31 Prozent halten ihre bisherigen Investitionen stabil. 17 Prozent fahren die Ausgaben „eher zurück“, 5 Prozent kürzen sie sogar „deutlich“.

2023 aber flaut der Trend wieder ab, glaubt man der Studie: Dann wollen nur noch zwei Prozent „deutlich mehr“ für die Digitalisierung ausgeben, 16 Prozent „eher mehr“. Ja, 19 Prozent wollen sogar „eher weniger“ Kapital dafür aufwenden – 14 Prozent sogar „deutlich weniger“. 42 Prozent planen, ihre Ausgaben für die Digitalisierung auf demselben Niveau zu lassen, auf dem diese derzeit sind.

Das könnte so sein, vermuten die Autoren der Studie, weil sich die wirtschaftliche Lage derzeit verschlechtere – Inflation, Krieg und Corona-Pandemie belasten die Unternehmen.

Digitalisierung macht Unternehmen wettbewerbsfähig

Klappt es dann aber mit der Digitalisierung, sind 61 Prozent der Befragten überzeugt, dass diese ihr Unternehmen wettbewerbsfähiger gemacht habe. 51 Prozent waren der Meinung, dass sie als digitalisiertes Unternehmen als Arbeitgeber an Attraktivität gewonnen hätten.

Das wünschen sich die Unternehmen von der Politik

Damit das noch mehr Firmen gelingt als bisher, nimmt die Wirtschaft die Politik in die Pflicht: Schnellere Genehmigungsverfahren wünschen sich die Umfrage-Teilnehmer etwa – und den Abbau baurechtlicher Hürden, um das Gigabit-Netz zu spinnen (96 Prozent). Zudem sollen Fördergelder dorthin fließen, wo sie die größte Wirkung entfalten, statt sie wie bisher „mit der Gießkanne“ zu verteilen (94 Prozent).

Ein tagesaktuelles Lagebild zur IT-Sicherheit wünschen sich 84 Prozent der Unternehmen. 81 Prozent fordern die Abschaffung der Schriftformerfordernis. 77 Prozent möchten, dass die Landesdatenschutzgesetze und föderale Datenschutzregelungen in ein bundesweites Rahmengesetz überführt werden – das, so der Gedanke, könnte zu Rechtssicherheit beim Datenschutz führen. 64 Prozent der Firmen halten es für notwendig, elektronische Identität sicher und praxistauglich über sogenannte Wallets einzuführen.

Also: Politik und Wirtschaft haben beide ihre Baustellen. Packen beide an, kann es klappen in Deutschland mit der Digitalisierung.

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Über den Autor

Jannik Wilk

Jannik Wilk ist als freiberuflicher Redakteur für Der Bank Blog tätig. Er ist freier Journalist und Student in Heidelberg.

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