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Digitale Finanzdienstleistungen müssen den Alltag erleichtern

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Interview mit Boris Scukanec Hopinski, Chief Digital Officer der HypoVereinsbank

Bankleistungen im Kundenalltag

Produkte und Leistungen von Banken und Sparkassen müssen den Alltag der Kunden erleichtern
© Shutterstock

Im Rahmen der digitalen Transformation kommt dem Innovationsmanagement in Banken und Sparkassen eine wichtige Funktion zu. Über die Ziele und Aufgaben habe ich mich ausführlich mit Boris Scukanec Hopinski, Chief Digital Officer und Leiter Konzernentwicklung der HypoVereinsbank, unterhalten.

Die Themen Digitale Transformation und Innovation sind von hoher Bedeutung für die Finanzbranche und nehmen demzufolge auch hier im Bank Blog breiten Raum ein. Im Rahmen einer lockeren Serie über das Innovationsmanagement ausgewählter Banken habe ich bereits Interviews mit Remigiusz Smolinski, Innovationsmanager bei der comdirect bank AG, Sven Möllmann ist Head of Digital Strategy & Innovation bei der ING DiBa und Philip Laucks, Chief Digital Officer der Postbank geführt.

Vor kurzem nun hatte ich Gelegenheit, den Innovationsmanager bei der HypoVereinsbank zu dem Thema zu befragen. Boris Scukanec Hopinski ist Chief Digital Officer und Leiter Konzernentwicklung der HypoVereinsbank. Mit seinem Team sichert er die zentrale Steuerung der Digitalisierung in sämtlichen Bereichen der Bank und koordiniert den Innovations- und Transformationsprozess.

Boris Scukanec Hopinski, CDO, HypoVereinsbank

Boris Scukanec Hopinski ist Chief Digital Officer und Leiter Konzernentwicklung der HypoVereinsbank

Digitale Finanzdienstleistungen werden den Alltag erleichtern

Der Bank Blog: Wie lautet Ihre Vision für das digitale Banking im Jahre 2025?

Boris Scukanec Hopinski: Das Kundenerlebnis wird absolut im Mittelpunkt stehen. Beginnend bei voller Transparenz durch die übersichtliche Darstellung aller Transaktionen über digitale Produktabschlüsse und Zahlungsmöglichkeiten bis hin zu intelligenten Systemen, die im Hintergrund Ihre Finanzen optimieren und passgenaue Produktvorschläge machen, werden digitale Finanzdienstleistungen den privaten und beruflichen Alltag erleichtern und sich in diesen integrieren. Das alles jederzeit, auf jedem Gerät und über jeden gewünschten Kanal. Es geht weniger um eine Veränderung der Produkte, sondern der Art, wie sie angeboten und genutzt werden beziehungsweise in den Alltag der Kunden integriert sind. Auch deshalb hat die HypoVereinsbank frühzeitig Maßstäbe hinsichtlich digitaler Zugangswege zu ihren Angeboten gesetzt.

Der Bank Blog: Was bedeutet Innovation für Sie und Ihr Institut?

Boris Scukanec Hopinski: Innovation ist das Herzstück unserer Digitalisierungsstrategie. Dabei sind neue Wege und Impulse von außen unabdingbar. Vor diesem Hintergrund haben wir unter anderem das HVB Innovation Lab ins Leben gerufen, wo wir in Co-Creation mit unserem Innovationspartner HYVE neue Kundenlösungen außerhalb der konventionellen Standardprozesse entwickeln. Gleichzeitig kooperieren wir auch mit Start-up-Unternehmen und arbeiten zusammen mit diesen an neuen Angeboten. Das heißt, wir gehen verschiedene Wege. Es gilt allerdings immer: Wir denken Innovationen konsequent vom Kunden her.

Kundenorientierung, Geschwindigkeit und Veränderung sind wichtig

Der Bank Blog: Welches sind für Sie die drei zentralen Faktoren für ein erfolgreiches Innovationsmanagement?

Boris Scukanec Hopinski: Kundenorientierung, Geschwindigkeit und die Bereitschaft, bestehende Produkte und Services potenziell komplett anders zu gestalten. Am Anfang jeder Innovation stehen Interessen, Bedarfe und Ansprüche unserer Kunden sowie die Frage, wie wir einen Mehrwert für sie schaffen können. Bei der Umsetzung neuer Ideen zählen vor allem Geschwindigkeit und der unbedingte Umsetzungswille. Hierbei setzen wir auf Vernetzung und bringen unser Fachwissen auf verschiedene Weise mit dem Innovationsgeist und Know-how von Technologieunternehmen zusammen. Zu guter Letzt muss es die Bereitschaft geben, Altes zugunsten neuer und erfolgsversprechender Ideen zu überdenken.

Der Bank Blog: Welche Aufgaben hat Ihr Bereich? Wo ist er angesiedelt und an wen wird berichtet? Wer im Vorstand ist zuständig und wie kurz (oder lang) ist der Berichtsweg?

Boris Scukanec Hopinski: Wir sichern die zentrale Steuerung der Digitalisierung in sämtlichen Bereichen der Bank und koordinieren den Innovations- und Transformationsprozess. Dazu gehören auch Aufbau und Management von Initiativen wie dem HVB Innovation Lab oder dem Accelerator Programm TechFounders von UnternehmerTUM, bei dem wir Industriepartner sind. Hinzu kommen Kooperationen oder Beteiligungen im FinTech-Sektor. Natürlich stehen wir auch permanent im Austausch über digitale Aktivitäten in der UniCredit Group, um Synergien zu nutzen. Die Digitalisierung ist elementarer Teil der Geschäftsstrategie der HypoVereinsbank und als wichtige bankübergreifende Aufgabe bei mir und damit direkt im CEO-Bereich angesiedelt.

Der Bank Blog: Verfügt Ihr Bereich über ein eigenes Investitions-Budget?

Boris Scukanec Hopinski: Ja. Zum einen bündeln wir die Investments der Bank in VC Funds sowie FinTechs. Darüber hinaus steuern und finanzieren wir zentral beispielsweise die Aktivitäten im HVB Innovation Lab oder Accelerator Programm TechFounders.

Innovation funktioniert nicht nach Schema F

Der Bank Blog: Haben Sie ein Standardvorgehen/eine Checkliste zur Analyse und Prüfung von neuen Entwicklungen, Produktideen, Innovationen etc.? Können Sie uns diese kurz beschreiben?

Boris Scukanec Hopinski: Innovation funktioniert nicht nach Schema F, muss aber natürlich gemanagt werden. Wir verlassen bewusst die üblichen Bankstrukturen und -prozesse, setzen stark auf den Impuls von außen und lernen hier täglich hinzu. Selbstverständlich beobachten wir beispielsweise über unsere Investments und zusammen mit unseren Partnern die Entwicklungen im Markt kontinuierlich. Daraus ergeben sich laufend neue Ideen, die es dann gilt, möglichst schnell und unkompliziert umzusetzen.

Der Bank Blog: Testen Sie neue Ideen mit Kunden? Falls ja, wie?

Boris Scukanec Hopinski: Das Kundenbedürfnis und -erlebnis steht bei allen unseren Innovationen im Mittelpunkt. Beispielsweise holen wir im Innovation Lab bereits vor der Ideation Kundenfeedback ein und testen auch zu einem späteren Zeitpunkt Konzepte mit Kunden.

Digitalisierungs-Kompass für Banken

Banken und Sparkassen müssen bei der digitalen Transformation den richtigen Kurs finden
© Shutterstock

Geschwindigkeit und Nutzerfreundlichkeit im Fokus von Innovationen

Der Bank Blog: Arbeiten Sie bei Innovationen mit externen Unternehmen zusammen? Falls ja, mit welchen?

Boris Scukanec Hopinski: Um digital erfolgreich zu sein, zählen Geschwindigkeit und der starke Fokus auf das Kundenerlebnis beziehungsweise die Nutzerfreundlichkeit. Der Impuls von außen ist unabdingbar. Im HVB Innovation Lab kooperieren wir beispielsweise mit der Münchner Innovationsagentur HYVE, die über umfassende Erfahrung in der Zusammenarbeit mit großen Unternehmen verfügt und uns mit innovativen Methoden unterstützt. Mit unserer Teilnahme am Accelerator-Programm Techfounders von UnternehmerTUM verstärken wir den Austausch mit der globalen Tech-Community und Start-up-Unternehmen. Zudem kooperieren wir mit FinTechs wie zum Beispiel SumUp für mobile Kartenzahlungen oder den Online-Finanzportalen Compeon und Fintura.

Der Bank Blog: Kaufen Sie White-Label-Lösungen ein? Haben Sie derzeit welche im Einsatz? Falls ja, welche?

Boris Scukanec Hopinski: Wenn wir das Kundenerlebnis durch die Einbindung von White-Label-Lösungen verbessern können, machen wir das. Unseren Kunden stehen beispielsweise der Kontowechselservice von FinReach oder der Rechnungsscanner von Gini zur Verfügung.

Blockchain hat ein enormes Disruptions-Potenzial

Der Bank Blog: Welche Bedeutung messen Sie Trends wie Big Data, Blockchain und künstlicher Intelligenz zu?

Boris Scukanec Hopinski: Wir schauen uns eine Reihe neuer Technologien ganz genau an. Wir wissen, dass Banken in ihrem Geschäft ganz besonders auf das Vertrauen der Kunden angewiesen sind. Das wiederum beruht entscheidend auf dem sensiblen Umgang mit deren Daten. Blockchain hat für mich ein enormes Disruptions-Potenzial. Als Unternehmen der UniCredit Gruppe sind wir Teil des R3 Konsortiums und sehr nah am Thema dran. Künstliche Intelligenz wird zweifellos tiefgreifende Veränderungen mit sich bringen. Hier befinden wir uns mit großen Technologieunternehmen im kontinuierlichen und engen Austausch.

Der Bank Blog: Ein wesentliches Element von Innovationen sind ja die damit verbunden Risiken. Gemeinhin wird gesagt, dass von 10 neuen Ideen 8-9 scheitern. Wie würden Sie Ihr Risikomanagement beschreiben?

Boris Scukanec Hopinski: Wenn man nicht bereit ist, das Risiko zu scheitern einzugehen, braucht man sich erst gar nicht auf die Reise begeben. Dann würde man Innovation im alten, bestehenden Muster versuchen, was ein Widerspruch in sich ist. Wir brauchen eine gelebte Trial-and-Error-Kultur. Nur wenn wir den Mut haben, Neues auszuprobieren, werden wir auch Erfolg haben.

Evolution und Revolution

Der Bank Blog: Welches sind die entscheidenden Aufgaben in Ihrem Bereich für die kommenden 12 Monate?

Boris Scukanec Hopinski: Digitale Transformation bedeutet für uns Evolution und Revolution. Das heißt Transformation des Stammgeschäfts, mit anderen Worten „von analog zu digital“ sowie Neuerfindung von Geschäftsmodellen oder „Banking anders“. Beides gehen wir an. Dies erfordert eine strikte Priorisierung, Umsetzungsdisziplin sowie Fokussierung auf Geschwindigkeit.

Der Bank Blog: Vielen Dank für das Gespräch.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers.Aktuell bietet er Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management und Beratung/Consulting an und vertritt die Firma Meniga, einen innovativen Anbieter von White-Label-Lösungen für Persönliches Finanz Management (PFM) im deutschsprachigen Teil Europas.Darüber hinaus hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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