Deutsche zahlen immer häufiger bargeldlos

Steigende Erträge, aber auch Handlungsdruck

Erstmals ist der Wert bargeldloser Transaktionen im deutschen Einzelhandel so hoch wie der von Barzahlungen. Zeichnet sich damit eine Trendwende weg vom Bargeld ab? Zumindest international ist diese längst vollzogen.

Aktuelle Trends, Studien und Research zu Mobile Payment

Mobile Payment, das Bezahlen via Smartphone steckt hierzulande noch in den Kinderschuhen. Die Anforderungen sind vielfältig. Im Bank Blog finden Sie aktuelle Studien zu dieser neuen Entwicklung, die insbesondere für Banken und Sparkassen eine Bedrohung darstellt.

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Die Unternehmensberatung Boston Consulting hat ihre jährliche Analyse der Entwicklungen im Markt für Zahlungsabwicklungen präsentiert. In der Studie werden insbesondere die weltweiten Zahlungsströme und Erträge der Zahlungsdienstleister untersucht.

Demnach entwickelt sich rund um Kreditkarten und Bezahl-Apps weltweit ein neuer Technologiesektor, der schon jetzt die Billionen-Schwelle beim Umsatz überschritten hat. Die Erträge für Zahlungsverkehrsdienstleister erreichten 2018 ein Gesamtvolumen von 1,4 Billionen US-Dollar. Bis zum Jahr 2028 wird eine Steigerung auf 2,5 Billionen US-Dollar erwartet, also ein Plus von weltweit mehr als 1 Billion US-Dollar. Das Ertragswachstum für bargeldloses Zahlen wird bis 2028 jährlich bei rund 6 Prozent liegen. Treiber für diese Prognosen sind vor allem Entwicklungs- und Schwellenländer. Denn immer mehr Verbraucher erhalten hier Zugang zu Bank- und elektronischen Zahlungsdienstleistungen.

Deutsche bleiben dem Bargeld treu

Während Deutschland in den vergangenen Jahren in diesem Sektor eher eine Nebenrolle gespielt hat, konnte dieses Jahr eine Trendwende beobachtet werden. Treiber des bargeldlosen Bezahlens in Deutschland sind vor allen der steigende Onlinehandel sowie kontaktlose Kartenzahlungen und neue Bezahlmethoden. Im Vergleich mit anderen Ländern besteht aber noch viel Luft nach oben, denn im internationalen Vergleich sind die Deutschen nach wie vor Bargeldliebhaber.

Beim Gesamtwert bargeldloser Transaktionen liegt Deutschland sie 2018 mit 68 Billionen US-Dollar im europäischen Vergleich auf Rang 11, bei der Anzahl bargeldloser Zahlungen auf Rang 15. Zum Vergleich: In Norwegen ist die Anzahl bargeldloser Zahlungen mehr als doppelt so hoch und liegt bei rund 550 pro Kopf pro Jahr.

Vergleich der bargeldlosen Transaktionen pro Kopf in Europa

Im Vergleich der Anzahl bargeldloser Transaktionen pro Kopf liegt Deutschland in Europa auf Rang 15.

Auch die meisten Kartenzahlungen pro Einwohner werden in Europa nach wie vor in skandinavischen Ländern getätigt. Mit 60 Kartenzahlungen pro Kopf in 2018 liegt Deutschland auf dem viertletzten Platz in Europa. Dagegen haben andere westeuropäische Länder wie Frankreich, Belgien, die Niederlande und die Schweiz in den letzten fünf bis zehn Jahren deutlich zugelegt.

Weltweite Erträge von 2,5 Billionen US-Dollar erwartet

Die Erträge aus dem Zahlungsverkehr in Deutschland erreichten 2018 insgesamt rund 18 Milliarden US-Dollar – zwei Drittel davon im Privatkundengeschäft, ein Drittel aus Zahlungen im Geschäftsbereich.

Insgesamt erwarten die Experten für Deutschland einen weiteren Anstieg der bargeldlosen Transaktionen. Für die nächsten fünf Jahre wird ein Anstieg des Gesamtwertes dieser Transaktionen von 4 Prozent prognostiziert. Bei der Anzahl der Transaktionen wird mit einem jährlichen Plus von 6 Prozent gerechnet.

Für die Erträge der Banken und Zahlungsdienstleister in Deutschland bedeutet das ein jährliches Plus von 3 Prozent bis 2023 im bargeldlosen Zahlungsverkehr.

Gründe liegen im Wachstum des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs, verstärkter elektronischer Rechnungsabwicklung im KMU-Geschäft und bei zunehmenden elektronischen Zahlungen im E-Commerce und in angrenzenden Ökosystemen.

Wachsender Druck auf etablierte Anbieter

Trotz des Wachstums steige der Druck auf etablierte Zahlungsdienstleister aufgrund neuer Anbieter aus dem FinTech- und BigTech-Bereich sowie neuer Technologien wie zum Beispiel Instant und Mobile Payments.

Etablierte Anbieter müssten sich darauf einrichten. Es gehe darum, die Digitalisierung zu beschleunigen, das Angebot im Bereich E- und Mobile-Commerce zu optimieren und die schnell wachsenden Entwicklungsmärkte zu erschließen.

Zum Downloadlink zur Studie (engl.) gelangen Sie über Laterpay.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring ist Herausgeber des Bank Blogs und der Finanzbranche seit über 30 Jahren beruflich verbunden. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Strategien in den Bereichen Digitalisierung, Innovation und Vertrieb ist er gefragter Referent und Moderator bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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