Viele Deutsche nutzen mehrere Banken

Marktanteile bei Exklusiv-, Haupt- und Nebenbankverbindungen

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Viele Deutsche sind Kunden bei mehr als nur einer Bank oder Sparkasse. Eine aktuelle Studie hat dies näher untersucht und dabei die Marktanteile der Kreditinstitute bei Exklusiv-, Haupt- und Nebenbankverbindungen ermittelt.

Aktuelle Trends, Studien und Research über Retail Banking

Das klassische Retail Banking, also das Geschäft mit der Mehrzahl der privaten Kunden, befindet sich in einem tiefgreifenden Prozess der Veränderung. Verändertes Kundenverhalten, intensiver Wettbewerb, die Digitalisierung und andere Faktoren führen zu einer stetigen Verengung der Margen und stellen Banken und Sparkassen zunehmend vor neue Herausforderungen. Studien zu den neuesten Trends und Entwicklungen und wie darauf reagiert werden kann finden Sie im Bank Blog.

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Das Ipsos Finanzmarktpanel analysiert dabei Faktoren, welche die kurz- und mittelfristige Geschäftsentwicklung von Geldinstituten, Versicherungen und Bausparkassen beeinflussen. In einer bevölkerungsrepräsentativen Sonderanalyse einer Online-Befragung wurden 20.000 Haushalte in Deutschland zu ihren Aktivitäten im Finanzmarkt befragt.

Jeder Deutsche hat 1,9 Bankverbindungen

Demnach besitzen Personen ab 14 Jahren in Deutschland im Schnitt 1,9 Bankverbindungen. Der Wert liegt etwas höher als der in einer exklusiven Umfrage des Bank Blogs aus dem vergangenen Jahr ermittelte Wert von 1,7 Bankverbindungen.

49 Prozent der Befragten gaben an, lediglich mit einem einzelnen Geldinstitut Bankbeziehungen zu haben. 20 Prozent der Befragten antworteten, zwei Bankverbindungen zu besitzen. Bei einem weiteren Fünftel sind es sogar drei oder mehr Bankverbindungen.

Exklusiv-, Haupt- und Nebenbankverbindungen

Die Studie unterscheidet zwischen drei verschiedenen Bankverbindungstypen:

  • Exklusivbankverbindung,
  • Hauptbankverbindung und
  • Nebenbankverbindung.

Eine Exklusivbankverbindung besteht bei Bankkunden, die nur bei einem Finanzinstitut ein Konto besitzen. Hauptbankverbindungen zeichnen sich dadurch aus, dass diese Bankverbindung für alltägliche Geschäfte, wie Mietzahlungen und Gehaltseingang, verwendet wird. Hauptbankverbindungen sind allerdings nicht exklusiv. Nebenbankverbindungen hingegen sind Kundenbindungen zu Gesellschaften, welche für alle weiteren Zwecke verwendet werden.

Sparkassen mit größtem Marktanteil

Knapp die Hälfte aller Deutschen ab dem Alter von 14 Jahren besitzt ein Konto bei der Sparkasse. 19 Prozent aller Sparkassenkunden sind Exklusivbankkunden, haben also kein weiteres Konto bei einem anderen Geldinstitut. 15 Prozent sehen die Sparkasse als Hauptbank, 13 Prozent als Nebenbankverbindung.

Auf Platz 2 folgen mit 26 Prozent Marktanteil die Volks- und Raiffeisenbanken. 8 Prozent betrachten sie als einzige Bankverbindung, 8 Prozent als Hauptbank und 10 Prozent als Nebenbankverbindung.

An dritter Stelle steht die Postbank mit 12 Prozent Marktanteil. Allerdings sagen nur 2 Prozent, dass dies ihre alleinige Bankverbindung sei. 4 Prozent bezeichnen sie als Haupt-, 6 Prozent als Nebenbankverbindung.

Marktanteile und Mehrfachbankverbindungen der Deutschen

Marktanteile nach Exklusiv-, Haupt- und Nebenbankverbindung.

Insbesondere die Direktbanken weisen einen auffällig niedrigen Anteil an Exklusivkunden auf. Die Mehrheit der Kunden von Direktbanken, wie der ING, DKB oder comdirect bezeichnen sich als Nebenbankkunden.

Nebenbanken werden aufgrund ihrer Spezialisierung geschätzt

Die Auswertung der Produkttypen, die üblicherweise bei einer Nebenbank genutzt werden zeigt, dass diese für ihre Spezialisierung geschätzt werden. So bestehen fast doppelt so viele Tagesgeldkonten bei Nebenbankkunden verglichen mit Hauptbanken. Bei depotbezogenen Produkten ist er Anteil sogar 2,4-fach so hoch wie bei Hauptbanken. Konkret geben 16 Prozent der befragten Personen an, ein Depot bei der eigenen Haupt- oder Exklusivbank zu besitzen, bei der Nebenbank sind es ganze 39 Prozent.

Diese Ergebnisse lassen Rückschlüsse auf die Nutzungstendenzen der Deutschen zu. Der Wechsel einer Hauptbank, auf dem alltägliche Zahlungsströme ein- und ausgehen, ist oftmals mit großem Aufwand verbunden. Allerdings ziehen Bankkunden in vielen Fällen angebotene Tagesgeldkonten oder Depots von Nebenbanken vor. Dies sei laut den Studienautoren vor allem darauf zurückzuführen, dass Spezialanbieter häufig einen technologischen und kalkulatorischen Vorsprung bei bestimmten Produkten haben.

Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring ist Herausgeber des Bank Blogs und der Finanzbranche seit über 30 Jahren beruflich verbunden. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Strategien in den Bereichen Digitalisierung, Innovation und Vertrieb ist er gefragter Referent und Moderator bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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