Deutsche Banken blicken pessimistisch in die Zukunft

Problembereiche Niedrigzinsen, Kapitalmärkte und Regulierung

Studien und Research zu strategischen Trends und Entwicklungen in der Finanzdienstleistung

Zahlreiche Trends und Entwicklungen sind von übergeordneter strategischer Bedeutung für Banken und Sparkassen. Im Bank Blog finden Sie Studien zu den wichtigsten strategischen Trends und Entwicklungen im Finanzbereich.
© Shutterstock

Abonnieren Sie den kostenlosen Bank Blog Newsletter

Niedrigzinsen, schwache Kapitalmärkte und eine zunehmende Regulierung machen den Banken zu schaffen. Insbesondere deutsche Banken blicken pessimistischer in die Zukunft als die europäische Konkurrenz.

Partner des Bank Blogs

collectAI ist Partner des Bank Blogs

Die Unternehmensberatung EY (ehemals Ernst & Young) hat 250 führende Banken in Europa, davon 72 aus Deutschland, zu den Geschäftsaussichten für die kommenden zwölf Monate befragt. Vor allem die deutschen Institute rechnen mit einer weiter rückläufigen Profitabilität und gehen von einem Stellenabbau im eigenen Haus aus.

Trübe Stimmung bei deutschen Banken

Während europaweit mehr als die Hälfte der Banken mit besseren Geschäften und nur 23 Prozent mit einer Eintrübung rechnen, sind deutsche Banken deutlich pessimistischer.

So rechnen 42 Prozent der deutschen Institute mit einer Verschlechterung ihrer Geschäftslage im laufenden Jahr. Lediglich 31 Prozent gehen von einer Verbesserung aus. Im Durchschnitt gehen die deutschen Banken von einer Verschlechterung der Eigenkapitalrentabilität um 0,2 Prozent aus. Europaweit wird hingegen ein Anstieg um 1,1 Prozent erwartet, die irischen und britischen Banken rechnen sogar mit einer Verbesserung um 2,8 bzw. 2,7 Prozent.

Damit sind die deutschen Banken im europäischen Vergleich neben den polnischen Kreditinstituten am pessimistischsten.

Gut 60 Prozent der Geldinstitute in Deutschland wollen der Umfrage zufolge in den nächsten zwölf Monaten Stellen streichen. Zudem erwarten 42 Prozent noch für das laufende Jahr eine mittlere oder starke Konsolidierung im deutschen Bankensektor. Auf 3-Jahres-Sicht prognostizieren sogar 92 Prozent eine umfassende Marktbereinigung durch Fusionen, Übernahmen oder das Ausscheiden von Marktteilnehmern.

Vielfältige Gründe für Ertragsprobleme

Hauptgründe für die nachlassenden Erträge sind zum einen das historisch niedrige Zinsniveau, das die Zinseinnahmen schrumpfen lässt, zum anderen hohe regulatorische Anforderungen an Eigenkapital und Risikovorsorge, welche die Gewinnmargen belasten.

Gleichzeitig drängen immer neue Wettbewerber auf den Markt und verstärken den ohnehin sehr hohen Preisdruck.

Banken müssen neue Ertragsquellen finden

Eine Besserung der Lage ist nicht in Sicht, im Gegenteil steht zu erwarten, dass die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik weiter lockert, und eine schwache Entwicklung an den Kapitalmärkten zu sinkenden Einnahmen aus dem Wertpapierhandel führen wird.

Insbesondere deutsche Banken müssten daher verstärkt über neue Ertragsquellen nachdenken und beispielsweise Gebühren für Bankdienstleistungen verlangen, die bislang umsonst waren, so die Studienautoren.

Anzeige

Da die Personalausgaben knapp über die Hälfte der operativen Kosten der Branche ausmachen, ist auch ein weiterer Stellenabbau wahrscheinlich.

Es geht letztlich für viele Institute darum, ein dauerhaft tragfähiges Geschäftsmodell zu finden.

Verstärktes Kreditgeschäft als Ansatzpunkt

Um Ertragsspielräume zu sichern wollen Banken mehr Kredite. Die Hälfte der deutschen Institute gibt an, mehr Kredite an kleine und mittelständische Unternehmen vergeben zu wollen.

Die Herausforderung dürfte dabei sein, gleichzeitig weiter Risikopositionen in den Bilanzen abbauen und das Ausfallrisiko in stärker risikobehafteten Branchen zu mindern. Insofern dürften nicht alle Branchen von der Mehrvergabe profitieren.

Brexit bereitet deutschen Banken keine Sorgen

Deutsche Banken sehen einen möglichen Austritt Großbritanniens aus der EU vergleichsweise gelassen. Nur jedes zehnte Institut rechnet mit starken negativen Folgen für das eigene Geschäft. Jede zweite Bank sieht überhaupt keine negativen Auswirkungen im Fall eines Brexit,

Europaweit würde ein Austritt Großbritanniens aus der EU bei fast jeder vierten Bank nach eigener Einschätzung zu einer starken Beeinträchtigung der Geschäftstätigkeit führen. Besonders betroffen von einem Brexit wären britische und irische Banken, bei denen sogar 53 bzw. 48 Prozent mit erheblichen Problemen rechnen.

Zum Downloadlink zur Studie gelangen Sie über Laterpay.

Sind Sie schon Premium-Leser?

Premium Abonnenten des Bank Blogs haben direkten kostenfreien Zugriff auf die Bezugsinformationen zur Studie. Noch kein Premium-Leser?

>>> Hier klicken <<<

Ein Service des Bank Blogs

Der Bank Blog prüft für Sie jede Woche eine Vielzahl von Studien und stellt die für Sie relevanten hier vor. Als besonderer Service wird Ihnen die Suche nach Bezugs- und Downloadmöglichkeiten abgenommen und Sie werden direkt zur Anbieterseite weitergeleitet. Mit der Unterstützung dieses Serviceangebots unterstützen Sie auch die Berichterstattung im Bank Blog.

Jetzt kaufen für 1,95EUR

Bitte bewerten Sie den Artikel mit Hilfe der Sternchen

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne Bewertung: 5,00 Stern(e) - 1 Bewertung(en)

Vielen Dank fürs Teilen und Weiterempfehlen


Mit dem kostenlosen Bank Blog Newsletter immer informiert bleiben:

Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring ist Herausgeber des Bank Blogs und der Finanzbranche seit über 30 Jahren beruflich verbunden. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Strategien in den Bereichen Digitalisierung, Innovation und Vertrieb ist er gefragter Referent und Moderator bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

Anzeige

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wir freuen uns, dass Sie den Bank Blog schätzen. Die hohe Qualität der Beiträge weiterhin sicherzustellen, ist uns ein wichtiges Anliegen. Qualität kostet jedoch Geld und kann nicht nur über Werbung finanziert werden. Sie können uns unterstützen, indem Sie ein Premium Abonnement des Bank Blogs abschließen. Damit sind zahlreiche Vorteile für Sie verbunden, u.a. freier Zugang zu allen kostenpflichtigen Inhalten, Werbefreiheit und schnellere Ladezeiten. Und Sie tragen dazu bei, dass wir den hohen Anspruch an unsere Arbeit auch in Zukunft halten können. Vielen Dank!

Der Bank Blog Premium

Noch kein Premium-Leser?

>>> Hier klicken <<<

Der Bank Blog Premium

Noch kein Premium-Leser?

>>> Hier klicken <<<

Bank Blog Newsletter abonnieren

Bank Blog Newsletter abonnieren