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Der typisch deutsche Manager !?!

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Stärken und Schwächen unseres Führungspersonals

Die typischen Stärken und Schwächen deutscher Manager

Gibt es ihn, den typisch deutschen Manager? Zumindest gibt es Beobachtungen zu vorhandenen Stärken und Schwächen
© Shutterstock

Gibt es den typisch deutschen Manager? Vor einiger Zeit habe ich eine interessante Liste mir den Stärken und Schwächen deutscher Manager entdeckt, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte.

Einem Manager aus China war in seinen Kontakten mit deutschen Kollegen unter anderem aufgefallen, dass

  • intensive und vertrauliche Gespräche hierzulande eher abends stattfinden,
  • man sich von deutscher Seite mittags kaum Zeit genommen hatte,
  • mittags kein Alkohol getrunken wurde, abends dafür umso mehr.

Er fragte daraufhin einen Personalberater aus dem Bundesverband Selbständiger Personalberater (BVSP), wie deutsche Manager „ticken“ und auf was er sich bei Gesprächen bzw. im Umgang mit „den Deutschen“ einstellen muss.

Der Berater hat erwidert, dass „den deutschen Manager“ so nicht gibt und alle derartigen „Beobachtungen“ ihrem Wesen nach mehr oder weniger unzulässige Verallgemeinerung darstellen. Dennoch hat er Kollegen gebeten, ihre Einschätzungen zu typischen Eigenschaften von deutschen Führungskräften abzugeben.

Diese vermitteln, wie ich finde, interessante Einblicke in die Themen „Führung“ und „Management“, weshalb ich Ihnen die Ergebnisse der Befragung, die auf der Webseite von GEMINI Executive Search veröffentlicht wurden, nicht vorenthalten möchte.

Typische Stärken des deutschen Managers

Der „deutsche Manager“ hat folgende typischen Stärken:

Er …

  • betrachtet Absprachen als verbindlich und hält sie nach;
  • gibt (meistens) eine ehrliche Antwort;
  • ist klar in den Aussagen;
  • ist direkt;
  • hat eine effiziente, zeitmanagement-orientierte Arbeitsweise;
  • ist entscheidungsfreudig oder pocht beim Gegenüber auf eine baldige Entscheidung;
  • ist erfolgsbetont;
  • ist ergebnisorientiert;
  • gibt Fehler und Unzulänglichkeiten zu;
  • ist freundlich;
  • ist gradlinig;
  • ist selbstbewusst;
  • arbeitet sehr sorgfältig;
  • arbeitet strukturiert und systematisch;
  • hält Termine und Zusagen ein;
  • ist tolerant;
  • ist verlässlich und
  • ist generell sehr weltoffen.

Typische Schwächen des deutschen Managers

Der „deutsche Manager“ hat folgende Schwächen:

Er …

  • ist eher distanziert;
  • nimmt sich selbst zu ernst;
  • ist oft formell;
  • verfügt nur über sehr begrenzte Geduld;
  • hat nur eine geringe Gelassenheit;
  • hat ein fehlendes Gespür, auf die Bedürfnisse seines Gegenübers einzugehen;
  • ist manchmal auch dann hilflos, wenn es trotz sorgfältiger Planung zu unerwarteten Abweichungen oder Ereignissen kommt;
  • verfügt nur über einen unterentwickelten Sinn für Humor;
  • ist nicht wirklich locker;
  • neigt zu Perfektionismus;
  • hat ein sehr stark von Ängsten geprägtes Handeln;
  • verzettelt sich manchmal, bevor es eigentlich so richtig losgegangen ist und
  • will alles möglichst schon im Vorwege klären.

Weitere Aussagen zum typischen deutschen Manager

Da Stärken und Schwächen einen Menschen nicht vollständig beschreiben, gab es auch noch einige weitere Aussagen zum „typischen“ Verhalten einer deutschen Führungskraft.

Er…

  • ist daten- /faktenorientiert;
  • direkt, redet Klartext und mag kein diplomatisches Geschwafel;
  • ist eher distanziert;
  • will nicht so viel diskutieren;
  • muss alles bis zum Ende und bis aufs kleinste Detail mit allen möglichen Eventualitäten und natürlich auch mit allen nur denkbaren Alternativ- oder Fall-Back-Lösungen durchkalkulieren und analysieren. Vorher wird nicht begonnen;
  • will schnell zu einem Ergebnis kommen;
  • ist faktenorientiert, der kurzfristige Erfolg geht vor dem langfristigen Erfolg (der schnelle frisst den langsamen);
  • ist oft formell;
  • fragt nach;
  • ist ebenso konfliktbereit wie offen für unterschiedliche Meinungen;
  • findet auch ein Nein in Ordnung, was für ihn keinen Gesichtsverlust bedeutet;
  • ist rational;
  • favorisiert die sachliche Orientierung und erst dann die Beziehungsebene;
  • betont die Selbstdarstellung;
  • legt Wert auf Statussymbole;
  • akzeptiert Termine und Termindruck als Statussymbol;
  • benötigt kaum/kein „Aufwärmen“ und will sofort zur Sache kommen;
  • will tagsüber eher nicht die vertraulichen Gespräche führend, sondern lieber abends (auch „Kamingespräche“) und dann gerne bei gutem Essen und Alkohol;
  • ist in der Sprache eher direkt und vergisst dann auch schon mal die Höflichkeit;
  • zeigt Emotionen und gerne auch Alphatiergehabe.

Gibt es den typisch deutschen Manager überhaupt?

Typisch hat erst mal nichts mit gut oder schlecht zu tun, Der Aufzählung von Stärken und Schwächen wohnt natürlich schon eine Wertung inne. Der eine oder andere mag zwar die genannten Eigenschaften nachvollziehen, deren Zuordnung jedoch in Frage stellen.

Ich selbst erkenne in vielen Aussagen durchaus persönliche Erfahrungen wieder, aber längst nicht in allen. Aber Beobachtungen hängen bekanntlich nicht nur vom Beobachtungsobjekt sondern auch vom Beobachter selbst ab.

Die implizit enthaltende Aussage, dass der typische deutsche Manager männlich ist, stimmt derzeit wohl. Allerdings ist anzumerken, dass das „er ist…“ zwar damit die klare Mehrheit der Beobachtungen über deutschen Manager zum Ausdruck bringt, aber man darüber nicht vergessen darf, dass auch Minderheiten zählen. Mir jedenfalls fallen bei weiblichen Managern auf Anhieb weitere Eigenschaften, aber auch andere Stärken und Schwächen ein.

Wie ist Ihre Einschätzung? Stimmen die genannten Beobachtungen? Erkennen Sie typisch deutsche Eigenschaften?

Gibt es den typisch deutschen Manager?

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In jedem Fall wäre noch die Frage zu beantworten, was insbesondere den deutschen Bank- oder Sparkassenmanager auszeichnet. Gerne können Sie mir Ihre Beobachtungen über das Kontaktformular per E-Mail schreiben. Bei ausreichender Beteiligung stelle ich die erhaltenen Hinweise (selbstverständlich anonymisiert) in einem Folgeartikel zusammen.

 

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers.Aktuell bietet er Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management und Beratung/Consulting an und vertritt die Firma Meniga, einen innovativen Anbieter von White-Label-Lösungen für Persönliches Finanz Management (PFM) im deutschsprachigen Teil Europas.Darüber hinaus hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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