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Der digitale Umbruch verändert Wirtschaft und Gesellschaft

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Veränderung fördern und gestalten

Aktuelle Trends, Studien und Research zur Digitalisierung

Die Digitalisierung erfasst unseren Alltag und die gesamte Wirtschaft ist davon betroffen. Die Geschäftsmodelle ganzer Branchen werden dadurch – teilweise dramatisch – verändert. Auch Banken und Sparkassen können sich diesem Trend nicht entziehen. Studien zu den aktuellen Trends und Entwicklungen in diesem Bereich finden Sie im Bank Blog.
© Shutterstock

Die mit zunehmender Geschwindigkeit voranschreitende Digitalisierung verändert Wirtschaft und Gesellschaft von Grund auf. Eine aktuelle Studie macht deutlich: Wer die digitale Transformation versäumt, bleibt in der neuen Welt außen vor.

Alle Lebensbereiche und Märkte sind von der digitalen Transformation betroffen, von Mobilität über Bildung bis hin zur Gesundheitsversorgung. „Industrie 4.0“ gilt für viele bereits als Stichwort für eine neue industrielle Revolution.

Das Bankhaus Berenberg (Deutschlands älteste Privatbank) und das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) haben in ihrer aktuellen Studie das Thema der digitalen Transformation untersucht. Die wichtigste Erkenntnis: Alte Wettbewerbsvorteile und Marktanteile geraten durch disruptive Innovationen unter Druck. Die deutsche Wirtschaft muss ihr bislang erfolgreiches Wirtschaftsmodell vor dem Hintergrund der Digitalisierung und des demografischen Wandels erneuern, um auch in Zukunft bestehen zu können.

Internet der Dinge und Big Data als zentrale Elemente

Zwei wesentliche Elemente stellen die nächste Stufe des digitalen Umbruchs in der industriellen Wertschöpfung dar: die Kommunikation zwischen Maschinen (Internet der Dinge) und die intelligente Auswertung großer Datenmengen (Big Data). So ermöglichen neue digitale Anwendungen zunehmend auch branchenfremden Unternehmen in bislang verteilte Märkte vorzudringen und etablierte Strukturen zu verändern. Alte Geschäftsmodelle geraten so massiv unter Druck.

In Zukunft wird es nicht mehr eindeutig möglich sein zu klassifizieren, wer Konsument und wer Produzent ist. In der „Share Economy“ sind Konsumenten oft zugleich Produzenten, wenn sie ihre Konsumgüter anderen zur Mitnutzung anbieten. Zudem deutet sich ein Kulturwandel an: Besitz verliert, und Nutzungsmöglichkeiten gewinnen an Bedeutung.

Industrie 4.0 als vierte industrielle Revolution

Grundlegender Strukturwandel ist nichts Neues. Die Zeiträume, innerhalb derer sich die Revolutionen vollziehen, werden allerdings immer kürzer. Der Begriff „Industrie 4.0“ steht als Synonym für die inzwischen vierte Stufe der industriellen Revolution.

In der neuen Digitalökonomie, so die Studie, werden Märkte geschaffen, die nach dem Prinzip „The winner takes it all“ funktionieren. Schnelligkeit wird zum wichtigen Erfolgsfaktor für Unternehmer und Unternehmen.

Neue Chancen für die Wirtschaft

Die Autoren beziffern das zusätzliche Wertschöpfungspotenzial in Deutschland durch Industrie 4.0 bis zum Jahr 2030 auf jährlich 17 bis 25 Mrd. Euro. Der digitale Wandel trägt neue Dynamik z.B. in die Automobilindustrie und den Mobilitätsmarkt. Vernetzten Verkehr zu gestalten, Sharing Modelle anzubieten und ausgereifte Digitalausstattung zu gewährleisten, sind dabei entscheidende Aspekte der Zukunftsfähigkeit im Mobilitätssektor.

Zudem ist der 3D-Druck eine Technologie, die im Rahmen der Digitalisierung über großes Wachstumspotenzial verfügt. Mit digitalen Druckplänen können Güter lokal hergestellt werden, zum Beispiel Vorprodukte, Investitions- und Konsumgüter.

Auch der Finanzsektor bleibt von der Digitalisierung nicht verschont. So gehört neben dem Zahlungsverkehr und dem Kreditgeschäft auch das Portfoliomanagement zu den Bereichen, die den Druck der sogenannten „FinTechs“ zu spüren bekommen.

Den digitalen Wandel fördern

Die deutsche Wirtschaft ist für den digitalen Wandel grundsätzlich gut aufgestellt. Ein Kernelement der deutschen Industrie ist die Fähigkeit, sich rasch und umfassend an den globalen Strukturwandel anzupassen. Die Digitalisierung markiert dabei einen neuen Megatrend.

Allerdings gibt es Schwachstellen wie etwa in der digitalen Infrastruktur und Softwareentwicklung. Auch das schnelle Aufgreifen und Umsetzen von Ideen und Konzepten ist nicht durchgängig in der deutschen Wirtschaft anzutreffen. Die mentale Innovationsbremse muss in Deutschland dringend überwunden werden, sonst suchen sich gute technische Ideen aus Deutschland ihre Finanzierung und ihren Standort anderswo.
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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers.Aktuell bietet er Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management und Beratung/Consulting an und vertritt die Firma Meniga, einen innovativen Anbieter von White-Label-Lösungen für Persönliches Finanz Management (PFM) im deutschsprachigen Teil Europas.Darüber hinaus hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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