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Strategische Finanzplanung im Private Banking der Sparkassen

Bezahlen mit dem Fingerabdruck

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Neue Wege beim Mobile Payment

Mobil Bezahlen mit dem Fingerabdruck – Biometrie macht es möglich

Paytouch

NFC, Karte oder Mobiltelefon? Viele Gedanken und Konzepte kreisen um die Zukunft des mobilen Bezahlens. Eine neue innovative Lösung kommt aus Spanien: Bezahlen mit dem eigenen Fingerabdruck.

Hintergrund

Die Zukunft des Bezahlens wird sich verändern, so viel ist klar. Spannend ist die Frage, wie diese Zukunft aussehen wird. Gibt es weiterhin Karten? Oder kommt die in das Mobiltelefon integrierte Mobile Wallet mit zahlreichen Zusatzfunktionen? Wird das technische Medium der Zukunft ein NFC Chip sein oder gibt es andere sichere Methoden?

Biometrie als Sicherheitsfaktor

Immer wieder kommt, wenn man über die Sicherheit bei Mobile, aber auch bei Online Banking spricht, das Thema Biometrie hoch. Vor einiger Zeit gab es dazu auch den Beitrag „Biometrie: Neue Sicherheit für Bankkunden“ hier im Bank Blog.

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Bezahlen per Fingerabdruck

Einen neuen innovativen Weg geht ein spanisches Unternehmen. Es hat ein System entwickelt, bei dem man einfach durch Auflegen seines rechten Zeige- und Mittelfingers auf ein Lesegerät bezahlen kann, völlig ohne Karte.

Der Einsatz biometrischer Sicherheitsverfahren beim Banking ermöglicht mobiles Bezahlen mit dem Fingerabdruck

Die spanische Firma Paytouch bietet Mobile Payment per Fingerabdruck

Das System ist bereits im Praxiseinsatz. So hat z.B. das Ushuaïa Ibiza Beach Hotel. Das Hotel sieht sich selbst als technischen Pionier und hat bereits mit anderen technischen Innovationen experimentiert, so z.B. mit FRID Anhängern, um Facebookfreunden etwas über den eigenen Standort mitzuteilen.

Hotelgäste registrieren sich beim Check-in für das Bezahlverfahren und verknüpfen ihre biometrischen Daten mit dem gewünschten Zahlungsverfahren (z.B. Kreditkarte). Alle Angebote innerhalb des Hotels sind mit entsprechenden Lesegeräten ausgestattet, so dass die Gäste während ihres Aufenthaltes keine Brieftasche oder Karte mehr benötigen und einfach mit Fingerauflegen Rechnungen im Souvenirshop oder Restaurant bezahlen können.

Der Registrierung ist ein Konto zugordnet, so dass der Gast zudem online seine Zahlungen überprüfen und nachvollziehen kann. Auch ein Gutschein- und Treueprogramm ist integriert. Und das Ganze ist zudem für den Gast frei von zusätzlichen Kosten

Im nachfolgenden Video können Sie das System im Einsatz sehen:

Da möchte man doch am liebsten gleich in den Urlaub starten, oder?

Bewertung und Ausblick

Ich finde dieses neue System ausgesprochen attraktiv für Kunden, aber auch für Händler. Skeptisch bin ich jedoch, ob es sich gegenüber neuen NFC-gestützten Mobile Wallets durchsetzen kann, die nicht nur Zahlungen sondern auch zahlreiche integrierte Zusatzfunktionen bieten können.

Die Herausforderung dürfte insbesondere darin bestehen, möglichst schnell möglichst viele Einzelhändler vom Nutzen zu überzeugen, um ein großes Netz von Akzeptanzstellen aufzubauen. Alleine von der Nische des Tourismusbetriebs erscheint mir das System nicht überlebensfähig, was allerdings schade wäre.

Diskutieren Sie doch mir

Was halten Sie von dem Ansatz? Sehen Sie eine Zukunftsperspektive? Ich freue mich auf Ihre Meinung.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers.Als Experte für Digitalisierung, Innovation und Vertrieb hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland und bietet Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management sowie Beratung/Consulting an.

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7 Kommentare

  1. Es ist schon längst die Realität in vielen Geschäft in San Francisco, gentlement!
    In Hong Kong, Kualar Lumpur, Bangkok und Singapore werden gerade die ersten Projekte abgeschlossen.
    Wir, in Europe, sind mittlerweile dank Deutsche Telekom und Datenschutzgesetzes immer zum Entwiklungsländern in dem Thema geworden.

  2. Besonders interessant ist das System für den nächsten Billig-Urlaub in Ibiza – denn über die „Sicherheit“ von Fingerabdruck- und Iris-Scans wird ja nicht erst seit heute gesprochen … Gratis-Drinks und Co. auf Kosten Dritter sind so in sprichwörtlich greifbarer Nähe. Ich überlege, ob ich den nächsten Urlaub nicht dort machen sollte …

    Konkret gesagt: Der Fingerabdruck taugt nicht für eine sichere Identifizierung – zu einfach sind die Systeme überlistbar.

    Zudem stehen Endnutzer zurecht abneigend der Biometrie gegenüber. Diese dringt weiter in die Privatsphäre vor als ein Autorisierungsgerät, eine Karte, oder eine PIN. Selbst das Passwort zu sein, scheint nicht zu behagen.

    Das Schlimmste allerdings ist die Tatsache, dass wir 24 Stunden am Tag unsere biometrischen Daten unbewusst (böse Zungen würden unachtsam sagen) verteilen. Das geht dabei viel weiter als nur ein hinterlassener Fingerabdruck auf einem Glas … Augen, Stimme, Verhaltensmuster, Bewegungsabläufe, etc. – es gibt unzählige solche Identifikations-Möglichkeiten. Diese stecken allerdings nicht in unserer Brieftasche und diese können wir in keinen Safe einsperren. Wir selbst sind der Schlüssel und zumindest was Fingerabdrücke anbelangt, so verteilen wir tagsüber hunderte Zweitschlüssel, ohne es zu merken.

    Wie schnell und einfach ein Fingerabdruck kopiert ist (falls man den eigenen mal verlegt hat), kann man anhand eines Anwendungsbeispiels im Video sehen. Ein Gutes hat das ja: Die Angst vom angehackten Finger sinkt – das Kopieren mit Hausmittelchen ist einfacher, dezenter und es bedarf dafür auch nur unwesentlich mehr Zeit.

    PS: Moderne Fingerscan-Geräte sind natürlich mittlerweile etwas „schlauer“ und scannen tiefer in die Hautschichten – diese gelten als momentan „unknackbar“ – aber das wurde damals auch von alten Finger- und Iris-Scannern behauptet. Wirklich interessant für Hacker und Betrüger ist im vorgestellten Fall dann wohl die Datenbank des Systems

    Video: http://bit.ly/Pm4qJC

    • Dr. Hansjörg Leichsenring

      Lieber Herr Wohlgemuth

      Danke für die ausführlichen Anmerkungen und den Hinweis auf das Video.

      Unterm Strich scheint derzeit kein System 100%ige Sicherheit bieten zu können. Bleibt die Frage, wie die Aufteilung des jeweiligen Restrisikos zwischen Kunde und Bank aussieht.

      Wenn dies für den Kunden zufriedenstellend geklärt ist, kommt der Aspekt „Convenience“ zur Geltung. Auch da gibt es für jedes System gute Argumente.

      PS: Hierzulande ist ja auch der neue elektronische Personalausweis mit Fingerabdruckerkennung ausgestattet. So ganz „falsch“ scheint das Verfahren nicht zu sein.

      • Aber gerne doch!

        100% Sicherheit wird es natürlich nie geben – die Frage ist vielmehr, was auf dem Spiel steht: Mein Geld oder meine Identität/mein Körper?

        Die Einfachheit des Systems, mit einem überschaubaren Risiko, ist tatsächlich schon bei aktuellen Bezahlverfahren (NFC-Karten von Mastercard oder Targo-Bank in Deutschland) die Kernthematik. Bei Kleinbeträgen wird nicht auf maximale Sicherheit geachtet. Kartendaten und Kundenname liegen unverschlüsselt auf den Karten und sind sehr einfach im „Vorbeigehen“ mit minimaler, technischer Ausrüstung für wenige Euro, abgreifbar.

        Viel kritischer ist da schon das Szenario, dass Biometrische Daten geklaut werden; eine Kreditkarte kann ich wechseln – mich selbst aber nicht.

        Der neue Ausweis ist wohl ein weiteres Kontra-Argument; dieser hat große Datenschutz-Wellen geschlagen (nicht nur in Deutschland wurde die Thematik heiß und medial präsent, diskutiert), ganz davon abgesehen, dass bei diesem Ausweis kaum von Daten-Sicherheit die Rede sein kann.

        Zwischenwurf: Die Facebook Gesichtserkennung wurde in Europa gestoppt – aus Datenschutzgründen.

        Zum einen wird weltweit angeklagt, dass Nutzer zu leichtfertig mit eigenen Daten umgehen, zum anderen werden dann aber als „sicher“ bezeichnete Systeme gepusht (alten Aussagen von Mastercard zufolge, waren die Daten ihrer NFC-Karten auch „sicher“, bis vor kurzem der breiten öffentlichkeit demonstriert wurde, wie einfach der Datenklau der NFC-Karten sein kann).
        Eigentlich recht paradox, nicht? …aber das finanzielle Risiko ist wohl sehr gut von den Betreibern kalkuliert.

        Nur dumm, dass das menschliche Risiko dabei nicht kalkulierbar ist; sind biometrische Daten einmal in fremden Händen, so lassen sich die wildesten Zukunfstszenarien ausmalen …

        Wenn einfach und schnell bloß auch „sicher“ bedeuten könnte …

        Ich empfinde die aktuellen NFC-Lösungen zwar als unbefriedigend aber die aktuellen biometrischen Lösungen als regelrecht gefährlich.

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