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Künstliche Intelligenz in der Finanzbranche

Biometrie: Neue Sicherheit für Bankkunden

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Sicherheit und Service im Einklang

Biometrische Identifikation erlaubt eine eindeutige Identifikation von Personen aufgrund persönlicher und individueller Körpermerkmale. In Zeiten von Mobile Banking und Smartphone Payment scheinen sich hier attraktive Möglichkeiten aufzutun.

Biometrie im Banking

Bringt Biometrie mehr Sicherheit bei Banking und Payment?

Vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung wird der Sicherheitsaspekt immer wichtiger. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Identitätsprüfung. Es gibt Schätzungen, wonach im Jahr 2020 ein durchschnittlicher Nutzer 200 digitale Zugänge sichern muss. Mit herkömmlichen Passwörtern ist dies wohl kaum zu gewährleisten. Biometrische Verfahren scheinen hier attraktive Alternativen zu bieten, die auch im Banking und bei Zahlungen Anwendung finden könnten.

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Problemfelder bei Passwörtern

Passwörter zur Identitätssicherung werfen Probleme auf.

Breite Palette biometrischer Verfahren

Es gibt eine Vielzahl biometrischer Verfahren, die bei der Identitätsprüfung zum Einsatz kommen können. Im Bereich der persönlichen Eigenschaften sind dies – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – die folgenden:

  • Fingerabdruck,
  • Gesichtserkennung,
  • Ohrenerkennung,
  • Handgeometrie,
  • Venenmuster,
  • Spracherkennung,
  • Iris-Scan und
  • Retina-Scan.

Darüber hinaus gibt es noch verhaltensbasierte Verfahren, wie z.B. Analyse des Gangs einer Person oder des Tastenanschlags.

Grundsätzlich bietet der Einsatz von Biometrie einen deutlichen Sicherheitsgewinn, sofern die herangezogenen physiologischen (passiven) und verhaltensabhängigen Merkmale des Menschen folgende Eigenschaften aufweisen:

  • Universalität: Das Merkmal ist bei jedem Menschen vorhanden.
  • Einzigartigkeit: Das Merkmal ist bei jedem Menschen verschieden.
  • Beständigkeit: Das Merkmal verändert sich nicht über die Zeit).
  • Erfassbarkeit: Das Merkmal ist durch ein technisches System einfach quantitativ messbar.
  • Fälschungssicherheit: Das Merkmal lässt sich nicht kopieren und durch eine unechte, „nicht lebende“ Kopie ersetzen.

Daraus ergeben sich für Banken unter anderem folgende spezifischen Anforderungen:

Anforderungen an Biometrie

Anforderungen an Biometrie in Banken und Sparkassen.

Vielfältige Nutzungsbereiche für Banken

Eine Nutzung bietet sich sowohl im Kundenbereich als auch im Mitarbeiterbereich an. Im Kundenbereich stehen folgende Einsatzgebiete im Vordergrund

  • Geldautomaten
  • SB-Terminals,
  • Online Banking,
  • Mobile Banking,
  • Mobile Payment.
  • Bankschließfächer.

Hier beispielhaft ein System für Banken, dass die Augeniris der Kunden erkennt:

In einigen Ländern (Japan, Brasilien und der Türkei) gibt es bereits konkrete Anwendungen. So sind in Japan z.B. etwa 80.000 Geldautomaten mit Biometrie Sensoren für Venenscan oder Fingerabdruck ausgestattet und mehr als 15 Millionen Kunden nutzen diese Systeme – bisher ohne Vorfälle von Identitätsdiebstahl.

Auch im internen Bereich sind Möglichkeiten der Anwendung z.B. hier gegeben:

  • IT Sicherheit.
  • Zugangskontrollen (z.B. Rechenzentren, Filialen).
  • Zeiterfassungssysteme.

Grenzen der Biometrie

Nicht alle biometrischen Merkmale sind wirklich universell verwendbar. So haben z.B. elf Prozent der Deutschen Probleme mit der Haut, was die Verwendung von Fingerabdrücken einschränken kann. Im Augenbereich weisen ca. ein Prozent der Deutschen Besonderheiten auf, die eine einwandfreie Erkennung behindern könnten. Hinzu kommen mögliche hygienische Bedenken der Nutzer.

Und grundsätzlich gibt es natürlich auch bei Biometrie die Möglichkeit von Missbrauch und Fälschung:

  • Ein Daumenabdruck lässt sich abnehmen und nachmachen.
  • Ein Gesichts- oder Ohrenscan kann u.U. mit einem hochauflösenden Foto vorgetäuscht werden.

Ganz so einfach, wie uns das Kino mitunter weismachen will, ist dies zwar nicht, möglich aber schon.

Von entscheidender Bedeutung ist jedoch die Art der Speicherung und Verknüpfung biometrischer Daten und der Schutz dieser Daten. So ist die Befürchtung, dass biometrischen Daten in falsche Hände gelangen könnten, wohl nicht von der Hand zu weisen. Sollte es z.B. einen weltweiten Pool von Fingerabdrucken oder Gesichtsscans geben, wäre die Versuchung von internationalen staatlichen Stellen hierauf Zugriff zu nehmen wohl recht hoch.

Der Biometrie gehört die Zukunft

Biometrie ist ein einzigartiger und hochinteressanter Forschungsbereich, der gerade auch für Banken eine hohe Relevanz in Bezug auf Sicherheit, insbesondere auch im Kundenbereich hat. Vor allem dann, wenn neben dem Sicherheitsaspekt auch der Convenience Aspekt berücksichtigt wird.

Ungeachtet der Grenzen und möglichen Probleme bin ich daher überzeugt, dass biometrische Verfahren eine große Zukunft bei Banking und Payment haben werden. Die Vielzahl von Passworten und PINs die ein durchschnittlicher Konsument heute sicher verwalten muss, stellt eine ernsthafte Herausforderung dar. Gerade in einer Zeit, in der Customer Experience zu den Möglichkeiten der erfolgreichen Differenzierung im Wettbewerb zählt, sind  Finanzinstitute daher gut beraten, biometrische Verfahren frühzeitig auf Kundenakzeptanz zu testen, um so mehr Sicherheit und Komfort zu gewährleisten.

Was meine Sie? Und wo sehen Sie die besonderen Chancen, aber vielleicht auch Risiken bei biometrischen Verfahren im Bankenbereich?

Wird Biometrie wir in Zukunft ein fester Bestandteil der Identifikation für Bankgeschäfte und Bezahlen?

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers.

Als Experte für Digitalisierung, Innovation und Vertrieb hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland und bietet Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management sowie Beratung/Consulting an.

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