Mehr Freiraum für neue Geschäftsmodelle schaffen

Trends im Banking 2020

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2019 haben wir den Durchbruch bei der digitalen Transformation der deutschen Banken nicht gesehen. Zu viele Ansätze und Initiativen wurden von Kostensparprogrammen erstickt. Das Jahr 2020 sollten die Institute für die Modernisierung ihres Geschäfts nutzen.

Trends und Entwicklungen für Banken und Sparkassen in 2020

Was erwartet Banken und Sparkassen im Jahr 2020?

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Berg Lund & Company ist Partner des Bank Blogs

Im Laufe des Jahres hat sich die Dringlichkeit von Veränderungen deutlich verschärft: Die andauernde Negativzinsphase belastet zunehmend das Ergebnis, die Kosten für die Umsetzung regulatorischer Vorschriften und Compliance-Aufwände steigen weiter an, die Neobanken werden stärker – allein N26 gewinnt täglich bis zu 10.000 Kunden –, Check24 positioniert sich mit einer Banklizenz als Banking-Amazon, und im Wettbewerb um neue Zahlungssysteme haben die großen Technologiekonzerne die Nase vorn – siehe die jüngste Öffnung von Commerzbank und Sparkassen für Apple Pay.

Geschäftsmodelle auf dem Prüfstand

Vor diesem Hintergrund gilt es für die meisten Institute, sich 2020 klar im Wettbewerb zu positionieren. Ein Weiter-so mit Standardprodukten und dem Drehen an der Gebührenschraube wird nicht mehr ausreichen. Drei Viertel der Bankentscheider sehen das auch so und rechnen mit einer massiven strategischen Neuausrichtung ihres eigenen Unternehmens, so der Branchenkompass Banking 2019 von Sopra Steria Consulting.

Wir werden somit nicht nur erleben, dass Banken neue digitale Leistungsbündel für ihre Zielkunden entwickeln. Wir werden ein Umdenken und eine Anpassung des Geschäftsmodells mit dem Ziel einer Neuausrichtung erleben. Drei strategische Abzweigungen deuten sich an:

Live-Video-Event: Open Banking in Zeiten von Corona

Im Live-Video-Event des Bank Blogs am 28. Oktober 2020, 11:00 Uhr berichten führende Experten über die aktuellen Entwicklungen bei Open Banking im Zeitalter der Corona-Pandemie.
Informationen und Anmeldung

  • Große Banken lassen parallel zum bisherigen Geschäft eine Neobank bzw. digitale Plattform wachsen, die Teile des klassischen Geschäfts kannibalisiert.
  • Für mittelgroße Banken und Sparkassen ist der Fokus auf ein im Kern gesundes Geschäft erfolgversprechend, das anschließend zukunftsfest gemacht wird. Auch hier gilt es, Chancen in Wertschöpfungsnetzwerken und Ökosystemen zu finden.
  • Für kleinere Häuser wie Privatbanken ist der naheliegende Abzweig die Teilung der Kosten: gemeinsam genutzte Filialen, gemeinsame IT, gemeinsames Personal, Differenzierung an der Schnittstelle zum Kunden.

Diese Neuausrichtung ist kein Projekt, das Banken 2020 abschließen werden. Wir werden allerdings einige Weichenstellungen erleben.

Banken werden zu Cloud-Fans

Voraussetzung für die strategische Modernisierung sind moderne IT-Systeme, die schnell und flexibel an neue Anforderungen angepasst werden können. Hier führt kein Weg mehr an der Cloud vorbei. Der Umstieg auf Cloud-Computing hat 2019 seinen Startschuss erlebt. 2020 werden Banken hier großflächig durchstarten. Um IT-Risiken in Form von Abhängigkeiten zu vermeiden, werden hybride Multicloud-Umgebungen nach und nach zum Standard.

Dieser Umbau ist auch unter Kostengesichtspunkten dringend geboten, damit sich Banken Spielräume für die digitale Transformation verschaffen. Wartung und Weiterentwicklung der aktuellen und über Jahrzehnte gewachsenen Legacy-Systeme können sich die Banken kaum mehr leisten. Die Umstellung auf Standardsoftware bietet hier große Möglichkeiten für Kostensenkungen. 2020 sind deshalb verstärkte Bündelungen des IT-Betriebs bei industrialisierten Dienstleistern zu erwarten, die ihre Kostenvorteile weitergeben können.

Schlüsseltechnologie Künstliche Intelligenz

2019 war darüber hinaus ein Jahr, in dem Banken Künstliche Intelligenz (KI) für sich als Schlüsseltechnologie entdeckt haben. Das gilt beispielsweise für die Vertriebsoptimierung. 50 Prozent der Entscheider von Finanzdienstleistern sehen im so genannten Hidden Support ein großes Potenzial, so unsere Studie Potenzialanalyse „Der individuelle Kunde“. Jedes dritte Institut verspricht sich mehr Möglichkeiten, genauere Kundenprofile zu erstellen und so die Ansprache stärker zu personalisieren.

Darüber hinaus gilt KI als Enabler für neue Produkte und Kosteneinsparungen, beispielsweise zur Unterstützung von Anti-Financial-Crime-Prozessen. 2020 werden wir viele neue KI-Einsatzszenarien und Weiterentwicklungen sehen, beispielsweise mehr Chatbots für den Kundenservice im Retail-Banking sowie ein verbessertes Robo Advisory. Zudem ist KI die Grundlage für eine weitere Prozessautomatisierung. Im Zusammenspiel mit RPA sind zusätzliche Einsparungen im Backoffice möglich. Die vielen Pilotprojekte haben gezeigt, dass Chatbots und Softwareroboter ein gutes Gespann sind.

Cyber Security: operative Effizienz gefragt

Der Umbau der Geschäftsmodelle bedeutet für die Banken, dass sie sich immer stärker in global vernetzte IT-Unternehmen verwandeln mit immer mehr Schnittstellen zu Kunden- und Partnersystemen. Die logische Folge dieser Öffnung ist eine Zunahme potenzieller Angriffspunkte. Die Bedrohungen durch Cyber-Angriffe werden 2020 Tag für Tag wachsen. Künftig werden die Angriffe noch agiler und volatiler werden: Erkennt ein Angreifer, dass seine Strategie nicht greift, sucht er sich eine andere Richtung und verwischt die Spuren des ersten Versuchs. Banken müssen versuchen, bei Prävention und Detektion mitzuhalten.

Die Banken müssen somit weiter aufrüsten, denn ein Vertrauensverlust bei eingetretenen Schäden kann existenzbedrohend sein. Aufrüsten bedeutet allerdings nicht, nur Personal und Rechnerkapazität aufzustocken. Es geht darum, Schlüsseltechnologien wie KI und die Möglichkeiten von Information-Security-Management-Systemen auszuschöpfen und damit sowohl die Performance zu optimieren als auch die Kosten im Griff zu behalten. 2020 wird somit auch ein Jahr des Wettbewerbs um operative Effizienz im Bankensektor werden.

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Über den Autor

Stefan Lamprecht

Stefan Lamprecht ist Senior Director Banking der Sopra Steria SE. Der Bankkaufmann und Wirtschaftsingenieur begann seine Beraterkarriere 1993 bei Mummert + Partner. 2000 wurde er zum Partner ernannt und übernahm mehrere Führungspositionen. Er war unter anderem Leiter der internationalen Business Community Banking, Mitglied des Management Boards Banking und ist Geschäftsführer der österreichischen Tochtergesellschaft von Sopra Steria Consulting.

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