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Zukunft des Geldes – Geld der Zukunft

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Bargeld, Digitalwährungen, FinTechs

Die zunehmende Digitalisierung des Lebens macht auch vor Bezahlsystemen nicht halt. Aufgrund der vielfältigen digitalen Möglichkeiten scheint vielen eine Wirtschaft ohne Bargeld vorstellbar. Kryptowährung und FinTechs tragen dazu bei.

Aktuelle Trends, Studien und Research zu Mobile Payment

Mobile Payment, das Bezahlen via Smartphone steckt hierzulande noch in den Kinderschuhen. Die Anforderungen sind vielfältig. Im Bank Blog finden Sie aktuelle Studien zu dieser neuen Entwicklung, die insbesondere für Banken und Sparkassen eine Bedrohung darstellt.
© Shutterstock

Der technische Fortschritt sorgt auch im Finanzsektor für einen grundlegenden Wandel. Blockchain, Bitcoin, FinTechs – der digitale Wandel scheint mitunter an den Grundfesten der Finanzbranche zu rütteln. Aufgrund der Vielzahl neuer Bezahlmöglichkeiten scheint sogar Bargeld in seinem Fortbestand gefährdet. Die Diskussion über eine Wirtschaft ohne Bargeld hat jedenfalls längst begonnen.

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Die Privatbank Berenberg und das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) haben in einer umfangreichen Studie die Zukunft von Geld und Bezahlen untersucht und sich dabei besonders den Themenfeldern Bargeld, Digitalwährungen und FinTechs gewidmet. Es werden aktuelle Entwicklungen genauso dargestellt, wie zukünftige Trends. Zudem wurden die volkswirtschaftlichen und regulatorischen Herausforderungen untersucht.

Zukunft von Bargeld, Digitalwährungen, FinTechs

Trotz aller möglichen technischen Alternativen hat Bargeld demnach eine Zukunft. Seine hohe Popularität– zumindest in Deutschland – zeigt, dass es sich im Wettbewerb der unterschiedlichen Bezahlsysteme bisher durchgesetzt hat und auf absehbare Zeit auch weiter durchsetzen wird.

Innovative Digital- bzw. Kryptowährungen wie Bitcoin gelten vielen als alternatives Bezahlsystem, abseits der bestehenden Geld und Währungsstrukturen. Dieses „neue Geld“ sorgt wegen der technischen Eigenschaften für Aufsehen, unter anderem wird es nicht zentral von einer Zentralbank, sondern dezentral von einem Netzwerk geschaffen. Besonders viel Aufmerksamkeit bekommt der Bitcoin aber wegen seiner in letzter Zeit beeindruckenden Wertentwicklung.

FinTechs tragen dazu bei, die Finanzwirtschaft zu modernisieren. Sie machen Banken zu schlankeren, plattformbasierten Technologieunternehmen, deren Kapital immer mehr auch aus Daten bestehen wird. Finanzwirtschaftliche Dienstleistungen werden hyperindividualisiert, d.h., sie werden immer stärker maßgeschneidert. Das wiederum wird neue regulatorische Fragen aufwerfen.

Digitale Bezahlsysteme verändern das Zahlungsverhalten

Das Zahlungsverhalten im In- und Ausland wird sich weiter verändern. Der digitale Fortschritt macht den Bezahlvorgang in vielen Bereichen schneller und einfacher. Vier Innovationen spielen eine besondere Rolle:

  • Kontaktloses Bezahlen.
  • Mobiles Bezahlen.
  • Peer to Peer-Zahlungen (P2P) und
  • Instant-Payments (Bezahlen in Echtzeit).

Alle vier sind digitale Alternativen zum Bargeld und setzen an der bestehenden Infrastruktur von Geschäfts- und Zentralbanken sowie den Anbietern von Kreditkarten an. Sicherheit, Transparenz, niedrige Kosten und die einfache Handhabung sind für die Akzeptanz beim Verbraucher besonders wichtig. Deutschland bildet beim kontaktlosen und mobilen Bezahlen im internationalen Vergleich das Schlusslicht. Auch die Verwendung von mobilen Zahlungs-Apps steckt hierzulande noch in den Kinderschuhen. Vor allem Sicherheitsbedenken bremsen eine breite Akzeptanz beim Verbraucher.

Digitale Währungen auf dem Vormarsch

Derzeit entwickeln sich innovative Bezahlsysteme abseits der bestehenden Geld- und Währungsstrukturen. Marktführer ist Bitcoin mit einem Anteil von rund 80 Prozent. Zwar erhält das Thema wegen der hohen Preisentwicklung in letzter Zeit hohe Aufmerksamkeit, in der Praxis spielen Digitalwährungen in Deutschland gegenwärtig jedoch noch keine Rolle.

Auch international ist Bedeutung des Bitcoin als Zahlungsmittel noch sehr eingeschränkt, da er im Handel kaum akzeptiert wird. Auch als Wertaufbewahrungsmittel und Recheneinheit eignen sich die neuen Digitalwährungen nicht, da sie erheblichen Preisschwankungen unterliegen und nicht wirklich als wertstabil zu bezeichnen sind.

Die zukünftige Entwicklung des Bitcoin wird wesentlich von seiner Akzeptanz sowie den Transaktionskosten und -risiken abhängen.

Blockchain mit vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten

Die den Kryptowährungen zugrunde liegende Blockchain-Technologie verfügt über vielseitige Anwendungsmöglichkeiten und wird sich wahrscheinlich – unabhängig vom Geld- und Währungssystem – in unserer heutigen Wirtschaftsordnung etablieren können. Sie hat hohes Kostensenkungspotenzial, da Informations- und Leistungsabflüsse dezentral abgewickelt werden können. Das, was bisher der Mensch erledigte, wird in Sekunden von Rechnern abgearbeitet, fehlerfrei und lückenlos nachweisbar. Kostenintensive Bezahlsysteme wie Banküberweisungen und Kreditkartenzahlungen werden unter Druck geraten.

FinTechs tragen zur Modernisierung der Finanzwirtschaft bei

Mithilfe neuer Technologien bieten FinTechs innovative Finanzdienstleistungen an und sind darauf ausgerichtet, vor allem standardisierte Prozesse und Abläufe bei Bankgeschäften einfacher und schneller zu machen. FinTechs können die Effizienz des Finanzsystems erhöhen, indem sie die Kosten von Finanztransaktionen senken und die Vielzahl digitaler Informationen umfassend auswerten.

Über 400 FinTech-Unternehmen soll es derzeit in Deutschland geben. Mit ihren Innovationen fordern sie etablierte Banken und Sparkassen nicht nur heraus, sondern arbeiten auch mit ihnen zusammen. Etwa 70 Kooperationen soll es bereits zwischen großen deutschen Banken und FinTech-Unternehmen geben. FinTechs verstärken den Trend, Banken zu schlankeren, plattformbasierten Technologieunternehmen umzuwandeln, deren Kapital vor allem aus Daten besteht. Finanzwirtschaftliche Dienstleistungen werden hyperindividualisiert, das heißt, sie werden immer stärker maßgeschneidert. Das wiederum wird neue, komplexe regulatorische Fragen aufwerfen.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers.

Als Experte für Digitalisierung, Innovation und Vertrieb hält er Vorträge bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland und bietet Banken und Finanzdienstleistern Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management sowie Beratung/Consulting an.

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