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Vom Wesen einer Bankfusion

Was von Deutsche Bank und Commerzbank übrig geblieben wäre

Bei der geplatzten Fusion zwischen Deutsche Bank und Commerzbank wurde immer wieder vom Zusammenschluss der beiden Institute geredet. Es liegt in der Natur von Fusionen, dass das Resultat keineswegs so gewesen wäre, wie dies klingt.

Fusion Deutsche Bank – Commerzbank

So sah die Ausgangslage einer möglichen Fusion zwischen Deutsche Bank und Commerzbank aus.

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Die Gespräche über eine Fusion zwischen Deutsche Bank und Commerzbank sind zum Glück beendet. Im kurzen aber heftigen Verlauf der öffentlichen Diskussion war u.a. zu lesen, dass die Kunden der Commerzbank diese lieber mögen und zufriedener seien als die der Deutschen Bank. Man sollte doch deshalb bitte die Marke Commerzbank erhalten.

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Das allerdings erschien wenig realistisch.

Mal abgesehen davon, dass es bei den öffentlichen Fusionsdiskussionen am allerwenigsten um den Markt oder um die Kunden zu gehen schien (die stören am Ende doch nur, genau wie die Wähler die Politiker regelmäßig zu stören scheinen), geht diese Betrachtung am Wesen einer Fusion im Allgemeinen und dieser speziellen Fusion im Besonderen vollkommen vorbei.

Das Wesen einer Fusion im Allgemeinen

Die folgende Fabel beschreibt das allgemeine Wesen einer Fusion treffend:

Ein Hahn trifft sich mit dem Leitschwein auf dem Bauernhof: „Na, wie ist die Stimmung bei Euch?“

Darauf das Leitschwein: „Immer das Gleiche: Kosten sparen, weil die Erträge so niedrig sind.“

Der Hahn: „Wie bei uns. Ich habe aber eine Idee, was wir dagegen machen können. Was haltet Ihr davon, wenn wir unsere Kräfte strategisch bündeln und Hühnerstall und Schweinstall fusionieren?“

Das Leitschwein: „Und wofür soll das gut sein?“

Der Hahn: „Wie produzieren gemeinsam Ham and Eggs. Wir liefern die Eier und ihr den Schinken. Mit dieser gemeinsamen USP sind wir unschlagbar.“

Das Schwein überlegt kurz und sagt: „Keine schlechte Idee, aber dabei gehen wir Schweine doch drauf…“

Der Hahn: „Das ist so bei Fusionen. Einer geht immer drauf!“

Das Wesen der – inzwischen gescheiterten – Fusion im Besonderen

Wenn das Ziel einer Fusion zwischen Deutsche Bank und Commerzbank darin bestanden hätte, einen international anerkannten Global Player zu schaffen, der weit über Deutschland hinausstrahlt, dann wäre es wohl kaum denkbar (um nicht zu sagen alternativlos) gewesen, dass die fusionierte Bank anders als „Deutsche Bank“ geheißen hätte.

Ebenso wenig vorstellbar wäre gewesen, dass das Logo der Bank anders ausgesehen hätte als das aktuelle der Deutschen Bank. Das Deutsche Bank Logo steht seit den 70er Jahren für kontinuierliches, dynamisches Wachstum in einem sicheren Umfeld. Das der Commerzbank hingegen ist eine farblich angepasste Reminiszenz an das seinerzeit grüne Band der Sympathie der (in der Fusion mit der Commerzbank untergegangenen) Dresdner Bank.

Allenfalls – aber selbst das hätte sehr viel Phantasie erfordert – wäre es denkbar gewesen, dass die Farbe des Commerzbank Logos in die neue Bank hätte hinübergerettet werden können. Aber dafür wäre vermutlich als Gegenleistung der halbe Commerzbankvorstand zurückgetreten, das IT-System der Deutschen Bank übernommen worden, Dreiviertel der Führungskräfte von der Deutschen Bank gekommen und noch vieles mehr.

Allerdings wäre dies alles vermutlich auch dann der Fall gewesen, wenn die Fusion zustande gekommen und das neue Logo weiterhin blau geblieben wäre (siehe Wesen einer Fusion im Allgemeinen)…

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring ist Herausgeber des Bank Blogs und ist der Finanzbranche seit über 30 Jahren beruflich verbunden. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Strategien in den Bereichen Digitalisierung, Innovation und Vertrieb ist er gefragter Referent und Moderator bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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