Diplomierte/r NachhaltigkeitsmanagerIn ADG (adg-campus.de)

Vom Enabler zum Treiber

Wie die Digitalisierung die Rolle der Bank-IT verändert

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Die Digitalisierung verändert die Rolle, die Aufgaben und die strategischen Ziele der Banken-IT. Sie wandelt sich vom Enabler zum Treiber, der die Möglichkeiten neuer Technologien für den Erfolg aufzeigt. Gleichzeitig gilt es die IT selbst zu verändern.

Neue Rolle der IT in Banken und Sparkassen

Die Rolle der IT in Banken und Sparkassen ändert sich.

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Vorbei sind die Jahre, in denen die IT vor allem mit sich selbst und den regulatorischen Anforderungen beschäftigt war. Die IT bei Banken und Finanzdienstleistern wandelt sich gerade massiv. Lag doch in den 10er Jahren dieses Jahrtausends der primäre Fokus der Veränderung in den IT-Bereichen von Banken auf der Erfüllung der IT-Anforderungen der MaRisk und BAIT. Alle IT-Bereiche der großen Banken wurden in dieser Zeit von der EZB geprüft, wodurch die IT-Bereiche stark gefordert wurden. Diese Phase war und ist durchaus positiv zu bewerten. Sie führte schließlich branchenweit zu einer stärkeren Standardisierung und Professionalisierung der IT.

Neue DNA für Banken-IT

Natürlich ist die IT in Banken auch weiterhin durch die Umsetzung regulatorischer Anforderungen gefordert, aber die Rolle wandelt sich. Grund ist die Digitalisierung. Sie verändert nicht nur Geschäftsprozesse der Banken, Kundenschnittstellen und Produkte, sondern eben auch die IT selbst. Die Digitalisierung formt relevante Teile der DNA der Banken-IT um.

Definitiv sind Technologien ein wesentlicher Treiber von Digitalisierung. Nicht der einzige, aber einer der Haupttreiber. Gerade in den letzten fünf Jahren haben sich zahlreiche neue Technologien etabliert, die die Digitalisierung in den Banken befeuern. Man denke nur an Robotics, KI Künstliche Intelligenz, Chatbots, Blockchain, Crypto-Assets oder Cloud. Und es werden immer mehr. Das IT-Research-Unternehmen Gartner hat mittlerweile digitale Technologien in fast 50 verschiedene Unterkategorien klassifiziert.

Und das ist eine Welle von Technologien, mit denen sich die Banken-IT beschäftigen muss. Die zentrale Fragen sind dabei:

  • Wie können diese Technologien für die Bank und ihr Business einen Nutzen stiften?
  • Was sind konkrete Use Cases der verschiedenen Technologien für die Bank?

Eine Antwort darauf kann die IT natürlich nicht alleine geben. Beantwortet werden kann dies nur gemeinsam mit den Fachbereichen. Die IT hat in dieser Frage aber eine zentrale Verantwortung für die Bank. An dieser Stelle ist die neue Rolle der IT am deutlichsten spürbar.

IT als Treiber für die Bank

War die Banken-IT bisher vor allem Enabler und Dienstleister für die Fachbereiche, so wird sie im Zuge der Digitalisierung deutlich mehr Treiber. Aufgabe ist es, dem Business das Potenzial von neuen digitalen Technologien aufzeigen. Wie können beispielsweise Business Prozesse durch Robotics, Chatbots oder Machine Learning automatisiert und verbessert werden?

Und diese veränderte Rolle der Banken-IT muss konkret organisiert werden. Das ergibt sich nicht von selbst. In der Deka gibt es hierfür etwa die Open Digital Factory, kurz: ODF. Vor drei Jahren wurde diese als Laborformat und offene Plattform etabliert. Gemeinsam können Fachbereiche und die IT hier neue digitale Technologien ausprobieren und darauf basierende Ideen ausprobieren. Die ODF ist mit Personal und Budget ausgestattet und arbeitet ausschließlich mit agilen Methoden. Selbstverständlich ist die Plattform dabei eng verknüpft mit dem Innovationsprozess der Bank, in dem Innovationen bewertet, begleitet und zur Produktionsreife geführt werden.

Geschwindigkeit zählt

Durch die Digitalisierung ändert sich aber nicht nur die Rolle der IT, sondern auch die Anforderungen an die IT. Dabei ist zweifellos die Anforderung, der Rolle des Treibers in der Digitalisierung auch wirklich gerecht zu werden, substanziell. Eine IT, die diese Rolle alleine den Fachbereichen oder anderen überlässt, wird auf lange Sicht nicht zukunftsfähig sein. Die Kompetenz der IT in Digitalisierung und digitalen Technologien ist zwingend. Diese muss permanent gestärkt und weiterentwickelt werden im Sinne eines Kompetenzzentrums für die Bank.

Es gibt aber eine weitere wichtige Anforderung aus der Digitalisierung, die die IT stark fordert und verändert. Das ist die Forderung nach mehr Geschwindigkeit und Agilität. Digitalisierung ist im Kern Geschwindigkeit. Die IT muss sich im Kontext der Digitalisierung damit befassen, wie sie ihre IT-Services beschleunigen kann. Das betrifft sowohl den Change (Projekte) als auch den Run (z.B. Bereitstellung von Infrastruktur).

Digitalisierung und Automatisierung der IT voranbringen

Um weitere Geschwindigkeit aufzunehmen, muss die IT ihre eigene Digitalisierung voranbringen. Also die Digitalisierung ihrer IT-Prozesse, ihrer IT-Infrastruktur und weiterer Aspekte. Aber was heißt das konkret für die Banken-IT?

Um diese Frage zu beantworten, hilft es die drei grundsätzlichen Entwicklungsstufen von IT zu betrachten. Das ist kein neues Modell, sondern wird unter anderem von Gartner vorgeschlagen. Es hilft sich als IT-Bereich beim Thema Digitalisierung zu sortieren und zu verorten. Danach gibt es drei wesentliche Entwicklungsstufen von IT-Organisationen:

  • Stufe 1: IT als Manufaktur
  • Stufe 2: Industrialisierte IT
  • Stufe 3: Digitalisierte IT

Heute befinden sich Banken überwiegend in der Stufe der industrialisierten IT, eine IT als echte Manufaktur trifft man kaum noch an. Das ist auch bedingt durch die oben genannten Phasen der Erfüllung IT-regulatorischer Anforderungen in den letzten fünf bis zehn Jahren.

Die industrialisierte IT ist geprägt durch hierarchische, arbeitsteilige Organisationen – hier die IT, dort der Fachbereich, hier die IT-Produktion, dort die IT-Sicherheit. Auf der Prozessseite findet man einen hohen Grad an Standardisierung, der stark fokussiert ist auf die Einhaltung von IT-Regulatorik und eher schwergewichtig daherkommt. So sind klassische Wasserfallmodelle in der Entwicklung und Projekten dominierend. Die zentrale IT-Infrastruktur wie Server und Bürokommunikation ist Commodity und wird als Auslagerung in der Regel von einem oder mehreren Dienstleistern bezogen.

In der Weiterentwicklung der noch überwiegend industrialisierten hin zu einer digitalisierten Banken-IT muss man sich bewusstmachen, dass davon fast alle Aspekte und Dimensionen von IT betroffen sind. Dabei geht es primär um die Kernanforderung nach mehr Geschwindigkeit und Beschleunigung der IT-Services. In der IT-Organisation kann das u.a. erreicht werden durch mehr Agilität und dem stärkeren Einsatz von agilen Methoden. Auf Seiten der IT-Prozesse geht es vor allem um einen möglichst hohen Automatisierungsgrad im Run und im Change. Auf Seiten der IT-Infrastruktur ist für die Beschleunigung der Einsatz von Cloud-Services unabdingbar. Die Cloud ist in diesem Sinne ein Synonym für die Digitalisierung der IT-Infrastruktur.

Klarer Fokus, klare Strategie

IT-Organisation, IT-Prozesse und IT-Infrastruktur sind bei der Festlegung des Zielbilds einer digitalisierten Banken-IT drei wichtige Dimensionen, aber nicht die einzigen. In der IT der Deka haben wir acht Dimensionen festgelegt, an denen wir die Digitalisierung der IT ausrichten. Weitere Dimensionen sind zum Beispiel die IT-Sicherheit und die IT-Applikationslandschaft. Aufgabe jeder Banken-IT sollte es sein, alle Dimensionen einer digitalisierten IT im Rahmen eines erstrebenswerten Zielbilds zu betrachten und für sich konkret auszuprägen.

Über den Autor

Dr. Hans-Jürgen Plewan

Hans-Jürgen Plewan ist promovierter Informatiker. Seit Dezember 2013 leitet er die IT der DekaBank. Zuvor war er unter anderem für die Finanz Informatik Solutions Plus (FISP), einer Tochter der Finanz Informatik (FI), tätig.

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