Unternehmen setzen auf Zukäufe

M&A-Transaktionen auf Vor-Corona-Niveau

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Trotz schwacher Konjunktur und hoher Unsicherheit bleiben Unternehmen entschlossen, durch Fusionen und Übernahmen zu expandieren. Eine aktuelle Studie beleuchtet die Entwicklung und zeigt, wie M&A zu Wettbewerbsvorteilen verhelfen kann.

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Trotz wirtschaftlich schwerer Zeiten halten Unternehmen an Zukäufen fest. Das zeigt eine aktuelle Befragung von weltweit rund 300 M&A-Verantwortlichen durch die internationale Unternehmensberatung Bain & Company. Demnach planen 80 Prozent, im Jahr 2023 gleich viele Transaktionen oder sogar noch mehr wie im Vorjahr zu tätigen.

Strategische Käufe dominieren

Bis Mai 2022 sah es so aus, als könnte das M&A-Geschäft das Rekordjahr 2021 fortsetzen. Allerdings hat sich das Bild aufgrund steigender Inflation, der Ankündigung einer Zinswende in den USA und einer zunehmenden konjunkturellen Talfahrt geändert.

Das globale Dealvolumen fiel um 36 Prozent auf 3,8 Billionen US-Dollar, nachdem es im Jahr 2021 einen neuen Höchststand von 5,9 Billionen US-Dollar erreicht hatte. Nichtsdestotrotz blieb das Dealvolumen auf dem Niveau der guten M&A-Jahre von 2016 bis 2020. Strategische Käufer waren für knapp 70 Prozent aller Transaktionen verantwortlich.

Entwicklung weltweites M&A-Volumen (2000 bis 2022)

Die Entwicklung des weltweiten M&A-Volumens.

Deutsche Unternehmen hielten sich aufgrund explodierender Energiepreise insbesondere bei Zukäufen zurück. Das strategische Dealvolumen sank innerhalb eines Jahres um mehr als die Hälfte auf rund 77 Milliarden US-Dollar. In der Schweiz lag das Dealvolumen 2022 bei etwa 32 Milliarden und in Österreich bei rund 8 Milliarden US-Dollar.

Weltweit gab es eine Verschiebung von Mega-Deals zu kleineren Übernahmen. Die Zahl der Transaktionen strategischer Käufer sank 2022 im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 9 Prozent. Etwa 65 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre Zukäufe in den letzten drei Jahren die Erwartungen erfüllt oder sogar übertroffen hätten.

Chancen durch gesunkene Bewertungen

Im Laufe des Jahres 2022 sind die Unternehmensbewertungen branchenübergreifend deutlich gesunken. Das EBITDA-Multiple bei strategischen Transaktionen erreichte mit 11,9 den niedrigsten Wert der letzten zehn Jahre. Insbesondere Technologie- und Healthcare-Unternehmen wurden im Vergleich zu 2021 mit einem erheblichen Abschlag gehandelt.

Für Unternehmen, die in neue Märkte einsteigen wollen, bieten sich durch niedrigere Bewertungen gezielte Zukäufe an. Es ist oft kostengünstiger und zeitsparender, neue Geschäftsmodelle zu etablieren oder Märkte durch Übernahmen zu erschließen, anstatt die erforderlichen Fähigkeiten und Teams im eigenen Unternehmen aufzubauen. Langfristige Analysen zeigen, dass M&A-Transaktionen bei zwei Dritteln der besonders erfolgreichen Expansionen eine entscheidende Rolle gespielt haben.

Nachhaltigkeit gewinnt an Bedeutung

Unternehmen aus verschiedenen Branchen müssen ihre Bemühungen zur Dekarbonisierung und Kreislaufwirtschaft verstärken, was in vielen Fällen durch gezielte Zukäufe schneller und effektiver realisiert werden kann. Schon heute spielt Nachhaltigkeit bei etwa jeder zehnten Übernahme eine wichtige Rolle.

Dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren verstärken, insbesondere im Bereich Nachhaltigkeit, der ein wichtiger Treiber für das M&A-Geschäft sein wird. Unternehmen weltweit sind daran interessiert, entsprechendes Know-how zu erwerben, um ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und Möglichkeiten zu finden, um am Wachstum der grünen Märkte teilzunehmen.

Professionalität erhöht die Erfolgsaussichten

Um auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten einen Wettbewerbsvorsprung zu erzielen, sollten Unternehmen schnelle Entscheidungen treffen und sich von der Unsicherheit nicht abschrecken lassen. Zukäufe können dabei helfen, die eigene Position zu stärken und den Grundstein für zukünftiges Wachstum zu legen. Dies belegen Daten von rund 3.000 Firmen, die zeigen, dass Unternehmen, die in der Rezession 2008/2009 mindestens eine Akquisition tätigten, ihre Aktienrendite in den darauffolgenden Jahren deutlich schneller steigern konnten als inaktive Wettbewerber.

Eine proaktive Due Diligence ist in unsicheren Zeiten besonders wichtig, um attraktive Deals zu identifizieren und schnell zu integrieren. Je professioneller die Strukturen von Firmenkäufern sind, desto größer ist die Chance auf Erfolg.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring ist Herausgeber des Bank Blogs und der Finanzbranche seit über 30 Jahren beruflich verbunden. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Strategien in den Bereichen Digitalisierung, Innovation und Vertrieb ist er gefragter Referent und Moderator bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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