Wie die Stadtsparkasse Düsseldorf neue Führungsmodelle erprobt

Topsharing: Führen im Tandem

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Teilzeitmodelle sind inzwischen in vielen Unternehmen etabliert. Dagegen ist Topsharing noch wenig verbreitet. Dabei bietet es sowohl für Mitarbeiter wie für Unternehmen Mehrwerte. Die Stadtsparkasse Düsseldorf macht jetzt den Praxistest.

Topsharing: Wenn zwei Führungskräfte sich einen Job teilen

Topsharing bedeutet, dass sich zwei Führungskräfte einen Job teilen.

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Corona hat die Transformation der Arbeitswelt signifikant beschleunigt. Sowohl die räumliche wie auch die zeitliche Verteilung der Arbeit werden sich perspektivisch an den in der Pandemie neu etablierten Standards orientieren. Aus diesem Kontext heraus entstehen innovative Arbeitsmodelle, wie zum Beispiel auch Topsharing.

Gemeint ist damit, dass sich zwei Führungskräfte gleichberechtigt eine Stelle teilen. In der Regel wird eine solche Tandemstelle mit mindestens 110 Prozent besetzt, wobei die Verteilung der jeweiligen Arbeitszeitanteile gleich sein sollte. Derartige Modelle werden heutzutage von Arbeitnehmern in Führungsebenen zunehmend nachgefragt. Und immer mehr zukunftsorientierte Unternehmen bieten Topsharing-Tandems an, sei es um Know-how im Unternehmen zu halten, den Frauenanteil in Führungspositionen zu stärken, eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen, kurzfristige Spitzenbelastungen und Vertretungen besser abdecken zu können oder verschiedene Kompetenzen miteinander zu ergänzen.

So kann Führen in Teilzeit funktionieren

Damit das Konzept Topsharing aufgeht, sind klare Strukturen und kurze Kommunikationswege wichtig. Beide Tandempartner sollten sich mindestens einen halben Tag überschneiden. An den anderen Tagen ist jeweils nur einer da. Die Abstimmung erfolgt entweder in Präsenz oder virtuell. Organisatorisch muss gewährleistet sein, dass beide jederzeit Zugang zu allen Informationen haben Zusätzlich findet ein enger Austausch, zum Beispiel mittels virtuellem Kanban Board (Visualisierungs-Tool), einer abendlichen Übergabemail oder einem täglichen Telefonat statt.

Dabei stehen nicht nur fachliche Themen auf der Tagesordnung, sondern auch Zwischenmenschliches. So ist sichergestellt, dass beide Führungskräfte zu allen Themen aussagefähig sind und auch den direkten Draht zum Team behalten.

Wichtig für eine harmonische Zusammenarbeit ist zudem, dass beide Duopartner komplett gleichgestellt sind. Keiner sollte mehr Verantwortung oder Entscheidungsbefugnisse haben als der andere. Neben sich überschneidenden Aufgabengabengebieten hat jede Führungskraft je nach Neigung und Stellenanforderung auch eigene Tätigkeitsbereiche.

Stadtsparkasse pilotiert Topsharing

Laut der Arbeitszeitbefragung der Bundesanstalt für Arbeit arbeiteten im Jahr 2019 nur rund zwölf Prozent der Menschen mit einer Führungsposition in Teilzeit. Die Tendenz ist aber dank Vorreiterunternehmen, wie zum Beispiel der Deutschen Bahn, leicht steigend.

Als moderner Arbeitgeber mit Blick für die Menschen hat sich auch die Stadtsparkasse Düsseldorf entschieden, Topsharing testweise einzuführen. Derzeit wird das neue Konzept in einer Pilotphase erprobt. Auf einer Plattform kann sich ab sofort jeder Interessent registrieren und einen Steckbrief hochladen. Mehrere Bewerberinnen und Bewerber haben dies bereits getan. Nur registrierte Mitarbeiter können die Steckbriefe der anderen sehen. Personalreferenten führen dann ein Vorgespräch mit den interessierten Tandempartnern und begleiten diese bei den weiteren Schritten.

Sobald eine für das Tandemsystem geeignete Stelle ausgeschrieben ist, können die Tandems sich gemeinsam auf eine Funktion bewerben. Bei der Bewerbung ist eine Zusatzaufgabe erforderlich, bei der die Tandems gemeinsam agieren. Das kann beispielsweise ein Ausblick auf die zukünftige Aufgabenteilung oder Organisation sein oder eine konkrete Strategiesetzung. Ziel ist es, die erste Topsharing-Stelle noch in diesem Jahr zu besetzen.

Über den Autor

Karin-Brigitte Göbel

Karin-Brigitte Göbel ist Vorstandsvorsitzende der Stadtsparkasse Düsseldorf. Nach einer Banklehre studierte sie Wirtschaftswissenschaften und verfügt über langjährige Erfahrung im internationalen Bankensektor und war u.a. bei der Chase Bank, der BfG-Bank, der Bankgesellschaft Berlin und der Taunus Sparkasse tätig. Darüber hinaus ist sie u.a. Mitglied des Kredit- und Risikoausschusses sowie stellvertretendes Mitglied des Verwaltungsrates der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen und Mitglied des Verwaltungsrates der Sparkassen-Akademie NRW. Zudem engagiert sich Göbel im Beirat der Deutschen Bundesbank Hauptverwaltung in NRW und ist als Mitglied des Mittelstandsrats der KfW aktiv.

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